SACEM erlaubt Creative Commons-Lizenzen

Abgelegt unter:
Kurz-URL: http://mkzä.de/1475
SACEM + Creative Commons

Nach BUMA/STEMRA (Niederlande), KODA (Dänemark) und STIM (Schweden) hat jetzt das französische GEMA-Pendant SACEM ein 18-monatiges Pilotprojekt zur Nutzung von Creative Commons-Lizenzen gestartet. Der Wunsch der Künstler nach einem von ihnen selbst bestimmten Verwertungsmodell wird dort also vorerst nicht mehr ungehört verhallen. Bisher galten dort, wie auch bei der GEMA, ausschließlich Buy-Out-Verträge, über die an allen Werken die entsprechenden Verwertungsrechte abgetreten wurden.

Analog zu den anderen Pilotprojekten können nun einzelne Werke unter eine der drei Nicht-Kommerziellen CC-Lizenzen gestellt werden. Die Beschränkung auf diese Lizenzen hat für Künstler - und SACEM - den Vorteil, dass weiterhin Abgaben für die kommerzielle Nutzung gesammelt und ausgeschüttet werden, während z.B. das Tauschen im Internet legal möglich ist. Je nach gewählter Lizenz dürfen auch gebührenfrei Remixe erstellt und veröffentlicht werden.

Bernard Miyet, Präsident des SACEM-Vorstands, betont, dass dies ein Gleichgewicht zwischen dem Wunsch nach nicht-kommerziellem Tauschen von Musik und der Notwendigkeit der Vergütung kommerzieller Nutzung darstellt:

Diese Vereinbarung zeigt die Bereitschaft der SACEM, sich an die Gewohnheiten einiger ihrer Mitglieder, vor allem der Nutzung im digitalen Umfeld, anzupassen. Es ist ein Vorteil für Autoren, Komponisten und Verlage die nun, wenn sie es wollen, ihre Werke im nicht-kommerziellen Umfeld bewerben dürfen, dabei aber die Möglichkeit behalten, eine gerechte und nachhaltige Vergütung für die Nutzung ihrer Werke zu erhalten. Ich bin stolz, diese ausgewogene Vereinbarung erreicht zu haben, die den Erwartungen vieler Urheber entspricht.

Auch auf Seiten der Creative Commons ist man voll des Lobes. Paul Keller, Creative Commons-Mitglied aus den Niederlanden, schreibt

Creative Commons ist erfreut zu sehen, dass SACEM ihren Mitglieder erlaubt, Creative Commons-Lizenzen zu nutzen und ihnen so mehr Flexibilität ermöglicht, um sich an das Digitale Zeitalter anzupassen. Wir hoffen, dass das Pilotprojekt nicht nur von Urhebern in Frankreich angenommen wird, sondern auch als als Inspiration für andere Verwertungsgesellschaften dient, von deinen die meisten ihren Mitgliedern die Nutzung von CC-Lizenzen noch vollständig verbieten.

Weiterführende Informationen inklusive einer FAQ gibt es im Creative Commons-Wiki, aus der Seite von Creative Commons Frankreich und bei der SACEM.

Es lohnt sich, die FAQ zu lesen, dort wird wieder einer der Schwachpunkte der Creative Commons-Lizenz deutlich: Die fehlende Definiton kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung. Hier wird seit Jahren nach einer Linie gesucht, vielleicht wird diese bei der jetzt in der Entwicklung befindlichen vierten Ausgabe der Lizenzen gefunden. Zur Nutzung auf Webseiten mit Werbung heisst es im Rahmen dieses Piloten nun explizit, diese werde immer als kommerziell angesehen, unabhängig davon, ob diese Banner Gewinne erwirtschaften oder nur dazu beitragen, die Kosten zu decken.

Deine Bewertung: Keine Durchschnitt: 2 (4 votes)

Ein Kommentar

[...] freizugeben. Die peruanische Creative Commons-Organisation hat in ihren FAQ, auf den Artikel SACEM erlaubt Creative Commons-Lizenzen verlinkt um zu zeigen, dass es auch anders geht. [...]

[...] Es gibt nämlich einige Gründe, die für uns Mala Hierbas gegen eine GEMA-Mitgliedschaft sprechen. Ich kann aber nur für mich selbst sprechen. Zum einen ist da die, von uns so empfundene, Bevormundung durch die GEMA, die uns, wenn wir Mitglieder wären, z.B. nicht selber entscheiden lassen würde, welche Lieder wir uns durch die GEMA vergüten lassen wollten und welche nicht, da wir diese z.B. als Creative-Commons Musik frei auf unseren Webseiten oder Jamendo o.Ä. verbreiten wollen würden (Das es auch anders geht beweisen andere Verwertungsgesellschaften z.B. in Frankreich und den Niederl...). [...]

Artikel

Projekte

Interviews

Informationen