Freedom & Free Beer - der Free! Music! Contest 2012

Freedom & Free Beer - Free! Music! Contest 2012

Unter dem Motto »Freedom & Free Beer« startet am 1. Juli 2012 der vierte Free! Music! Contest. Der Wettbewerb des Musikpiraten e.V. hat bereits internationale Bekanntheit in der Creative Commons-Musikszene erlangt, es beteiligen sich Bands von Venezuela bis hin zu den Philippinen. Während letztes Jahr der Fokus auf dem Ermöglichen von abgeleiteten Werken lag, steht dieses Jahr der Begriff »frei« im Mittelpunkt. Ab wann genau ist Musik »frei«? Reicht es, wenn für sie nichts bezahlt werden muss, sie also »frei wie Freibier« ist? Oder muss es erlaubt sein, sie auch zu verändern und zu verkaufen, ohne die Urheber zu entlohnen, wie es die Definition von »frei wie in Freiheit« der Free Software Foundation benutzt?

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»Diese Entscheidung können und wollen wir den Künstler nicht abnehmen. Aber wir wollen sie dazu anregen, darüber nachzudenken.« erklärt Christian Hufgard, 1. Vorsitzender der Musikpiraten, die Überlegung hinter dem Konzept. »Die Szene freier Musik ist groß. Manche Künstler wollen mit den Werken Werbung für sich machen, andere wollen dass ihre Werke für jederman frei nutzbar sind. Diese Vielfalt wollen wir auch im Wettbewerb widerspiegeln.«

Schirmherr

Schirmherr ist erneut der Science-Fiction Autor Cory Doctorow, der bereits 2010 als Pate zur Verfügung stand. Doctorow ist Mit-Autor des bekannten Blogs »Boing Boing und hat bereits für The Guardian, die New York Times, Publishers Weekly, Wired und viele andere Zeitungen, Magazine und Blogs geschrieben. Sein bekanntestes Werk ist der Roman »Little Brother«, der mittlerweile in Deutsch sowohl als Buch als auch als Hörbuch veröffentlicht wurde. 2008 war es auf Platz 8 der Bestseller-Liste der New York Times.

Regeln

Jede Band bzw. jeder Solo-Künstler kann genau ein Lied einreichen, das unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht wurde. Ist ein Künstler in mehreren Projekten tätig, kann er für jedes Projekt einen Titel einreichen.
Für einen Titel können Bonuspunkte »erworben« werden, indem mindestens eine Audiospur eines Songs bei ccmixter.org hochgeladen wird. Sowohl für das Hochladen als auch für jeden Remix bis zur Ende der Bewertungszeit gibt es einen Bonuspunkt. Zwei Bonuspunkte gibt es, wenn ein Video zum Song eingereicht wird.
Die Anmeldung ist bis zum 31. Juli 2012 möglich.

Nach der Anmeldephase wird eine Jury bis zum 31. August 2012 abstimmen, welche Songs auf den Sampler kommen werden.

Preise

Wie in den vergangengen Jahren wird wieder eine Doppel-CD produziert, randvoll gepackt mit den besten eingereichten Songs. Die Entscheidung hierüber obliegt einer Jury, die explizit darauf achtet, dass Beste aus jedem Genre herauszupicken – egal ob Thrash Metal, Pop, Trance, Hip Hop, Blues oder was auch immer.
Weiterhin werden Gutscheine im Wert von über 1.000 Euro unter allen Teilnehmer ausgelost - bereits die Bereitschaft seine Musik freizugeben soll belohnt werden!
Zu guter letzt wird es eine CD-Release-Party im Frankfurter Club Travolta geben, zu der alle Teilnehmer freien Eintritt erhalten.

Unterstützung

Sponsoren sind natürlich gerne gesehen. Ob ein Preis gestiftet wird, oder der Contest finanziell unterstützt wird, die Musikpiraten sind für alles offen. Ganz besonders freut sich der Verein über CD-Paten. Diese nehmen je 100 CDs für 250€ ab und verteilen sie dann, wie immer sie es für richtig halten. Sponsoren werden gebeten, sich bis zum 31. August 2012 über das Kontaktformular zu melden.

