GEMA verklagt Musikpiraten e.V. wegen Nutzung eines Creative Commons-Songs [Update]

GEMA vs. Musikpiraten

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) verklagt den gemeinnützigen Musikpiraten e.V. wegen der Produktion einer CD mit unter Creative Commons-Lizenzen veröffentlichter Musik. Bei einem der veröffentlichten Titel verweigerte die GEMA die Bestätigung, dass der Song GEMA-frei ist, und verklagt nun den Verein vor dem Amtsgericht Frankfurt. Die Musikpiraten begrüßen diesen Schritt, da so die Gültigkeit der CC-Lizenzen im Zusammenhang mit pseudonymen und anonymen Veröffentlichungen erstmalig in Deutschland gerichtlich geklärt werden wird.

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Der frühe erster Termin blieb ohne Ergebnis. Die Urteilsverkündung ist auf den 27. August 2012 festgesetzt - beide Seiten haben angekündigt, Revision einzulegen, sollten sie unterliegen.
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Unter dem Motto »FreeMixter« hatte der Verein Juli 2011 zum dritten Mal zu seinem Musikwettbewerb aufgerufen. Gewinnen konnten die Teilnehmer unter anderem die Veröffentlichung ihrer Songs auf einer CD, die in einer limitierten Auflage von 2.000 Stück handnummeriert wurde.

»Die GEMA betont immer wieder, dass Creative Commons-Lizenzen nicht mit ihrem Vertragsmodell vereinbar sind. Trotzdem will sie von uns jetzt Geld für die Produktion einer CD haben, die ausschließlich CC-Material enthält. Ich gehe davon aus, dass das Gericht diese Forderung der GEMA um die Ohren hauen wird«, kommentiert Christian Hufgard, Vorsitzender der Musikpiraten, die Klage.

In der Klageschrift behauptet die GEMA, sie vertrete das gesamte Weltrepertoire an geschützter Unterhaltungs- und Tanzmusik. Nach Ansicht der Musikpiraten ist dies nachweislich falsch, denn die GEMA hat mit weniger als 70 Verwertungsgesellschaften weltweit Wahrnehmungsverträge abgeschlossen. Auch gibt es zahlreiche Portale im Internet, die explizit Musik von Urhebern anbieten, die keine Verwertungsrechte an die GEMA abgetreten haben. Beispiele hierfür sind jamendo.com (über 350.000 Titel), magnatune.com (über 15.000 Titel) und ccmixter.org (über 25.000 Titel). Auf ccmixter.org wurde am 28. Dezember 2010 der Song »Dragonfly« veröffentlicht, über den Anfang Juli in Frankfurt verhandelt werden wird.

»Dragonfly« wurde unter dem Pseudonym »Texas Radio« zum Wettbewerb eingereicht. Dieses Pseudonym wird von den Musikern Electronico und ElRon XChile genutzt, die beide nicht wünschen, dass ihre bürgerliche Identität mit ihrer Tätigkeit als Musiker in der Band texasradiofish verknüpft werden kann. Das deutsche Urheberrechtsgesetz sieht explizit die Möglichkeit der pseudonymen und anonymen Veröffentlichung vor und gewährt so veröffentlichten Werken eine 70-jährige Schutzfrist. Innerhalb dieser sind auch die Lizenzbedingungen der Creative Commons-Lizenzen nach Ansicht der Musikpiraten voll gültig – was eine Lizenzforderung der GEMA kategorisch ausschließt.

»Die Begründung der GEMA, sie könne aufgrund der Nutzung eines Pseudonyms keine Überprüfung vornehmen, ist auch nachweislich falsch. Bereits bei der Anmeldung können Urheber ein Pseudonym angeben, das für die so genannten Einzeichnungen verwendet wird. Wenn ein Pseudonym nicht in Datenbank der GEMA gefunden werden kann, dann darf sie dafür auch kein Geld verlangen«, erläutert Hufgard.

