Meg & Dia: Here, Here and Here

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Meg und Dia Frampton hatten wirklich die besten Voraussetzungen Musikerinnen zu werden. Ihr koreanischstämmiger Vater war DJ und besaß deshalb eine große Musiksammlungen die sich die beiden Schwestern gerne anhörten. Und als dann Dia eine Gitarre und Meg eine Karaokemaschine geschenkt bekamen, waren schon 2/5 der heutigen Besetzung zusammen. Als die beiden Schwestern gemerkt hatten, dass Dia eigentlich lieber und besser singt, während Meg am liebsten auf der Gitarre die Songs aus dem Radio nachspielte und sogar eigene Stücke schrieb, ging es dann richtig los; Aus Mitschnitten von Auftritten in Altenheimen und kleineren Veranstaltungen veröffentlichten Meg & Dia ihr Debütalbum.

Inzwischen war die Band auf fünf Mitglieder angewachsen: Nicholas Price als Drummer, den Meg kennenlernte, nachdem sie ihr Auto bei ihm in die Werkstadt brachte, Carlo Gimenez als weiterer Gitarrist und Jonathan Snyder am Bass. Es folgten mehrere Touren (unter anderem als Vorband von Angels & Airwaves, ein Vertragsabschluss mit Warner und eine intensive Promotion seitens MySpace, nachdem Mitgründer Tom Anderson sich um einen Virenbefall ihrer Seite kümmern musste und sie darauf hin zu einem von MySpace veranstaltetem Contest einlud, den Meg & Dia gewannen. Im Juli 2010 beendeten sie dann die Zusammenarbeit mit Warner Music. Bei dem Majorlabel hatten sie das Gefühl,
dass dort zuviele Labels und Künstler vermarktet würden, und eben nur die promotet würden, die genug Geld einbrächten.

Glücklicherweise luden sie vor kurzem ihr drittes Album "Here, Here and Here" auf Bandcamp hoch und stellten es als kostenlosen Download bereit. Schon vom ersten Titel "Going Away" an, hört man, was ihre Musik ausmacht: Popmusik der rockigeren Art mit Americana-Einflüssen, einfallsreichen Texten (gerne auch mit Anleihen an bekannte literarische Werke) und kraftvoller Gesang Der zweite Titel "Hug Me" führt genau diese Linie for, allerdings hört man besonders in diesem Stück die Americana-Einflüsse heraus. Richtig Farmmäßig klingt aber nur der Titel "Agree to Disagree", obwohl selbst dieser noch eindeutig ein Popsong ist. Rockiger wird es dann wieder bei "What If", vielleicht weil es der erste Song auf dem Album ist, zu dem die Musik von Meg geschrieben wurde. Ebenfalls von ihr stammt Titel Nummer vier "Are There Giants Too, In The Dance", den der ein oder andere sicherlich schonmal im deutschen Radio gehört hat. Etwas nachdenklicher klingt dann "Sleeping in My Head", religiöser wird "Black Wedding":

It was a black wedding, you could heard the organs
Words the pope was saying
It was a black wedding, you could hear the organs but
No drunken snoring or real Hallelujahs
The gravedigger said it's his cathedral
We drank holy water like it was the last supper
It was a black wedding
Throw those blessings all around

Ruhige Stücke mit Pianobegleitung gibt es auf dem Album auch, besonders schön ist das Stück "Bored Of Your Love", das Dia zusammen mit Tom Higgenson, dem Sänger der Plain White T's singt. Dieser Titel ist für mich der Beste des ganzen, insgesammt sehr gelungenen Albums "Here, Here & Here". Bei jedem Titel hört man den beiden Schwestern an, dass sie Musik schreiben wie Mozart, der als Antwort auf die Frage, wie er denn Musik schreibe, auf seinen Kopf, seine Ohren und sein Herz gezeigt haben und gesagt haben soll: "Hier, Hier und Hier"
Wer nach dem Hören dieses Albums auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auch ihr zweites Album "Something Real" kostenlos herunterladen - es lohnt sich!

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