Bereits zugesagt haben ihre Unterstützung Creative Commons und die Piratenpartei.

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Kommentare (12)

[...] Jahre produzierte. In diesem Jahr reichte er seinen Song "Diese Stadt (ist ein Scheißdreck)" beim Free! Music! Contest ein und schaffte es mit seinem Indie-Gitarren-Pop prompt auf den [...]

Es wäre ja schon mal schön, wenn sich die Piraten mal des Themas Durchkopplung annähmen. Eine Creative Commons-Musikszene ist nämlich etwas anderes als eine Creative-Commons-Musikszene.

Es heisst aber nunmal "Creative Commons" und nicht "Creative-Commons".

Das ist egal, auch ein Max-Frisch-Roman oder ein Barrierefreies-Internet-Tutorial haben sich daran zu halten. ;)

[...] Musik: Nethis – Red Light (cc), Azoora feat. Gracieleta – Motionless (cc), Sexy Bicycle – Willow (cc), SummerMay – Star ©, PHOX – Clubs & Spades (cc), Café Jazz – Alles Beim Alten ©, Jose Travieso – Zombie Nation (cc) zum 2012er Contest [...]

[...] Travieso – Zombie Nation (cc) zum 2012er Contest « TRB 287: ec-Terminal, Vinyl, Nachrichten, Telefon, Railsgirls, [...]

Wettbewerbe gibt es viel zu wenige.
Wird die CD später verkauft bzw. verschenkt?
Wie hoch ist die Erst-Auflage?
Wem kommt das Geld, falls sie verkauft wird, zugute?
Wenn die CD verkauft wird oder zur Werbung dient sind CC BY-NC .. Lizenzen doch auch nicht möglich, oder? Vielen Dank!

Die CD wird verkauft - für maximal 2,50€/Stück. Die Auflage hängt davon ab, wie viele Vorbestellungen in großer Stückahl wir bekommen. Wenn mehr Geld reinkommt als wir ausgegeben haben, wird es dem Vereinszweck zugeführt. NC ist natürlich auch möglich, denn NC heisst ja nicht, dass keine Kopien verkauft werden dürfen sondern nur, dass Dritte das nicht ohne Genehmigung dürfen.

So ganz sauber ist das aber nicht, als Aushängeschild ein alternatives Projekt zu machen, bei dem die Künstler gar nicht an eventuellen Gewinnen beteiligt werden. Das hätte es mit der Gema so nicht gegeben.
Ich kann mir schon vorstellen, dass das alles Arbeit ist, und die Gewinne aus der Verlosung und die Party einiges an Geld kosten und vermutlich eh am Ende nichts übrig bleibt.
Aber mal angenommen, die Leute kommen auf den Geschmack und kaufen 100.000 Cds, dann sitzt ihr da auf 200.000 Überschuss... das wäre eine 5 stellige Summe für jede Band.
Glaubt ihr, die Künstler finden es angemessen, an einer Verlosung von Gewinnen im Wert von 1000,- teilzunehmen, die sogar jemand gewinnen kann, der nicht auf dem Sampler ist, anstatt ihren Anteil ausgezahlt zu bekommen?
Künstler bekommen regelmäßig professionelle Dienste angeboten: Labelvertrag gegen Cash, Konzerte und Contests gegen Cash und auch Sampler gegen Cash (!jawoll, die Künstler zahlen). Und wenn man gerade mal nicht zahlen muss, dann kann man doch wenigstens umsonst auftreten und seine Musik umsonst weggeben.
Wenn jetzt als Antwort kommt, dass das alles für einen guten Zweck ist und sonst gar nicht möglich wäre, alles der Kreativität und Kunst und Kultur dient und zum Nutzen der Künstler ist, auf keinen Fall jedoch etwas an den Bedingungen geändert wird, dann sehen jetzt alle, in welcher Verhandlungsposition sich die Künstler befinden und warum Verwertungsgesellschaften nicht nur böse sind.