Trotz der anstehenden Klage wird auch 2012 wieder ein Free! Music! Contest durchgeführt werden. Für die am 1. Juli startende Runde konnte der bekannte Schriftsteller Cory Doctorow als Schirmherr gewonnen werden. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Autor veröffentlicht seine Werke seit Jahren unter Creative Commons-Lizenzen und bietet sie direkt auf seiner Webseite zum kostenlosen Download an.

Update: Alle Infos für den 2012er-Contest gibt es hier!

Kommentare (39)

Ja, es ist dringend Zeit, etwas zu ändern. Und ich finde die Diskussionen hier sehr gut, wenn sie dazu dienen, das Bewusstsein eines jeden einzelnen zu schärfen, für die Dinge, um die es geht. Der Hinweis der Rechtslage trifft es allerdings auf den Kopf. Ja, die GEMA handelt bei der staatlich legitimierten Vermutung nach deutschen Recht. Recht, Urteil und Gerechtigkeit sind aber Begriffe, wie es jeder ehrliche Jurist erklärt, die absolut nichts miteinander zu tun haben! Das ist ernüchternd, und ich kann die Wut aller verstehen. Wir stehen hier zunächst machtlos vor einer Politikmaschine, die uns wie Marionetten benutzt, um die Industrie zu befriedigen. Und das, weil '"unsere" Politiker (meine sind es nicht, ich habe keine!) nur die Interessen der Industrie bedienen. Schon oft ist der Satz gefallen: "Wir wollen die Industrie nicht verärgern." Klar will "man" das nicht. Es könnten ja Steuereinnahmen und Schmiermittel ausbleiben!

Wir erwarten Rechtsempfinden. Aber Rechtsempfinden und solche Politiker - ist das nicht ein Widerspruch? Macht versaut den Charakter, macht arrogant, größenwahnsinnig und stumpft ab. Alpha-Tiere in Marmorpalästen, fern der Realität, leben in einem Paralleluniversum und haben keinen blassen Schimmer von unserer Lage. Wir "sind" ihre nützliche Idioten, die sich abstrampeln dürfen wie der Käfer, der am Ende immer nur wieder auf dem Rücken landet.

GEMA-Vermutung! Steinzeit live! Ein Recht das auf Vermutungen fußt! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen (oder lieber nicht!). Was im Extremfall bei vermutungsgestützten "Lösungen" herauskommt, lehren uns u. a. Deutschlands traurige Vergangenheit und unzählige Unschuldige, die aufgrund von Vermutungen in Ausübung staatlich angeordneter Rache auf dem elektrischen Stuhl gegrillt wurden, oder qualvoll vergast, oder zu Tode gespritzt wurden. Nur weil fehlentwickelte Hirne ihre skurrilen Fantasien (Vermutungen ) durchsetzen, ausleben dürfen. Auch das nennen sie Politik.

Nach allem was man heute durch die Wissenschaften der Hirnforschung und Psychologie über das dynamische Eigenleben und die Fehlerhaftigkeit des menschlichen Gehirns weiß, dürfte es eine Streitindustrie (man verkauft sie uns unter dem Begriff "Justiz" und spricht dabei von Recht) überhaupt nicht geben!

Denn Vorsicht! Im Vermutungsfall sind Richter also Vermuter - um hier beim Fall GEMA zu bleiben. Vermuten heißt für mich, sich etwas ausdenken. Ja, wirds denn wohl gehen?! Da denkt sich - unter 8 Milliarden Erdenbürgern - ein einzelner, den der Machthunger in die Richterrobe trieb, etwas aus, und spricht in dieser Vermutung ("Auffassung des Gerichts") ein Urteil! Im Namen des Volkes.

Ergo: Der Richter vermutet, dass die GEMA richtig vermutet hat und gibt ihr Recht. Welches Recht? Nein, es steht nicht im Gesetzbuch, klar nachlesbar in Paragraphen. Im Urteil heisst es dann:

"Das Gericht war der Auffassung...."

Eine Umschreibung in Herrensprache für die Tatsche: "Ich, der Richter habe mir ausgedacht, dass die Komposition, die der Musiker, Mr. Nobody, komponiert hat, zum GEMA-Repertoire gehört. Dass dieser linkische Machtmensch vielleicht sogar im Geiste unterstellt, ein solch unscheinbarer Typ wie Mr. Nobody könne ohnehin gar nicht komponieren, wird man nie erfahren.

