Snowmine: Laminate Pet Animal

Snowmine - Laminate Pet Animal-Cover

Als "jungle", "orchestral", "psychedelic" und "tribal" ist das Debütalbum "Laminate Pet Animal" der Band Snowmine auf deren Bandcampseite getaggt. Diese (zumindest in dieser Kombination) seltenen Musikbeschreibungen weckten in mir zusammen mit dem schönen Cover Neugier. Schnell heruntergeladen und in den virtuellen Plattenspieler gesteckt - und man kann die Tags nachvollziehen.
Ein Dschungel aus Tönen, von denen man oftmals eigentlich keinen einer Herkunft zuordnen kann, und in dem man sich schnell verlieren würde, würde die Stimme von Grayson Sanders einem nicht den Weg weisen. Dieser Sohn einer Opernsängerin, der vor Snowmine laut eigenen Angaben nur klassische Musik des 20. Jahrhunderts gehört hat, und auch selbst Orchesterarrangements geschrieben und aufgeführt hat, weiß den Weg, mal bewegt er sich stimmäßig auf den höchsten Baumwipfeln, mal durchschreitet er neblige Täler. Aber genug der Dschungelmetaphern.

Die fünf Jungs, die sich auf einer UFO-Convention kennengelernt haben (ich werde mir jedes Wortspiel, das irgendetwas mit Aliens oder dem Weltraum zu tun hat verkneifen), machen verträumten Indie-Pop mit Electro-Einflüssen. Es braucht eine Weile, bis man sich auf die eher ungewohnten Harmonien und Rhythmen eingelassen hat, aber dann wächst das Album mit jedem Hören. Der Sound erinnert an Vampire Weekend oder Two Door Cinema Club, und beim Hören der Stücke fehlt einem ständig auf, dass ein Tag in der Beschreibung fehlt: "catchy". Von jedem Song bleiben einem Melodiefetzen oder Textfragmente im Ohr, die auch tagelang dort verweilen. Die Texte sind glücklicherweise auch so gut, dass man nichts gegen die erzeugten Ohrwürmer wie Beast in Air, Beast in Water auszusetzen hat.

Die Songs sind niemals aufdringlich und wirken glattgeschliffen und poliert, was wohl auf das professionelle Mixing von Dave Trumfio (Wilco, My Morning Jacket) zurückzuführen ist. Die Mischung aus dem stimmlichen Talent Greyson Sanders' und den schönen Arrangements, bei denen sich Sanders' Vorliebe für klassische Musik des öfteren zeigt macht aus "Laminate Pet Animal" ein wunderbares Sommeralbum (aber im Sinne von "In der Sonne liegen und sich in der Musik verlieren")

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