Freie Musik hat, anders als freie Software, nicht Expertenwissen, Feature Requests und Service, die nach Verbreitung des Werkes zur Einnahmequelle werden.
Wovon also sollen Künstler leben? Diese Frage sollte man beantworten, wenn man in 20 Jahren noch ausreichend hauptberufliche Künstler haben will. Die Gema trägt selbstverständlich ihren Teil dazu bei, indem sie Gelder von unten nach oben verteilt, nur Personen, anstatt einzelner Werke schützt und CC Lizenzen nicht anerkennt bzw. die Rechteinhaber nicht vertritt. Sie sorgt dennoch dafür, dass ihre Mitglieder nicht zu anderen als den Gema-Bedingungen über den Tisch gezogen werden und nicht jeder Veranstalter und jede Samplerpresse ausgerechnet für die Künstler gerade nicht zahlen können. Die alleinige Aufforderung die Werke freizugeben, sich dadurch von der Gema zu verabschieden, ohne jedoch eine Alternative Einnahmequelle zu nennen und zu etablieren, lässt die Künstler ins offene Messer laufen.
Die Kritik richtet sich jetzt nicht speziell gegen den Contest, der ist eine feine Sache. Ich bin nur immer wieder erstaunt, wie normal es ist, alle zu bezahlen (fürs Pressen zahlt ihr doch auch, oder gibt's ein Presswerk, das das für einen guten Zweck umsonst macht?) nur die Künstler nicht. Jetzt zu propagieren die Werke freizugeben und gleich erstmal Gebrauch vom nicht vorhandenen Gema Schutz zu machen und sich eventuelle Gewinne zu sichern, zeigt, dass auch wohlwollende Vereine und Verwerter keine Hemmungen haben, sich die Gewinne einzustreichen, ohne die Künstler zu beteiligen und das ganze auch noch als Künstlerförderung zu verkaufen.

> So ganz sauber ist das aber nicht, als Aushängeschild ein alternatives
> Projekt zu machen, bei dem die Künstler gar nicht an eventuellen
> Gewinnen beteiligt werden. Das hätte es mit der Gema so nicht
> gegeben.

Natürlich nicht. Denn die GEMA ist ja ein wohltätiger Verein, der den Reichen nimmt und den Armen gibt.

> Ich kann mir schon vorstellen, dass das alles Arbeit ist, und die
> Gewinne aus der Verlosung und die Party einiges an Geld kosten und
> vermutlich eh am Ende nichts übrig bleibt.

So schauts aus.

> Aber mal angenommen, die Leute kommen auf den Geschmack und
> kaufen 100.000 Cds, dann sitzt ihr da auf 200.000 Überschuss... das
> wäre eine 5 stellige Summe für jede Band.

Dann müssen wir nur noch 100.000 CDs produzieren - statt maximal 4.000. Und sollten wir 100.000 Downloads von dem Sampler haben, werden wir das Geld entsprechend dem Vereinszweck einsetzen - so wie es bei der Anmeldung steht.

Abgesehen davon verstehe ich deine Zahlen nicht. Wenn wir 100.000 CDs á 2,50€ produzieren nehmen wir 250.000€ ein. Bei Produktionskosten von 1,50€/CD wären das 100.000€ Gewinn. Und dann kommt bei 250k Umsatz auch das Finanzamt an, Umsatzsteuer und so. Und wir müssen jemand dafür bezahlen, dass er sich um den Versand kümmert. Es ist ja nicht ganz ohne Grund, dass CDs normalerweise nicht für 2,50€ verkauft werden.

> Glaubt ihr, die Künstler finden es angemessen, an einer Verlosung von
> Gewinnen im Wert von 1000,- teilzunehmen, die sogar jemand
> gewinnen kann, der nicht auf dem Sampler ist, anstatt ihren Anteil
> ausgezahlt zu bekommen?