Für den weniger Informierten mag das absurd klingen. Das tat es vor einigen Jahrzehnten für mich auch. Erfahrungen mit dem Landgericht Berlin und Amtsgerichten haben einprägsam gezeigt, zu was die deutsche Rechtsprechung fähig ist. Nach anwaltlicher Meinung sei das Berliner Landgericht bemührt, das Urheberrecht zu beschneiden.

Es ist wichtig zu wissen: Der Einfluss eines jeden Einzelnen ist sehr gering, endet praktisch 10 Meter nach der Haustür. Wir benötigen unsere Energie für unsere Musik, Kunst, Hobby oder Lebenswerk - was immer es für den Einzelnen bedeutet. So ist es eben auch wichtig, das wir unsere Energien eben NICHT im Kampf gegen Windmühlen vergeuden. Vielmehr sollten wir, die Betroffenen, sowie alle, die unterstützen wollen - eine gute Strategie entwickeln.

Aber Vorsicht! Die "Maffia" ist überall; Musikmaffia, Finanzmaffia, Justizmaffia, Staatsmaffia! Beide letzteren haben unseren Kollegen, Michael Schäffer, mithilfe der Staatsanwaltschaft in den Selbstmord getrieben. Ein Marburger Professor, der Michael kämpfend zu Seite Stand, konnte das nicht verhindern. Er wurde später ebenfalls schikaniert (warum wohl?). Das von Michael im Netz veröffentlichte "Pechbuch" (500 Seiten) wurde beseitigt, wie auch seine Homepage! Freunde haben eine Ersatzpage nach seinem Tod für ihn eröffnet. Googelt mal nach "Michael Schäffer" und "Pechbuch").

Ergo: Wer es wagt aufzumucken, wir in diesem Land fertig gemacht. Und es stellen sich bei mir noch heute die Nackenhaare auf.

Mir ist klar geworden:
Nur die Masse kann etwas bewegen, der Einzelne wird kaltgestellt. "Lichtscheues Gesindel" muss man an den Haaren ans Licht zerren! ALLES MUSS RAUS! Die Wahrheit darüber, was die GEMA, wie sie von Politik und "Rechtsprechung" unterstützt wird. Alles das muss öffentlich angeprangert werden! Immer, fortwährend und überall.

TIPP: Ein Internetradio, das 24 Stunden alles dies tut.

Warum schreiben wir nicht einen offenen Brief an die zuständigen Politiker? Veröffentlichen den als Video im Netz? Es wird doch sicherlich auch einen Anwalt in unseren Reihen geben, der eine solche Aktion beraten könnte - in seinem eigenen Interesse als Autor?

Wenn ich eine geringe Chance sehe, an diesen verheerenden Umständen etwas zu ändern, dann nur mit PERMANENTEN Druck von allen Seiten - im Sinne des Wortes (Webseiten, Zeitungsseiten, Flyer, Podcast, Video, Anwälte, Musikern etc.) auf die Politiker.

Anstatt sich viele Nächte um die Ohren zu hauen, und sich dabei in nutzlosen Lamentis zu erregen, könnte man ganz simple aber wirksame Videos kontra GEMA in jeder gesellschaftlich vertretbaren Form kostenlos produzieren (Dias und Musik) und die "Werke" überall ins Netz bringen.

Mit jedem Aufruf, mit jeder neuen Enthüllung wächst der Druck auf die Politik und GEMA. Ich meine, das wäre eine Überlegung wert.
Schon jetzt sagen viele Autoren: Mein Eigentum kommt auf meine Homepage und überall ins Netz. Soll die GEMA mich doch verklagen...

Satirische Anmerkung:
Vielleicht kommt dann ja noch ein ganz Durchgeknallter aus dem Herrschaftsbereich und fordert ein geistiges KZ für Freiheitskämpfer des musikalischen Eigentums. Dann wäre auch auf diesem Gebiet der "ganz normale Wahnsinn" in Blödland perfekt! Jedenfalls sind ja Politik und GEMA bereits auf dem Wege, uns in einer wie auch immer gearteten Form zu enteignen... mal nachdenken...

