#37cc Tag 1: David Rovics

David Rovics - Song for Bradley Manning

Die Zeit vergeht im Sauseschritt... Hätte mich Mnementh nicht daran erinnert, wäre mir wahrscheinlich sogar die zweite #37cc durch die Lappen gegangen. Hatte sie zwar auf dem Radar, aber durch die Kinderlieder-Aktion kam mein Zeitplan doch etwas durcheinander. Sei's drum. Jetzt nutze ich die #37cc halt, um ein wenig Rückstand aufzuarbeiten. Und los geht's dann auch gleich mit dem ersten Künstler: David Rovics.

David Rovics: Song for Bradley Manning (CC-BY-NC-SA

David war einer der ersten Künstler, den ich als Band des Monats vorgestellt habe. Auch seitdem stehe ich in Kontakt mit ihm und versuche zur Zeit, seinen für den 8.4. im Club Voltaire geplanten Auftritt irgendwoanders stattfinden zu lassen. Denn eine gewisse Klientel ist der Meinung, Davids Ansicht zur Aussenpolitik der USA und zur Innen- und Aussenpolitik Israels sei politisch nicht korrekt und Auftritte von ihm seien deshalb zu verhindern. David ist der Ansicht, Israel sei ein Apartheidsstaat, in dem vor allem Palästinenser als Bürger zweiter Klasse systematisch diskriminiert und unterdrückt werden.

Rovics lehnt allgemein "expansionistische" Politik ab und hält die Freiheit von Völkern, sich selbst zu verwalten für sehr wichtig. Dies reflektiert auchs ein aktuelles Album "Big Red Sessions", das auf seiner Webseite heruntergeladen werden kann. Seine Geschichte ist auch ein Beispiel dafür, wie man heutzutage mit Musik Geld verdienen kann: Mitte Januar bat er um Spenden, um eine professionelle Aufnahmes seines "Song for Bradley Manning" zu finanzieren. Die Resonanz war so gut, dass er statt des einen Liedes ein ganzes Album aufnehmen konnte - über 6.000$ wurden gespendet. Die Aufnahme fand dann in den Big Red Studios statt, die dann auch als Namenspatron für das Album herhalten "mussten".

Bei der Aufnahme wurden David wieder seine Einschränkungen als Musiker bewusst, vor allem das das Einhalten von Rythmen angeht. So schreibt er zumindest, denn dem Album merkt man dies nicht an. Dem geneigten Hörer bietet es zahlreiche alte und natürlich auch einige neue Lieder von Rovics an. Aufgrund der professionellen Aufnahme klingt alles ein wenig anders als bisher, aber der Wiedererkennungswert ist eindeutig vorhanden.

Musikalisch bewegt sich das Album irgendwo zwischen Garage-Rock, Folk und Punk. Die Texte sind provokant und illustrieren sehr schön Davids politische Ansichten. So besingt er die Jasminrevolution in Tunesien, die sicherlich von der Mehrheit der Medien als positiv angenommen wird, aber auch den IRA-Kämpfer Francis Hughes, den er als Wiederstandskämpfer gegen eine Besatzung herausstellt. Ironie darf natürlich auch nicht fehlen: "I'm a Better Arnarchist than you" nimmt diverse "linke" Klischees aufs Korn.

Zur Zeit kann "Big Red Sessions legal nur davidrovics.com bezogen werden. David möchte auf diese Weise vor allem seine Mailingliste mit neuen Namen füllen - denn das Album selber kann auch kostenlos heruntergeladen werden, für den Download muss aber eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Dieser Ansatz scheint recht gut zu funktionieren: Mehrere hundert neue Adressen auf seiner Mailingliste und einige hundert Dollar an Spenden zeigen seiner Meinung nach, dass der Weg der richtige ist. Spätestens wenn er sein nächstes Album aufnehmen wird, werden die "Big Red Sessions" auch bei soundclick angeboten werden.

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[...] Commons' war er auch dem Sampler des Free! Music! Contest 2010 vertreten. Heute empfiehlt uns der Musikpirat den 'Song for Bradley [...]

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