Lena soll 2011 ihren Titel verteidigen. Eigentlich kann sie auch ein 3., 4., 5. Mal teilnehmen. USFO hat mit seiner erfolgreichen, alles und jeden umschmeichelnden Strategie klar gestellt, dass es in Deutschland keine Alternativen mehr gibt.
Alles in allem war der Eurovison Song Contest aus Oslo mittelmässig und ohne nennenswerte Höhepunkte. ;)
Nur Deutschland darf sich nach 28 Jahren endlich wieder richtig freuen. Der Sieg ist eine Sensation. Lena war in Bestform, wie wochenlang zuvor auch schon Raab, ohne dessen Unterstützung dieser Erfolg nicht möglich geworden wäre.

Oder: Das Mysterium der Rankings und die Offenbarung der Wettquote
Mit eigens und auf die Schnelle für den Eurovision Song Contest produzierte Retorten kann ich nichts anfangen. Beim ESC steht dieses Jahr Deutschland als ein sog. Big-4-Land (mit Lena und dem Lied „Satellite“) für dieses Konzept – wahrscheinlich weil Deutschland sich wiederum den Forderungen der gleichnamigen Big-4 der Musikindustrie unterworfen hat? Das Fragezeichen soll darauf hinweisen, dass es in Deutschland zum Thema ESC keinen Musikjournalismus gibt, der Hintergründe beleuchtet, Organisatoren auf die Finger schaut und einen neutralen Blick über die deutsche Grenze wirft.
Alyosha (Olena Kucher) wird die Ukraine beim diesjährigen Eurovision Song Contest mit dem Lied "Sweet People" vertreten. Geboren am 14.05.1986 in der Ukraine, mit abgeschlossenem Studium Popmusik-Gesang an der Kiewer Universität für Kunst und Kultur, einer 4 Oktaven umfassenden Stimme, mehreren Wettbewerbserfolgen und einem Plattenvertrag bei "Catapult Music" zeigt sie sich in Starlife überzeugt: "Mein Lied unterscheidet sich in seiner Art radikal von allen übrigen Songs der teilnehmenden Ländern bei der Eurovision 2010." (Моя песня кардинально отличается по стилю от песен других стран-участниц «Евровидения-2010)
Bevor ich einen Blick auf die musikalische Situation Griechenlands im Eurovision Song Contest werfe, lasse ich erst einmal attac zu Wort kommen. Die Organsation schrieb am 5.5.2010 zum Thema Solidarität mit Griechenland:
Der Eurovision Song Contest tritt in seine heiße Phase und mit ihm die Spekulationen und Diskussionen. Was im Spaß beginnt, endet mitunter in verbitterten Wortgefechten, an der sogar schon Freundschaften zerbrachen und langjährige Clubmitgliedschaften aufgekündigt wurden. Ein Kleinkrieg zum Schmunzeln. Aber wie erleben Fans, deren Alltag sporadisch vom realen Krieg heimgesucht wird, den Contest? Talia aus Haifa/Israel ist ein langjähriger Fan des ESC und Kennerin der israelischen Musikszene über den Contest und den israelischen Star Harel Skaat.

"Prunum" oder "Malum Armeniacum" ist die botanische Bezeichnung für die Aprikose, die in Armenien als Nationalfrucht gilt. Feinschmecker denken spontan an Desserts, Marmelade, Sachertorte, Obstwasser, Obstessig, Amaretto und Bittermandeln. Die Bittermandel wird aus dem Samen der Aprikosensteine gewonnen, ist aber wegen des hohen Giftstoffgehaltes mit Vorsicht zu genießen. Um diesen brisanten Aprikosenstein geht es im armenischen Beitrag für 2010 von der Sängerin Eva Rivas (bürgerlicher Name: Valeriya Reshetnikova-Tsaturyan).

Als ich Anfang März die aserbaidschanische Vorentscheidung im Internet verfolgte, war ich entsetzt. Nach dem originellen Debüt 2008 und dem frischen Sommerhit 2009 nun ausschließlich Amateurhaftes? Der gesamte Ablauf war verwirrend. Die Jury - wahrscheinlich genauso entsetzt wie ich - verkündete erst nach einer halben Stunde ihr Ergebnis: Safura Alizadeh, beim Song wollte man sich noch nicht festlegen. Der Fanfavorit war sie nicht.

Nach bereits 15 Teilnahmen und einem Sieg im Jahr 2001 ist Estland auch dieses Jahr wieder dabei. Musikalisch gesehen als Außenseiter, denn der estnische Beitrag wird wohl das modernste sein, was man bisher beim Contest gehört hat.
Dabei wirkt das Musikstück überhaupt nicht aufgesetzt schrill oder gewaltwitzig, sondern ragt für mich gerade wegen seiner Nonchalance hervor: Eine wenig markante Melodie, ständige Tempowechsel, ein Chor, der mehr auf Soundbereicherung setzt, untermalt mit elektronischen Klangstrukturen, das alles gibt dem Stück eine angenehm räumliche Weite.

Gewöhnlich versucht man, seine Musik wie möglich teuer zu verkaufen. Aber es scheint uns unrichtig! Musik zu verschenken, wenn es so eine Möglichkeit gibt, das ist doch viel angenehmer!
So der diesjährige russische Repräsentant beim Eurovision Song Contest, Peter Nalitch, in einem Interview mit der Stimme Russland. Das ist doch mal eine Ansage! Man spürt förmlich, wie sich bei BVMI, GEMA oder den Major Four die Nackenhaare sträuben.
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