Unsere lieben Freunde von der GEMA treiben regelmäßig Labelbetreiber in den Wahnsinn, weshalb viele Untergroundlabels ausschließlich Bands bzw. Projekte auflegen, die nicht bei dem Verein gemeldet sind und dies zurecht. Heißt, einfach nur Bands/ Projekte verlegen, welche die GEMA ebenfalls ablehnen und alle Probleme sind gelöst! PS: Wer bei der GEMA gemeldet ist, gehört faktisch in die Kategorie Mainstream!

Die gemacht verkauft doch Lizenzen fûr Musik ist in diesem Sektor Marktführer und nach eigenen angaben Monopolist. Greift hier nicht eigentlich dann das kartellrecht?
Dies stellt doch einen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung Dar, mit dem offenkundigen Ziel ein unanfechtbar Monopol aufzubauen.

Das kartellrecht greift zwischen Unternehmern und "anderen Marktteilnehmern". Die Gema ist aber vereinsrechtlich organisiert und darf deshalb nicht gewerblich handeln. Ob sie das nicht doch tut, sei dahingestellt; offiziell werden die Einnahmen ja größtenteils wieder ausgeschüttet... Jedenfalls greift das Kartellrecht aufgrund der Rechtstellung der Gema einfach nicht. Zudem ist die Gema ja im Urhebrrechtswahrnehmungsgesetz gesetzgeberisch legitimiert und nimmt quasi-öffentlich-rechtliche Aufgaben wahr, weswegen auch deshalb zivilrechtliche Normen wie das kartellrecht wohl nicht greifen.

wie ist das eigendlich mit der CD abgabe ... kann man die sich wieder holen wenn man nachweisen kann das auf einer CD nur CC werke drauf sind?

In dem Fall musst du sie ja gar nicht erst zahlen. Oder meinst du die Pauschalabgaben auf Leermedien und co?

ja ich meinte die "Leergut" abgabe, die ja eigendlich das kopieren von geschützten sachen erlauben soll.

wenn die CDs die die MusikPiraten verkaufen sowieso CC musik ist, könnten dann die MusikPiraten das geld was sie beim kaufen der Rohlinge bezahlt haben zurück bekommen?

Wir haben keine Leermedien gekauft, sondern CDs pressen lassen. :)

Danke für den Link, ist einer guter Beitrag.

Ich gehe mal nur auf den Punkt Vertrag in Verbindung mit Klarnamen/Realnamen ein.

Man muss hier trennen zwischen "Wie werde ich Mitglied" und "Wie erkenne ich, dass ein Künstler Mitglied der Gema ist".

"Wie werde ich Mitglied?"
Richtig ist, dass der Klarname in einem Vertrag auch mit der Gema auftauchen muß. Punkt. D.h. die Künstler Electronico und ElRon XChile aka Texas Radio müssen sich mit dem Klarnamen bei der Gema anmelden (unabhängig davon ob man das überhaupt machen sollte, es zwingt einen ja keiner). Vertrag ist Vertrag und laut Vertragsrecht muss eine juristische Person den Klarnamen oder Firmierung angeben. Alles Andere macht keine Sinn.

"Wie erkenne ich, dass das Gut eines Künstler durch die Gema vertreten wird?"
Hier reicht es Author (Künstlername) und Titel eine Liedes anzugeben. Ist der entsprechende Titel in der Datenbank, wird das Lied durch die Gema verwertet, sonst nicht Punkt.
Natürlich kann es hier zu Überschneidungen kommen. D.h. Zwei durch die Gema vertretene Stücke haben den gleichen Author und den gleichen Titel, stammen aber von zwei verschiedenen Personen. Dieser Fall ist aber vernachlässigbar, da 1) das selten vorkommt und 2) man noch andere Kriterien zur Unterscheidung heranziehen kann (Jahr der Veröffentlichung, Länge des Stücks). Und selbst wenn dann immer noch nicht unterschieden werden kann, ist der eingetretene Fall unwahrscheinlich selten und ist wie gesagt vernachlässigbar.

