Kultur vs. Wirtschaft: Holzmarkt Berlin kommt!

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Das Ufer an der Spree war dank Mauer und dezentraler Lage lange Zeit unbeliebt in der Wirtschaft. So konnten sich dort recht ungestört Clubs niederlassen und ein neues Publikum für die Stadt anziehen. Dies setzte aber auch die bekannte Gentrifizierungs-Spirale in Gang. Immer mehr Clubs, darunter auch legendäre Institutionen wie die ehemalige Bar25, mussten schließen und den Bauherren weichen. Neue Bürogebäude, Hotelkomplexe und die Medienwelt der Hauptstadt sollen hier ein neues zu Hause finden. Der Streit um die Liegenschaften hört nicht auf: wer soll Gründstücke bekommen? Die mit dem höchsten Angebot - so wie es zur Zeit gesetzlich geregelt ist - oder die mit dem besseren Angebot für die Stadt? Für die Bürgerinitiative Mediaspree versenken ist die Lage eindeutig...

Nun haben die Macher der Bar25 allerdings ein Erfolgserlebnis verzeichnet: im Kampf um den Platz an der Holzmarktstraße (wo die Bar25 schon längst abgerissen und auf der gegenüberliegenden Uferseite neu im “Kater Holzig” Event- und Clubkonzept neu interpretiert wurde) haben sie endlich gewonnen. Denn statt wie geplant einen üblichen Komplex aus Kaufhaus/Hotel/Büro/Luxusapartments auf das Holzmarkt-Gelände zu flanschen, wird ein kultureller Mittelpunkt für den Osten Berlins entstehen.

Die Vision ist es, viele Dinge auf dem Gelände zu kombinieren: Ein Bürgerpark mit Gärten, ein "Dorf" mit Läden, ein Hotel, ein Restaurant, ein Park für Kinder und - natürlich - einen Club, Theater und andere Kulturbetriebe. Der Dorfplatz soll ganz klassisch aufgezogen werden: In abzweigenden Gassen sollen sich Bäcker und Frisör, Musikstudios, Mode- und Weinhandel, Designer, Werber oder andere Entrepreneure ausprobieren und Netzwerke knüpfen, aus denen neue Konzepte und Innovationen erwachsen können. Auch bei der Gestaltung der Fassaden wird den Mieter auf freie Hand gelassen. Es darf "mutige, kunstvolle möglicherweise auch irritierende Bauten" geben, dabei aber modern und energieeffizient. Durch diese Kombination soll das Gelände zu einer tags, wie nachts pulsierenden, aber grünen Erholungszone in der Stadt mit gut 300 Arbeitsplätze werden. Eines wird dem Gelände aber vermutlich fehlen: Ein Hangover-Bus. Dafür ist der ÖPNV in Berlin bereits zu gut ausgebaut, als dass sich so ein Service noch sinnvoll betreiben liesse...

Organisiert wird dies alles im Genossenschaftsprinzip von der Holzmarkt e.G.. Jeder kann Teil des Holzmarkts werden, damit wird sichergestellt, dass das Gelände sehr lange noch im Besitz vieler und nicht nur eines Bürgers sein wird.

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