Popcult: Popcult

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Popcult: Popcult

Über Popcult gibt es im World Wide Web nicht viel zu erfahren. Das könnte an dem wohl etwas suboptimal gewählten Namen liegen, bei dessen Ergooglen man zum Beispiel auf die Hersteller von Popcornmaschinen stößt, an etwas anderem liegt es aber bestimmt nicht: an ihrer Musik. Die Jungs um Frontmann Justin Renaud machen Britpop im Stile Coldplays, kommen aber nicht von den britischen Inseln, sondern aus dem mittlerem Westen der USA. Vor Innovationen strotzt ihre kürzlich veröffentlichte, selbstbetitelte Debüt-EP also nicht, wunderschön ist sie aber trotzdem. Und weil die drei 19-Jährigen auch alle schon einen Job haben, und deshalb schon genug verdienen, verschenken sie diese EP auch noch auf Noisetrade.

Der Opener „Life In The Wind” trägt den Hörer gleich mit auf die Reise durch die Wolken, alles garniert durch „OooooOOOooo”s in bester Britpopmanier. So gehört sich das eben! Außerdem gehört es sich auch, auf die Stimme Justin Renauds hinzuweisen, die den Vergleich mit einem Tom Chaplin nicht scheuen muss. Auch im träumerischen „Balance” machen Popcult alles richtig – und auch hier hört man ein bisschen Keane heraus. Die Ganze EP wirkt wie aus einem Guss, weshalb sich auch der Nachfolgetitel „One Reward” perfekt in den Albenkontext einfügt. Justin Renaud sagt übers Songschreiben, dass er Stücke schreibe, die er selbst schon lange hören wollte. Man möchte ihm da zwar beim Hören des ein oder anderen Stückes ein Coldplay-Album in die Hand drücken und sagen: „Hey, hörmal, da macht schon jemand deine Musik”. Aber diese Ähnlichkeit ist ihm durchaus bewusst, und tut meiner Freude an dem Album auch keine Abbruch. Schließlich handelt sich es nicht um eine schlichte Kopie, sondern einfach um gute Songschreibe- und Aufnahmearbeit einer noch sehr jungen Band, die ja auch nicht den Britpop neu erfinden muss (obwohl der ja dann wahrscheinlich ColPop hieße, was wirklich auch nicht wünschenswert wäre). Und zu was diese Band noch fähig ist, kann man schon in „Already Gone” hören, einem eher melancholischen Titel. In ebendiesen eher ruhigeren und nachdenklicheren Nummern liegt nämlich eindeutig ihre Stärke, wie sie auch in „Moon Memory” unter Beweis stellen. Nach den doch eher extravaganten Musikern des letzten Monats kommt das Album des August also von ganz normalen Menschen, die besonderes dadurch auffallen, dass sie in Colorado Britpop machen. Noch mehr fällt allerdings ihre fabelhafte Musik auf, die dann auch irgendwann durchaus die Popcornmaschinenhersteller auf Google verdängen darf und sollte, denn Bekanntheit ist ihr wirklich zu wünschen.

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