Und noch eine persönliche Meinung zur Gema.
Es wurde hier erwähnt, dass die Aktualität des Liedgut-Katalogs seitens der Gema nicht garantiert werden kann. (siehe: James (nicht überprüft) - Do, 06/28/2012 - 10:14.)

Was mich massiv an dem Auftreten der Gema stört ist dieses absolute "Alles-oder-Nichts-Prinzip".
Beispiel: Ich bin Veranstallter eine Party. Auf der Party wird ausschliesslich Gema-Freie Musik gespielt. Ich kann das auch nachweisen, weil ich die Playlist des Abends akribisch geführt habe.
D.h. ich habe (Klarnamen Künsterlanen von Texter, Komponist, usw + Titel + Künstler, also alles was ich bei der gema aktuell angeben muss).
Nur bei einem Titel finde ich ums verrecken den Klarnamen des Künsterls nicht raus. Reiche ich diese Liste bei der Gema ein, wird die mir sagen, "Nö, das ist keine Gema-freie Party, bezahle dafür".
Die Party würde also so behandelt weren als wäre sie nicht gema-frei. Im Prinzip hätte ich auch nur Gema-lizensierte Musik spielen können. WEGEN EINEM LIED!

Das ist das Alles-oder-Nichts-Prinzip, das die gema nach aussen vertritt.
Nach Innen verfolgt die Gema dieses Prinzip nicht, da wie oben beschrieben nicht mal garantiert werden kann, das der Liefgut-Katalog ordentlich geführt ist.

Das geht in meinen Augen nicht zusammen. Musik und Kultur ist ein riesiges Feld, das differenziert betrachtet werden muss. Die Gema die eigentlich dafür sorgen soll, dass Künstler einen Verdienst haben,
zerstört aber gerade damit die Grundlage für differenzierte Musik, weil "Nieschenmusik" nun mal zu sehr grossen Tielen Gema-frei ist, aber so behandelt wird als bestünde sie vollständig aus Geam-lizensiert Musik.
Die Veranstallter, die dafür sorgen solche Musik unter das Volk zu bringen, sind hier massiv im Nachteil und nur wegen dem scheiss Klarnamen der bei der Überprüfung angegeben werden muss.

Das wird nix. Der hier hat es auf den Punkt gebracht:

http://www.piratenpartei-hamburg.de/2012/06/26/gema-verklagt-musikpirate...

Servus,
Alex

Eigentlich muss man die Frage mal aus der Sicht eines Künstlers stellen. Die GEMA nimmt die Rechte der Urheber wahr und sorgt für deren Vergütung, soweit so gut. Wenn der als Künstler aber für bestimmte Stücke einen anderen Weg der Vergütung wählen möchte, wird er geknebelt und ihm jede Möglichkeit dazu genommen, da er sie nicht mal unter einem Pseudonym veröffentlichen kann, ohne dass die GEMA kassiert. Btw. wieso kassieren die eigentlich, wenn das Geld doch nicht beim Künstler ankommen kann, da sie ihn nicht kennen? Und nebenbei, im gesamten Arbeitsrecht sind Knebelverträge verboten weil sittenwidrig. Warum darf eigentlich eine GEMA das? Gewohnheitsrecht? Geschmierte Politiker?

Keine Frage, geistiges Eigentum anderer muss gerecht bezahlt werden und ich tu das gerne, aber das System muss von Grund auf überholt werden.

Allerdings muss man dann erst mal an die ran, die sich die Taschen füllen und die Lobby füttern.

Ich bin auf den Prozess gespannt und ich hoffe, dass die Richter eurer Auffassung folgen. Wenn's eng wird, bin auch ich mit einer Spende dabei.

