Galapaghost - Runnin'

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Galapaghost - Runnin

Als Teil einer verlorenen Generation sieht sich Casey Chandler. Die Jungen Amerikaner, die gerade vom College kommen, bekommen keinen Job, das einzige was sie gelernt haben ist, wie man eine Bong aus einer Wasserflasche baut, und dann lernen sie, dass das Geld, das für ihre soziale Absicherung gedacht war, die Staatsschulden tilgen soll. Und was macht man in solch einer trostlosen Situation? Richtig - Man gründet eine Band. Und weil man in der verlorenen Generation weiß, dass man ökonomisch sinnvoll handeln muss, besteht die Band nicht aus all zu vielen Musikern. Casey Chandlers Band besteht aus einem Musiker - ihm. Inspirieren lässt er sich von Simon and Garfunkel, Neil Young, Midlake oder auch Death Cab for Cutie. Er schreibt laut eigener Aussage "traurige, aber hoffnungsvolle" Stück, und genau so hören sich die Titel auf seiner EP Runnin' auch an. Immer melancholisch, aber trotzdem heiter, eher spärlich instrumentiert, aber trotzdem melodiös.

Sein Können stellt der junge Mann schon im ersten Titel "Runnin'" unter Beweis. Ein wunderbares Country-Stück mit absolut ohrwurmtauglichem Chorus aber nachdenklichen im Duett mit sich selbst gesungen Strophen. Aber auch die ruhigeren Töne beherrscht er perfekt. In "Never Heard Nothin' " zum Beispiel stellt er nicht nur seine Liebe zu Apostrophen zu Schau sondern präsentiert ein Stück, das sofort eine Gänsehaut und ein leichtes Schaudern erzeugt.

Seine Songs begleitet Casey Chandler meist durch eine Ukulele, wegen deren begrenzten Möglichkeiten er nach eigenen Aussagen mehr mit seiner Stimme arbeiten muss, und nach meiner Aussage auch wirklich kann. Irgendwo zwischen Bon Iver und Midlake gelingt ihm bewegender Gesang mit intelligenten Texten die Dank seiner emotionsgeladenen Stimme überzeugen können. Für eine Do-It-Yourself-Produktion ist die Runnin' EP auch erstaunlich gut produziert, was wohl dararn liegt, dass Casey Chandler ebendas, nämlich Musikproduktion, studiert hat. Ihm gelingen voll klingende Arrangements und er erweckt manchmal sogar den Eindruck, nicht ein Mann, sondern ein ganzes Ensemble sänge Stücke wie "Disintegration".

Die "Runnin' EP" bietet sechs wohlklingende, leicht melancholische Folk-Stücke, bei denen sich auch die Mühe lohnt, mal auf die Texte zu hören.

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