Magnatune aktualisiert Geschäftsmodell
Vor wenigen Tagen hat John Buckman, der Chef von Magnatune, einem der ersten auf dieser Seite vorgestellten Projekte, in einem Blogbeitrag den Relaunch von Magnatune verkündet. Einige der für das Portal unprofitableren Möglichkeiten fallen weg, andere werden geringfügig verändert. Buckman ist zuversichtlich, dass dieser Schritt der richtige ist, sowohl für Magnatune und seine Kunden, als auch für die dort vertretenen Künstler.
Mehrere Optionen sind wegfallen: Sowohl der Verkauf von einzelnen Alben über die Seite als auch der Verkauf von Lizenzen für kommerzielle Nutzung, das Streaming-Abo und der Verkauf von CDs. Beim Verkauf von einzelnen Alben wird ein fester Preis von 12$ / Download angesetzt.
Mit den Änderungen wird der Tatsache Rechnung getragen, dass mittlerweile 74% der Einnahmen von Magnatune aus Download-Mitgliedschaften stammen. Dies wird in den beiden folgenden Grafiken deutlich:

Verhältnis der Einnahmen von bezahlten Album-Downloads zu Mitgliedschaften

Absoluter Anteil der Mitgliedschaften am Geschäftsergebnis
Wieso die Änderungen?
Diese Grafiken interpretiert Buckman so, dass die Kunden von Magnatune wenig Wert darauf legen, einzelne Alben zu kaufen, sie wollen den unbegrenzten Zugriff auf den Produktkatalog - und sind bereit, dafür zu bezahlen.
Der Schritt weg vom Verkauf physischer CDs stellt für ihn auch keinen großen Schritt dar. Der CD-Lieferant wurde in letzter Zeit, wahrscheinlich aufgrund finanzieller Probleme, immer unzuverlässiger und die Einnahmen aus dem CD-Verkauf machten nur noch 4% aus, Tendenz fallend. Laut Buckman laden Magnatune-Kunden die WAV-Dateien runter und brennen die CDs dann selber.
92% der Kunden haben sich für die Download-Mitgliedschaft entschieden, obwohl sie doppelt so teuer war, wie die Streaming-Mitgliedschaft. Dabei wurde ein Preis von durchschnittlich 15,08$/Monat gezahlt. In Zukunft wird ein fester Preis von 15$ angesetzt. Bestehende Verträge der Streaming-Mitgliedschaften werden weiterlaufen, aber das Angebot als solches wird nicht mehr auswählbar sein.
Was bleibt gleich?
Zwei Dinge werden sich nicht ändern:
- Nach wie vor werden 50% der Einnahmen an die Künstler ausgezahlt. Die Musik wird weiterhin DRM-frei und Creative-Commmons-lizenziert verkauf.
- Es werden weiterhin kommerzielle Lizenzen angeboten. Dieser Service wird aber in den nächsten Monaten auf anderes Projekt (iLicenseMusic.com) ausgelagert.
John Buckman beschliesst seinen Blogpost mit einem positiven Blick in die Zukunft:
I'm personally really excited with the change, because 4 years ago I noticed that our download sales were declining, and it wasn't until 2 years ago that I finally figured out what people wanted. Magnatune has been going since 2003, and the future looks rosy.
Mit den Änderungen setzt Magnatune konsquent den eingeschlagenen Weg fort, der faire Umgang mit Künstlern und Kunden steht nach wie vor im Mittelpunkt. Unrentable Verdienstwege werden zugunsten von den profitablen abgetrennt. Die Abkehr vom selbst wählbaren Betrag (Mindestsumme 10$) für die Mitgliedschaft hin zu einem festen Preis ist sicherlich gewagt, aber das Risiko ist in Hinblick auf den, aus den vergangenen Jahren errechneten, Durchschnittsbeitrag eher gering.
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