Das passt alles zu den mir gemachten Erfahrungen. Nachdem ich mit einem Schwedischen Künstler in Kontakt getreten bin, um einen seiner CC-Songs in ein Youtubevideo einzubinden, und mir seine Erlaubnis dafür eingeholt habe, habe ich sicherheitshalber den Gema Katalog durchforstet, und zwar nach dem Titel, dem Urheber und dem Interpreten.
Kein Ergebnis, danach habe ich die Gema kontaktiert und gefragt, wie verbindlich ihr eigener Katalog ist. Die haben mir dann gesagt überhaupt nicht verbindlich und auch nicht aktuell. Auf die Frage ob der Song, Künstler oder Urheber durch die Stim (Gema Schweden) irgendwie bei der Gema vertreten wird, sagten die mir wörtlich, dass müsse ich den Künstler selbst fragen.
Was bringen Klarnamen, wenn die Gema nicht fähig ist diese überhaupt zu prüfen ? ...und ein wenig offtopic, wieso wird die Arschkarte auf denjenigen geschoben, der sich ja versucht an diese schwachsinnigen, nicht zeitgemässen Gemaregeln zu halten ? Noch besser versucht mal ein Gemagebührenpflichtiges Lied für einen Podcast bei der Gema anzumelden. NIEMAND kann diese Voraussetzungen erfüllen....und zu teuer ist es auch.
Ich bin auch bereit für Euren Kampf gegen Windmühlen zu spenden !!!!

Die Sache zeigt deutlich, wie hier Verwertungsrechte sich von Urheberrechten abloesen, und also Verwerter Urhebern schaden. Ich hoffe, Ihr haltet durch bei dem Prozess, zur Not durch alle Instanzen. Ich wuerde auch was spenden, fuer Anwaelte etc.

Super!

Die Prüfung "Künsterlname" + "Titel" reicht an meines Erachtens, um die Datenbank mit den Urhebern zu prüfen. Die Forderung nach dem realen Namen ist nur ein Mittel um Erträge zu erzielen.

Sollte der Fall positiv für euch ausgehen, hätte das weitreichende Folgen für jede Veranstaltungen, bei der das Repertoir an gespielter Musik zum größte Teil Gema-arm ist.
Oder besser ausgedrückt, man kann nachweisen, wie viele Musikstücke an einem Partyabend Gema-lizenziert und nicht Gema-lizenziert werden müssen. Also Playlisten schrieben, einreichen und nach Stück bezahlen.

Es gab ja den Fall, dass die Gema die Playlist einen Partyabend haben wollte, auf der ausschließlich Gema-freie, also CC-lizenziert, gespielt wurde. Die Nachweispflicht - also die Angabe: Künsterlername, Realname, Title - konnte der Veranstallter hier nicht erbringen, sodass für einen Gema-freien Partyabend Gebühren an die Gema bezahlt werden musste.

siehe: www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/?p=30917

Der nächste Schritt, wenn alles positiv ausgeht, wäre im Prinzip, das Gebührenmodell für Veranstaltungen zu hinterfragen/Gerichtlich zu prüfen zu lassen.

Gäbe es die Möglichkeit Musikstücke nur mit "Künstername", "Title" bei der Gema prüfen zu lassen, könnte man Härtefallanträge, für den Fall, dass eine Veranstaltung größtenteils Gema-frei ist, bei der Gema beantragen.
Der Härtefallantrag soll den Fall regeln, dass eine Benachteiligung des Veranstalters eintritt.

Man kann sich eigentlich schon fast sicher sein, dass diese Härtefallanträge von der Gema abgelehnt werden.
Hier könnte man wieder gerichtlich prüfen lassen. Also Gema-Party-Gebühren für diesen Fall auf ein Sperrkonto und auf die Klage warten.

Meine Bitte: Vernetzt euch, kämpft, klagt, gewinnt.
Grundsätzlich muss und soll ein Künstler für seine Entlohnt werden, aber nicht unter einen System, dass noch aus Zeiten stammt, in der die Definition von Musikvertrieb eine Andere war und das nicht gerecht und differenziert genug ist.

Hey Musikpiraten!

