G-Eazy: The Endless Summer

G-Eazy: The Endless Summer

Die Geschichte ist im Musikgeschäft nicht unbedingt neu: Junger Mann stöbert in der Plattensammlung der Eltern, ist absolut begeistert und beginnt darauf selber Musik zu machen.
So geschehen bei G-Eazy, dem Rapper „den man auf dem iPod der Freundin findet und den man irgendwie cool finden muss”. So beschreibt er sich nämlich selbst. Außerdem ist er nach eigener Aussage auf dem College, hört jeden Tag Beatles und will Millionär werden. Oh, und sein Leben ist eine Party.
Im Gegensatz zu manch anderem In-der-elterlichen-Plattenkiste-Stöberer, macht er aber nicht Musik im Stile der 50er oder 60er, sondern baut diese einfach in seine Songs ein. Als Grund dafür nennt er, dass er zwar zu Hause viel in Kontakt mit der Musik jener Zeit gekommen sei, auf seiner Schule aber Hip-Hop die vorherrschende Musikrichtung war. Deshalb hat er sich auch auf seinem neusten Album „The Endless Summer” quer durch die 50er und 60er gesamplet und hat sich dafür auch noch einige Verstärkung besorgt. Deshalb begrüßt den Hörer auch im ersten Track „Endless Summer” die Sängerin Erika Flowers. Der ganze Song klingt dann ziemlich nach Eminem und Rihanna(zumindest für den ungeübten Rap-Hörer wie mich).

Ganz alleine rapt G-Eazy in Zeilen wie „They say i'm too old for my age, but it's funnier to act younger/ I am such a fucking stunner and i swear it to my mother” und macht sich dabei ein bisschen über all die Gangster-Rapper und wohl auch sich selbst lustig.

In „The Endless Summer” wagt sich G-Eazy zusammen mit Greg Banks an den Klassiker von Dion DiMucci – und das Wagnis gelingt überraschend gut. Und auch sonst macht der junge Mann, der aussieht, als käme er direkt aus den achtzigern das meiste richtig. Und kommt damit seinem Ziel, Musik zu erschaffen, die wie James Dean zeitlos cool ist, ziemlich nahe. Die Mischung aus der Musik der 50er und 60er und Hip-Hop, wie vor kurzer Zeit sogar nochmal von den Rapgrößen Jay-Z und Kanye West öffentlichkeitswirksam verbreitet, macht wirklich Spaß und hebt ihn positiv von all den Gangster- und Partyrappern ab. Durch die verschiedenen Songs, auf denen er sich von verschiedenen anderen Musikern unterstützen lässt (der Beste davon ist wohl „Acting Up” mit American-Idol Kandidatin Devon Baldwin), kommt auch die nötige Abwechslung dazu, vorteilhaft ist eben die Portion Selbstironie, die er an den Tag liegt.

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