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Ahoi!

Als Musikpiraten ist uns die Schaffung und Förderung freier Kultur und freien Wissens ein großes Anliegen. Ebenso wie Wissen vermehrt sich Kultur nur, wenn man sie teilt. Hierfür gibt es verschiedene Ansätze.

Verschärfung des Urheberrechts? Ohne uns!

Mehr und mehr Menschen fordern, das Kopieren von Wissen und Kultur für private Zwecke zu erlauben oder zumindest straffrei zu stellen. Hier gibt es massiven Widerstand von Seiten der Verwertungsindustrie, die nach immer härteren Strafen ruft und immer mehr Überwachungsrechte fordert, um ihre vermeintlichen Rechte durchzusetzen. So wird immer wieder gefordert, Zugriff auf die bei der Vorratsdatenspeicherung gesammelten Daten zu erhalten, um Urheberrechtsverletzer aufspüren zu können. Leider gibt es auch sehr viele Künstler, die meinen, sie würden von ihren Fans bestohlen und die den Fantasierechnungen der Industrie glauben, die ihnen Ausfälle in Millionenhöhe vorrechnet.

Ein Höhepunkt war hier ein Brief an Frau Merkel, den bekanntermaßen am Hungertuch nagende Menschen wie Grönemeyer, Mittermeier, Atze Schröder (der unter anderem Wikipedia bereits verklagte, weil dort sein Realname veröffentlicht wurde...) und viele andere unterzeichneten. Hier der Brief zusammen mit einer leicht bissigen Antwort.

95 Jahre Interpretenschutz? Ohne uns!

Die Kampagne scheint Erfolg gehabt zu haben. Am 16.7.2008 hat die EU-Kommission beschlossen, den Schutz von Tonaufnahmen von 50 auf 95(!) Jahre zu verlängern. Die Begründung dafür ist abenteuerlich:

Eine 95-jährige Schutzdauer würde verhindern, dass ausübende Künstler, die im Alter von 20 Jahren Platten aufgenommen haben, bei Erreichen ihres 70. Lebensjahres einem plötzlichen Einkommensausfall gegenüberstehen.

Quelle: Europa.eu, das "Portal zu den EU-Institutionen".

Wie man bei einer 50-jährigen Vorlaufzeit von einem plötzlichen Verdienstausfall sprechen kann ist uns rätselhaft, aber dieses Problem wurde ja nun gelöst. Hier gibt es auch andere Stimmen, wie z.b. den Country-Musiker Lyle Lovett, der nach eigener Aussage zwar fast 5 Millionen CDs verkauft hat, damit aber "keinen Cent" verdient hat. Womit er hingegen sehr gut verdient sind seine Auftritte. (Quelle: Yahoo News - leider nicht mehr verfügbar)

Wir fordern: Mehr Rechte für die Allgemeinheit!

Wir Piraten fordern, die kommerziellen Schutzrechte für Wissen und Kulturgüter zu beschränken, anstatt sie immer weiter auszuweiten. Der Versuch, die Verwertungsrechte auf 95 Jahre auszudehnen, wie es zur Zeit gefordert wird, mag zwar im Interesse der Rechteverwerter sein, ist aber definitiv nicht im Sinne der Allgemeinheit. Ebenso muss das Gewähren staatlicher Monopolrechte (Patente) deutlich stärker eingeschänkt werden, ein Thema, welches hier aber zu weit führen würde.
Interessanterweise halten sich auch die Rechteverwerter nicht immer hundertprozentig an Recht und Gesetz. So hat z.B. The Flashbulb sein letztes Album über BitTorrent zur Verfügung gestellt, nachdem es in einem der größten Online-Shops für Musik aufgetaucht war und verkauft wurde - ohne seine Genehmigung. (Quelle: TorrentFreak)

Wir fördern: Neue Ansätze

Ein zu den Anschauungen der Musikindustrie vollkommen anderer Ansatz geht von den Kreativen selbst aus. Statt möglichst viel Kontrolle über ihre Werke auszuüben und die eigenen Fans auch mal zu verklagen (ja, das kommt häufiger vor, als man denkt...), räumen sie jedem das Recht zum nicht-kommerziellen Kopieren ein. Darüber hinaus erlauben einige das Remixen, Samplen oder sogar kommerzielle Verwendung. Die einzige Bedingung, die immer erfüllt werden muss ist, dass die Urheber des Werkes genannt werden müssen. Eine weitere Forderung kann sein, dass ein neu erzeugtes Werk unter den gleichen Bedingungen wie das ursprüngliche Werk weitergegeben werden muss. Dieses Lizenzmodell nennt sich Creative Commons Lizenz (CC) und ist (je nach genauer Ausprägung) vergleichbar mit der GPL, unter der sehr viel Software frei zur Verfügung gestellt wird.

Rund um die CC hat sich mittlerweile ein großes Netzwerk aufgebaut. Es gibt Portale im Netz, die Künstlern eine Plattform bieten wie Jamendo und einen deutschlandweiten Wettbewerb, um die besten freien Musikstücke zu finden, den Open Music Contest des AStA Marburg.

Wenn du also das nächste Mal auf der Suche nach neuer Musik bist, schau einfach auf den hier verlinken Seiten vorbei, die Auswahl ist enorm und für jeden Geschmack ist etwas dabei.

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