Ich wünsche euch viel Erfolg bei dem Prozess! Freue mich schon auf den nächsten F!M!C. Werde bestimmt auch wieder am Start sein. ;)

Beste Grüße,
Friedlich Chiller

kommentiert Christian Hufgard, Vorsitzender der Musikpiraten, die Klage......haha! Den hast du doch selber geschrieben den Artikel. Unfassbare Seite hier. Jedes Mal wenn ich drauf gehen nur Laien-Wissen. Da kann man gar nichts mehr zu sagen.

Und den Satzbau brauchen wir nicht zu kommentieren ;)

Wow, da haben wir ja mal einen echten Experten am Start. Rate mal, warum der Artikel in der Kategorie "Pressemitteilung" steht. Eventuell liegt das daran, dass er so an die Presse verschickt wurde.

Mistding. Ich würde gern einige Songs meiner Bands auf den obengenannten Plattformen einstellen. Das Problem: In jeder Band war zumindest ein Musiker dabei, der später Mitglied der GEMA wurde. Können die Songs trotzdem bei Plattformen wie jamendo.com eingestellt werden oder nur die Songs, bei denen derjenige nicht mitkomponiert hat?

Hi Frank,

_später_ Mitglied werde ist kein Problem, wenn der Song vorher unter CC gestellt wurde. Entscheidend ist aber auch, ob die Musiker nur ausübende Künstler waren, oder Urheber der Titel.

Das ist ja mal wieder ein starkes Stück. Es passt allerdings zur Entwicklung der GEMA. Weil alle Veranstaltenden brav bezahlen und über Tarife pauschal abkassiert werden, dreht der Gemaapparat hohl. Es werden keine Kosten, Mühen und Publicitydebakel gescheut, um auch aus dem letzten Ton noch ein wenig Verwertung heraus zu quetschen.

Kleine, unkommerzielle Veranstalter pfeifen gerade durch die Gema sowieso schon aus dem letzten Loch. Die haben jedoch keine Lobby wie Dr. Motte etc. Schaut hier und unterstützt die Initiative.

http://gemaverband.wordpress.com/

Alles Gute für euren Prozess.

Ich hoffe ihr zieht das bis zum Ende durch. Denn die GEMA wird das auf jeden fall durch alle Distanzen durchfechten wollen. Wie bei Youtube auch.

Ich hoffe ihr macht das genauso.
Wir würden euch auch alle die rechtskosten spenden.

Wie ist das bei der GEMA: Wenn ein Künstler da einmal registriert ist, kann er nie wieder GEMA-freie Musik machen oder wie ist das geregelt?

Hey,

doch kann er, indem er aus dem Verein GEMA wieder austritt.

LG

Allerdings dauert das nach Austrittserklärung dann mindestens 12 Monate, und alle Tracks in dieser Zeit verzögern wiederum den Austritt um 12 Monate. Das ist de facto ein Berufsverbot. Einfach Austreten geht also NICHT. Ist schon Sektenartig.

Wenn einer eh austreten will, sollte er auch keine Titel der GEMA melden.
Zwei Jahre sind aber in der Tat etwas lang (das sind immerhin zwei Jahres-Beiträge à 25 €, die auch zu zahlen sind, wenn keinerlei Einnahmen erzielt werden).
Da es aber keine Alternativen zur GEMA gibt, wenn man mit seinen Texten und Kompositionen (und nicht als Interpret) Geld verdienen will, würde ich die Anzahl der Leute, die austreten wollen, nicht sooo hoch einschätzen. Wer heute, trotz des allgemeinen Lamento und der 99% Falschmeldungen über die GEMA, dort eintritt, hat es sich sicher gut überlegt.

Wo hast du denn das her?

