Rob Costlow

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Rob Costlow
Foto: Adam Safran

Auch diesen Monat sind wir wieder in den USA. Unser Künstler des Monats arbeitet seit vielen Jahren für dot coms. Dort war er verantworlich für Customer Relations, hat mit Marketing und Entwicklungsabteilungen für eteamz.com, Active.com, Zaadz.com (mittlerweile Gaia.com) und Weplay.com gearbeitet.

Über 80 kommerzielle Lizenzen, Top-Seller bei Magnatune und Jamendo, Nummer 1 der Kategorie Best Keyboards/Organ/Piano all time charts bei garageband.com - die Liste der Erfolge des Pianisten Rob Costlow ist lang.

Auf Jamendo liest man über ihn:

Die sanften Melodien, die Rob Costlow aus seinem Klavier herauskitzelt sind auf Jamendo genauso beliebt wie in der weiten Welt. Vielfach war Rob Costlow in den USA für die Independent Music Awards nominiert. Er besitzt sein eigenes Label, Tourist Records und hat so prestigeträchtigen Kunden wie Nokia und Conrad Hotels Lizenzen seiner Musik zur Verfügung gestellt. Dabei rühmt er sich, noch nie einen Exklusivvertrag unterschrieben zu haben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Pianisten hat seine Musik keinen esoterischen Touch. Sie lädt zum träumen ein und ist auch wunderbar als Hintergrundmusik geeignet - wenn man in Kauf nimmt, immer wieder von den sanften Melodien eingefangen zu werden.

Musiktipp: Rob Costlow - Woods of Chaos cc-by-nc-sa

Christian: Hi Rob, fangen wir mit einer einfachen Frage an: Wieso sind deine Alben nicht mehr als Downloads bei Jamendo verfügbar?

Rob: Ich bin ein Verfechter der Creative Commons. Ich glaube daran, dass alle Musik unter der non-commercial Creative Commons-Lizenz verfügbar sein sollte. Trotzdem sollte aber jeder, der CC-lizenzierte Musik herunterladen möchte, ein minimale Gebühr zahlen müssen – mit der Option mehr zu spenden. Irgendwas vernünftiges wie 5 Bucks für ein Album oder 50 US-Cent für ein einzelnes Stück. Das würde uns Künstlern helfen, weiterhin Musik machen zu können.

Meine Alben sind bei Jamendo wieder verfügbar, aber nur noch als Streaming-Alben. Dies ist ein neuer Service von ihnen, den sie einigen Künstler angeboten haben, eventuell war ich sogar der erste. Ich bin jetzt auch bei ihrem kommerziellen Programm angemeldet. Ich denke es ist großzügig, Leute seine Musik online komplett kostenlos zum anhören zur Verfügung zu stellen. Als ich meine Alben bei Jamendo zum kostenlosen Download eingestellt habe, hat das sehr geholfen, meine Fan-Gemeinde in Europa zu vergößern.

Vorteile von CC-Musik

Christian: Wenn jetzt jeder zahlen müsste, um deine Musik runterzuladen, wo wäre da noch der Unterschied zwischen CC-Musik und "normaler" Musik?

Rob: CC-Musik kann legal online und offline weiterverbreitet werden von denen, die sie runtergeladen haben. Magnatune.com setzt das so um. Dazu ist CC-Musik DRM-frei. Sie kann legal für nicht-kommerzielle Podcast, Filme, Videos, Remixe und vieles mehr verwendet werden.

Christian: Ok, das ist ein Punkt für dich. Wobei das natürlich von der gewählten CC-Lizenz abhängt. Wenn sie cc-nc-lizenziert ist, stimmt das natürlich. Was den Punkt mit dem offline-teilen angeht, vor ein paar Jahren war das ja noch komplett über die Fair-Use-Klauseln gedeckt. Auf jeden Fall ist die CC ein guter Weg, wie ein Künstler den Fans sagen kann, was er für fair hält.

Rob: Also meine Musik habe ich schon immer unter cc-nc-sa gestellt.

Christian: Nochmal die Frage, wo ist jetzt der Unterschied zu normaler Musik? Es gibt dutzende Online-Radios, YouTube, Last.FM und viele mehr, die genau diesen Service anbieten: Du kannst Musik online hören, aber nicht kopieren.

