LHCSound: Wenn Teilchenbeschleuniger rocken [Update]

Abgelegt unter:
Kurz-URL: http://mkzä.de/453

LHC/Physik kann sehr abstrakt sein, um so mehr, wenn es um Teilchenphysik geht. In der Hoffnung, dieses doch sehr spezielle Thema für die Allgemeinheit etwas interessanter zu machen hat eine Gruppe aus Teilchenphysikern, Komponisten, Künstlern und Software-Entwicklern das LHCSound-Projekt ins Leben gerufen. Ziel des ganzen: Teilchenkollisionen aufgenommen im LHC hörbar machen.

Was dabei erzeugt wird, erinnert stark an Werke von Johannes Kreidler wie z.B. Charts Music und ist weit davon entfernt, chartstauglich zu sein. Sonifikation wird diese Art der Transformation von Informationen im Fachjargon genannt: Daten werden akkustisch dargestellt. Das hierfür bekannteste Beispiel dürfte die Einparkhilfe im Auto sein, hier wird Abstand in Form von schneller werdenden Piepsern dargstellt.

Zur Zeit gibt es vier Klanggruppen auf der Webseite zu hören:

* Der Zerfall eines Higgs-Bosons. Diese Nachzuweisen ist eine der Hauptaufgaben des LHCs. Kein sehr beeindruckender Klang für das wahrscheinlich wichtigste Teilchen, erst durch Modulation mit fliessendem Wasser gewinnt er an klanglicher Fülle.
* Echtzeitkollisionen in Klaviermusik umgesetzt.
* Sweeps des ATLAS-Detektors.

Abgesehen von dem Ziel, Nicht-Physiker für die Experimente am LHC zu begeistern, soll auch der Austausch zwischen Künstlern und Wissenschaftler gefördert werden. Dabei schwingt auch ein wenig die Hoffnung mit, über die Sonifikation eine neue Analysetechnik für die anfallenden Datenberge zu gewinnen und so auch neue Interpretationsmöglichkeiten zu erhalten.

Die Webseite des Projekts hat leider einen großen Nachteil: Sie ist komplett Flash-basiert. Die Navigation wird dadurch nicht umbedingt einfacher.

Update:
Auf Rückfrage schrieb Lily Asquith, dass alle Sounds auf der Webseite zum Rauschen und Remixen freigegeben sind. Auf der neu gestalteten Webseite ist nicht nur eine Download-Sektion sondern auch ein hübscher CC-BY-Button.

Trackback URL for this post:

http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/trackback/453
Noch keine Bewertungen

Kommentare

Tjo. Tolle Idee... klingt nur scheiße. ;o)

Ernsthaft: Die Instrumente sind leider Kacke, das hätten sie in "Reinform" als MIDI-File oder so anbieten sollen. So bleibt es ja nur Gebimmel. Mir jedenfalls fällt da nicht ein, wie ich das schön remixen soll. Für Minimal z.B., wo es schön zur Geltung käme sind wie gesagt die Synths nicht gut genug.

Schlag ihnen das doch einfach vor. :)

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <blockquote> <h2> <h3> <i>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • bar

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen

CAPTCHA
Diese Frage dient dazu festzustellen, ob Sie ein Mensch sind, und um automatisierte SPAM-Beiträge zu verhindern.
Image CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.

Bewerte dies

Your rating: Keines Average: 4.5 (2 votes)

Projekte

Artikel

Interviews

Informationen