Ja, denn sonst würden sie es nicht machen. Wir könnten natürlich auch eine Anmeldegebühr nehmen. Sagen wir 50€ / Band, dann könnten wir auch die Grafikerin bezahlen. Und natürlich mich. Die Jury hätte sicher auch gerne Präsentkörbe oder so.

Zur Zeit freuen wir uns, wenn wir auf Null rauskommen.

> Künstler bekommen regelmäßig professionelle Dienste angeboten:
> Labelvertrag gegen Cash, Konzerte und Contests gegen Cash und auch
> Sampler gegen Cash (!jawoll, die Künstler zahlen). Und wenn man
> gerade mal nicht zahlen muss, dann kann man doch wenigstens
> umsonst auftreten und seine Musik umsonst weggeben.

Und wo genau ist da jetzt der Bezug zu unserem Projekt?

> Wenn jetzt als Antwort kommt, dass das alles für einen guten Zweck ist
> und sonst gar nicht möglich wäre, alles der Kreativität und Kunst und
> Kultur dient und zum Nutzen der Künstler ist, auf keinen Fall jedoch
> etwas an den Bedingungen geändert wird, dann sehen jetzt alle, in
> welcher Verhandlungsposition sich die Künstler befinden und warum
> Verwertungsgesellschaften nicht nur böse sind.

Hä?

> Freie Musik hat, anders als freie Software, nicht Expertenwissen,
> Feature Requests und Service, die nach Verbreitung des Werkes zur
> Einnahmequelle werden.
> Wovon also sollen Künstler leben? Diese Frage sollte man beantworten,
> wenn man in 20 Jahren noch ausreichend hauptberufliche Künstler
> haben will. Die Gema trägt selbstverständlich ihren Teil dazu bei, indem
> sie Gelder von unten nach oben verteilt, nur Personen, anstatt
> einzelner Werke schützt und CC Lizenzen nicht anerkennt bzw. die
> Rechteinhaber nicht vertritt. Sie sorgt dennoch dafür, dass ihre
> Mitglieder nicht zu anderen als den Gema-Bedingungen über den Tisch
> gezogen werden und nicht jeder Veranstalter und jede Samplerpresse
> ausgerechnet für die Künstler gerade nicht zahlen können. Die alleinige
> Aufforderung die Werke freizugeben, sich dadurch von der Gema zu
> verabschieden, ohne jedoch eine Alternative Einnahmequelle zu
> nennen und zu etablieren, lässt die Künstler ins offene Messer laufen.

Man wird als Urheber also automatisch reich, wenn man der GEMA beitritt? Interessantes Konzept.

> Die Kritik richtet sich jetzt nicht speziell gegen den Contest, der ist eine
> feine Sache. Ich bin nur immer wieder erstaunt, wie normal es ist, alle
> zu bezahlen (fürs Pressen zahlt ihr doch auch, oder gibt's ein
> Presswerk, das das für einen guten Zweck umsonst macht?) nur die
> Künstler nicht. Jetzt zu propagieren die Werke freizugeben und gleich
> erstmal Gebrauch vom nicht vorhandenen Gema Schutz zu machen
> und sich eventuelle Gewinne zu sichern, zeigt, dass auch wohlwollende
> Vereine und Verwerter keine Hemmungen haben, sich die Gewinne
> einzustreichen, ohne die Künstler zu beteiligen und das ganze auch
> noch als Künstlerförderung zu verkaufen.

Ok, du findest den Contest also fein, aber der Verein bereichert sich dabei hemmungslos an den Künstlern. Sorry, aber bei dir ist ein Realitätscheck mehr als überfällig.

Super gut, dass es den FMC dieses Jahr gibt. Allerdings fehlt mir hier noch ein bisschen die Erläuterung, wie die Prozedur nach dem Anmelden bzw. Hochladen des Songs läuft. Gibt es nur eine Jury oder auch eine Votingphase. Vielen Dank.

Danke für den Hinweis, habe den Text ergänzt. Die genauen Details zum Hochladen sind dann auf der Anmelde-Seite zu finden. :)

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