Auch wenn nicht direkt gleiche, zeigt dieser Artikel zumindest dass die Gema-Vermutung angreifbar ist.
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36486/1.html

Auf das Urteil beziehen wir uns auch teilweise. :o)

Schon lustig, die Gema kann nicht prüfen, will aber gleichzeitig Youtube vorschreiben lassen genau dies zu tun.

das ist halt so, dass der verleger sich um das clearing kümmern muss, und eigentlich ist es auch gut so, weil das auch ein schutz für nicht gema urheber ist.

sobald die gema geld riecht und das tun die schnell sind die gerne bereit leute zu verklagen um an das ihnen "zustehende" geld zu kommen
die verlangen sogar von youtube und anderen plattformen abgaben für musikstücke von künstlern die ebenfalls niemals bei der gema registriert wurden
und wer ist in der beweispflicht bei einer anklage der gema?
richtig nicht die gema nein der angeklagte muss beweisen dass die interpreten nicht in der gema sind!!

die gema: ein drückerverein der seines gleichen sucht

wer etwas nutzt muss beweisen, dass er dazu auch die rechte hat, das hat mit der GEMA überhaupt nichts zu tun.
fraglich wäre allerdings, inwieweit die eine klage der gema überhaupt zulässig ist.
denn inwieweit ist die GEMA überhaupt beschwert, wie der jurist sagen würde, wenn sie selbst nicht weiss, ob das überhaupt ein mitglied betrifft? die klagen da einfach ins blaue hinein.

Herschaftszeiten...benutzt du aus Prinzip keine Kommas?

broepi: Es ist andersrum. Es gibt eine sogenannte "GEMA-Vermutung" im deutschen Recht. Das heißt: Bei jedem Musikstück wird erst einmal vermutet, dass die Künstler von der GEMA vertreten werden. Wer keine GEMA-Gebühren zahlen will, muss gegenüber der GEMA belegen, dass die Künstler nicht von der GEMA vertreten werden, indem er der GEMA den Namen der Künstler nennt. Die Beweispflicht liegt also nicht bei der GEMA, sondern bei demjenigen, der die Musik öffentlich aufführt oder auf CD verbreitet. Die GEMA verlangt, dass ihr die bürgerlichen Namen von "Electronico" und "ElRon XChile" genannt werden, damit sie überprüfen kann, ob sie diese Künstler vertritt. Werden die Namen nicht genannt, muss gezahlt werden.

Die GEMA hat diese "GEMA-Vermutung" übrigens nicht selbst in Kraft gesetzt, sondern sie ergibt sich aus dem deutschen Recht und wurde von Gerichten vielfach bestätigt. Ich halte es nun für den falschen Weg, von der GEMA zu fordern, sie möge doch bittebitte von ihrem Recht keinen Gebrauch mehr machen. Sonst gibt es irgendwann eine andere Verwertungsgesellschaft, die so vorgeht, oder die GEMA ändert irgendwann ihre Einstellung wieder. Was es braucht, ist eine Gesetzesänderung, die der GEMA schlicht und ergreifend das Recht enzieht, so vorzugehen. Das wirkt viel effektiver und ist auch der demokratisch legitimierte Weg. Der Bundestag ist also gefragt!

Hi,

ich glaub, ich verstehe den Sachverhalt nicht ganz. Die GEMA behauptet jetzt, eines der Tracks dieser CD wurde schon bei ihnen registriert, und ist deshalb geschützt, oder wie? Falls ja, stimmt das denn? Ich versteh das auch mit den Pseudonymen nicht so ganz.

Kann mir das einer erklären, bitte?

broepi

Nein, die GEMA sagt lediglich, dass sie wegen der Veröffentlichung unter Pseudonym nicht prüfen können, ob der Song bei denen Lizensiert ist oder nicht und sie deswegen einfach mal annehmen das er das ist, weil sie ja die Weltherrscher der kommerziell verwerteten Musik sind.

Was ich daran wiederum nicht verstehe ist, wie sie ausgerechnet auf diesen Song kommen. Von den 19 Tracks auf dem Sampler haben nur 4 Musiker (Jose Travieso, Laura Dee, Rob Costlow und Josh Woodward) überhaupt Namen, die kein Pseudonym sein könnten, und selbst da bin ich mir nicht sicher. Merkwürdige Klage ist merkwürdig.

Bei den anderen Songs haben wir die bürgerlichen Namen der Urheber geliefert. Und weitere persönliche Daten. Ein Künstler aus den USA hat auch bei der GEMA direkt angerufen und Tacheles geredet... :)

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