David Rovics

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David RovicsDavid Rovics (geboren am 10. April 1967) ist ein Indy-Sänger/Songschreiber aus den USA. Er ist weltweit unterwegs um politische Proteste zu unterstützen. Wollte man in politisch einordnen wollen, würde am ehesten links-humanitär zutreffen. Die meisten seiner Stücke stehen unter Copyright und werden kommerziell vertrieben, dennoch sind sie auf seiner Webseite zum kostenlosen Herunterladen verfügbar.

Auch wenn Rocivs über Fans weltweit verfügt sind die Einnahmen aus CD-Verkäufen gerade ausreichend um "über die Runden" zu kommen. Zur Zeit versucht er Geld für einen Camping Bus (oder ein ähnliches Fahrzeug) zu sparen um seine Auftritte effizienter gestalten zu können. Hierfür ruft er auf seiner Webseite zu Spenden auf und macht auch ein interessantes Angebot,das sich dann aber leider doch eher an US-Amerikaner richtet:

Für 500$ gibt er ein Konzert im Wohnzimmer oder Garten des Spenders für ihn und die gesamte Nachbarschaft. Wer weniger spenden kann, der findet hier einen Paypal-Button. Sollte jemand einen funktionstüchtigen Bus zu verschenken haben, würde er ihn natürlich auch annehmen.

Obwohl Rovics alle seine Stücke selber spielt, zieht er es vor, sich als "Songwriter" zu bezeichnen. Unter seinen Fans findet sich auch die Journalistin Amy Goodman, die ihn als "musikalische Version von Democracy Now!" bezeichnete.
Nicht nur mit ihr sondern auch mit vielen anderen namhaften Bürgerrechtlern stand er seit der Mitte der 90er weltweit auf Bühnen, darunter auch dem Verbraucherschutzanwalt Ralph Nader und sogar Michael Moore. Dabei waren es nicht immer tausende, vor denen er spielt. Oft waren es nur ein paar Dutzend Demonstranten, die er im Kampf gegen "imperialistische Kriegtreiber, Globalisierungsgewinnler, Folterlager" und vielen weiteren sozialen Themen mit seiner Musik unterstützte.

Da ihm die Verbreitung seiner Inhalte wichtiger ist, als ein finanzieller Gewinn daran, verlinkt er auch seiner Webseite nicht nur auf iTunes, sondern auch auch Archive.org und auf soundclick. Sein aktuelles Album "Har Har Har" richtet sich an Kinder, enthält aber dennoch durchaus sozialkritische Inhalte. So heisst es im Pirate Song:

If we see the Navy
We will shout with pride
We are scary hairy pirates
So you better run and hide
We'll stamp our feet upon the floor
And our peg legs too
We'll take your stolen treasure
'Cause that's what pirates do

Alle Stücke des Albums sind unter cc-by lizensiert und können hier heruntergeladen werden.

Insgesamt ist es weniger seine Musik als mehr seine Texte und vor allem sein Engagement für soziale Belange, die ihm zu einem Ausnahmekünstler machen.

Interview mit David Rovics

Christian: Hi David, fangen wir mit etwas ganz einfachem an: Im Wikpidia-Eintrag über dich steht, dass du iTunes nicht mögen würdest, da 99 Cents für ein Stück viel zu teuer wären. Brauchst du das Geld nicht? Du hast auf deiner Webseite auch direkte Links zu iTunes stehen, sind die Informationen in Wikipedia also falsch?

David: Ich habe meine gesamte Musik auch bei CD Baby veröffentlicht, einer sehr nützlichen Webseite. Dort kannst du einfach sagen "ja zu allen" digitalen Vertriebsmöglichkeiten, bezahlt und kostenlos. Und das habe ich gemacht. So können die Leute meine Musik auf die Art und Weise bekommen, die sie gewohnt sind. Wenn das System ihrer Wahl iTunes ist, dann tut mir das für sie leid, weil es so viel teurer ist als die anderen Optionen, aber die Umsätze darüber sind gut. Auf jeden Fall brauche ich Geld, aber die Sache ist die, dass Downloads mehr wie Radio sind als wie CD-Verkäufe, also bezogen auf die Art, sie sie funktionieren, was sie für Musiker bedeuten. Für die ganz großen, kommerziell erfolgreichen Bands ist das eine andere Geschichte, da sie sehr viel klassische Werbung bekommen - kostenlose Download verringern ihre Verkaufszahlen. Für die restlichen 99,9% von uns, bedeuten Downloads und das Internet einfach eine größere Fan-Gemeinschaft und nicht mehr oder weniger CD-Verkäufe.

