Bandcamp

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Eigentlich ist das Leben perfekt. Die ersten größeren Gigs sind gut verlaufen, die Fans reissen euch die Shirts aus der Hand und auch die CDs im liebevoll designten Death-Metal-Look gehen weg wie warme Semmeln. Aber immer wieder fragt euch jemand, wo er eure Musik denn runterladen könnte. Klar, ab und an ist die Platte in irgendeinem P2P-Netz für kurze Zeit verfügbar, aber das ist jetzt auch nicht das wahre. Was tun? Zum Glück erinnert sich eines eurer Mitglieder daran, neulich gelesen zu haben, was Trent Reznor tun würde, wenn er dieses Problem hat...
Um es kurz zu machen: Bandcamp.com löst so ziemlich jedes Musikverteilungsproblem, dass eine neue Band nur haben kann.

Bandcamp.com ist ein relativ neues Portal, das sich das Ziel gesetzt hat, Musikern einen möglichst einfachen Weg zur Verfügung zu stellen, wie sie ihre Musik an den Fan bekommen. Der Einstieg ist extrem simpel, ein Video direkt auf der Startseite erklärt in wenigen Minuten alle nötigen Schritte:

  1. Account anlegen
  2. Ein paar Einstellungen zum Layout festlegen
  3. Ein Album anlegen
  4. Musik hochladen
  5. Festlegen, ob es die Musik kostenlos gibt, gegen E-Mail-Adresse, gegen Mindestpreis, gegen Festpreis oder nur als Stream
  6. Gegebenfalls CC-Lizenz auswählen
  7. Shop auf der eigenen Webseite verlinken
  8. Auf Fans warten

Man könnte es fast als eine Art MySpace-light ansehen, nur sind die generierten Seiten deutlich klarer strukturiert und definitiv alles andere als überladen, auch gibt es keine Kontaktmöglichkeiten, dafür aber, so gewünscht, Links auf die eigentliche Webseite der Band und eine beliebige Seite, auf der man CDs der Künstler kaufen kann.
Auch können Download-Codes generiert und an ausgewählte Personen verschickt werden, wahlweise sogar auf Code-Karten gedruckt.

Der Download lässt auch keine Wünschen offen: Der Nutzer hat die Auswahl zwischen mp3, ogg, acc und flac und iPod lossless, ohne dass die Band sich ums konvertieren kümmern muss. Ebenfalls frei Haus gibt es die Möglichkeit, embedded Player für Facebook, MySpace, Wordpress und einige andere Social Communities per Copy&Paste zu integrieren.
Die heruntergeladenen Dateien haben dann nicht nur hübsche Namen sondern sind auch mit Meta-Tags gespickt, so dass Band, Lizenz, Cover an Ort und Stelle sind.

Als Band kann man sich sehr detailliert anschauen, welches Stück wie oft gespielt und auch, ob es teilweise gehört oder sogar nur kurz ansgepielt wurde. Noch wichtiger dürfte aber das „wo“ sein. Sprich man sieht auf einen Blick, wo gerade welches Stück z.B. in einem Forum oder einem Blog "heiss" ist.

Dazu kommt dann noch als letztes Bonbon, dass die Benutzung der Seite komplett kostenlos ist. Zur Zeit wird von den Betreiber nur eine Gebühr in Höhe der Paypal-Transaktionskosten erhoben, ansonsten ist der Betrieb komplett über Risiko-Kapital finanziert. Dies kann sich eines Tages ändern, schreiben sie in den FAQ, aber noch ist komplett offen, wie ihr Geschäftsmodell aussehen wird. Eine höhere Beteiligung an den Erlösen des Musikverkaufs können sie sich genauso vorstellen wie eine Beteiligung am Erlös von Merchandise-Artikeln - die es auf der Seite noch gar nicht gibt.

Das Portal ist insofern eine sehr spannende Geschichte, die mehr als nur einen flüchtigen Blick wert ist. Immerhin ist dort neben vielen anderen namhaften Independent-Künstlern auch Amanda Palmer vertreten, die neulich mit einer sehr kreativen Marketingstrategie innerhalb von 10 Stunden $19.000 verdiente... Auch ansonsten findet man wahre Lobeshymnen auf der eigens dafür angelegten Seite. Ingesamt haben bereits über 200 Bands sich im Camp eingefunden, was sicherlich auch daran liegt, dass neue Feature-Wünsche zügig umgesetzt werden, wenn sie von mehr als nur einer Person gewünscht sind und den Betreibern sinnvoll erscheinen.

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Kommentare (3)

Mittlerweile hat man wohl die Probleme in den Griff bekommen und kann das Portal nutzen.

Guter und interessanter Blog :)

BandCamp.com ist derzeit eine denkbar schlechte Wahl, wenn es um die Publizierung von kommerzieller Musik geht. Und dabei ich die größte Sicherheitslücke noch nicht mal öffentlich gemacht, sondern derzeit ausschließlich per Mail dem Betreiber preisgegeben.

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