Christian: Deine aktuelle CD "Har Har Har" ist eine CD mit Musik für Kinder. Hast du deine politische Gesinnung verloren? Die letzte Strophe vom "Pirate Song" könnte aber als sozialkritisch gewertet werden. Stimmt dieser Eindruck?

David: Mehrere Stücke auf der Kinder-CDs sind politisch, darunter "The Pirate Song", "Bullies", "Two mommies and two daddies" und vielleicht auch "Punk Rock Baby". Ich schreibe auch weiter Songs für Erwachsene, auch wenn ich mir jetzt mehr als ein Jahr Auszeit davon genommen habe und mich mehr auf Kinderlieder fokussiert habe.

Christian: Jemand hat mir erzählt, dass dir mal während einer Europa-Tournee deine Gitarre geklaut wurde. Stimmt das? Und wurde der Dieb festgenommen"?

David: Eine Gitarre wurde mir in Europa nie geklaut, dafür aber ein Laptop, ein Koffer, ein Reisepass und viele Klamotten aus Autos, in denen ich einfach nicht so viel hätte drin lassen sollen. Einmal in Leiden in Holland und einmal in Glasgow. Die Junkies wurden nie festgenommen. Mir wurden auch in US-Städten viele Autos aufgebrochen und geklaut. C'est la vie.

Christian: Verdienst du mit der Musik genug Geld, um davon zu leben oder hast du einen zusätzlichen Job?

David: Ich hatte in den letzten 15 Jahren keinen, aber vielleicht ist es langsam an der Zeit, einen zu finden...

Christian: Deine letzten Alben wurden bei "Ever Reviled Records". Wieso hast du dich diesem Label angeschlossen?

David: Sie haben ein 2004er Release "Songs for Mahmud" neu veröffentlicht und sie waren auch für "The Return" 2003 verantwortlich. Ich habe diese CDs hauptsächlich auf ihrem Label veröffentlicht, weil es ihre Idee war.

Christian: In wie vielen Ländern bist du schon gewesen? Und gibt es politische oder soziele Problem, auf die du dich besonders konzentrierst?

David: Ich denke, es müssen um die 22 Ländern sein, durch die ich gereist bin. Zumindest war es 22 Länder in denen ich Gigs hatte, als ich das letzte Mal versucht habe, sie zu zählen. Ich glaube, ich singe über seine große Bandbreite politischer und sozialer Probleme, aber einige auf die ich mich über die Jahre mehr konzentriert habe sind der US-Imperialismus, der Klassenkampf, der Palästina-Konflikt und der Umweltschutz.

Christian: Welches ist der Lieblings-Gig gewesen?

David: Zweifellos der beste Gig den ich jemals hatte, war im May 2002 beim Besuch von Herrn Bush auf dem Alexanderplatz in Berlin zu singen.

Christian: Hast du Pläne, in nächster Zeit in Deutschland aufzutreten?

David: Ich weiss nicht, aber ich hoffe, dass sich das ändert. Ich werde in mindestens zwei Nachbarländern (Dänemark und Belgien) in 2009 mehrere Male auftreten, wenn also jemand eine Show organisiert wird es ein leichtes für mich sein, aufzutreten.

Christian: Du bist ein Mitglieder der IWW. Wieso bist du dort beigetreten?

David: Sie waren an vielen guten Kampagnen beteiligt die versucht haben, Niedriglohn-Service-Arbeiter in verschiedenen US-Städten und anderen Ländern zu organisieren, also unterstütze ich natürlich ihre Arbeit und versuche im besonderen ihre Blütezeit von ungefähr 1906-1924 in Erinnerung zu halten.

Christian: David, vielen Dank für das Interview!

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Kommentare (3)

[...] Rovics, der auf musik.kzä neulich Band des Monats war und gerade von einer Europa-Tournee in die USA zurückgekehrt ist, hat das Verbrechen [...]

[...] Die Musik ist von David Rovics. (en.wp/mkzä) [...]

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