Rob: Ich habe bei Jamendo ein ziemliche Popularität und Reichweite - und das in Europa. Meine Last.fm-Hörer sitzen hauptsächlich in Amerika. Und Jamendo wird meine Musik jetzt auch für kommerzielle Lizenzierungen verwenden. Also ein klein wenig anders als ein Radio ist es schon.

Christian: Aber wieso hast du das jetzt aufgegeben? Hoffst du mehr CDs zu verkaufen, wenn deine Musik nicht mehr legal runtergeladen werden kann?

Rob: Ich habe es ja nicht aufgegeben. Meine Fans können die Musik immer noch hören - die alten Stücke und auch das, was ich in Zukunft produzieren werden. Ja, ich hoffe jetzt mehr Verkäufe zu haben, so wie das auch bei den anderen Anbietern ist, die meine Musik vertreiben. Im Internet ist es noch lange nicht üblich, dass Künstler ihre gesamte Album als Streams anbieten.

Neues Remix-Album in Arbeit

Christian: Ok, wenn das deine Ansicht von "Fair use" ist, dann kann ich das akzeptieren. ;)

Rob: Apropos, ich arbeite gerade übrigens an einem Remix-Album, dass im Sommer veröffentlicht wird. Ich denke, es wird dir gefallen.

Christian: Klingt interessant. Was für ein Stil wird es sein? Und hast du schon mal darüber nachgedacht, deine Musik bei ccmixter.org hochzuladen?

Rob: Es wird Electronica/down-tempo sein. Ich schau mit ccmixter.org mal an.

Christian: Super. Ich bin sicher, wenn du deine Musik dort hochlädst, wird sie auf ganz neue Art gemixt werden, als du vermuten würdest. :) Habe gerade eben gesehen, dass du dort schon vertreten bist. :) (Rob bei CCMixter.org)

Rob: Yah, denke ich laden mal ein Stück dort hoch. Wie gesagt, ich arbeite zur Zeit ja selber an einem Remix-Album, dass ich dann auch vermarkten und verkaufen möchte.

2006 habe ich schon mal einen Remix-EP veröffentlicht. Da es kein ganzes Album war, habe ich sie nicht unter cc gestellt und sie wird nur über iTunes vertrieben.

Christian: Schade. Aber kommen wir mal zurück zum Anfang: Du hast bei Jamendo die Möglichkeit abstellen lassen, deine Musik runterzuladen. Wieso hast du das gemacht?

Rob Costlow
Foto: Melissa Costlow

Rob: Die freien Downloads sind ausser Kontrolle geraten - und es kommt zu wenig Geld zurück. Die Hoffnung war, dass für die Alben genug Geld gespendet würden um die kostenlosen Downloads zu rechtfertigen. Das passierte nicht. Und einige mögliche Partner waren über die Weitergabe so auch nicht sehr erfreut.

Christian: Kannst du eine Hausnummer nennen? Wie war die Raten von Downloads zu Fans, die gespendet haben? Und denkst du, dass sie gezahlt hätten, wenn es die Musik nicht kostenlos gegeben hätte?

Rob: Fast 140.000 Downloads und Spenden in Höhe von $1000. Das macht 0,7 Cent pro Album. Kannst du meinen Punkt jetzt sehen? Update: Die $1000 setzen sich zusammen aus Spenden in Höhe von $500 und weiteren $500 an Werbeanteilen.

Christian: Ok, das ist in der Tat ein ziemlich kleines Pünktchen. Andererseits sind es $1.000 und du musstet nur einen Account anlegen und die Musik hochladen.

Ein Künstler braucht viele Standbeine

Rob: Naja, wenn ein Künstler davon leben muss, seine Alben zu verkaufen, dann ist das zu wenig. Ich frage mich oft Fans denken, wenn sie eine CD kaufen und danach feststellen, dass sie sie auch umsonst hätten bekommen können. Ich wende Jahre und tausende von Dollar auf, um diese Alben zu produzieren

Hältst du es eher für eine Marketing-Möglichkeit für Artisten um Öffentlichkeit zu erreichen und dann vielleicht von einem großen Label oder Agenten entdeckt zu werden? Das Label oder der Agent werden dem Künstler eher nicht erlauben, seine Musik nachher noch bei Jamendo herunterzuladen. Was denkst du, wieso ich meine Musik weiterhin kostenlos als Download bei anbieten sollte?

Ich denke mein Punkt ist, dass ich nicht die einzige Person bin, die beteiligt ist. Es gibt andere Leute dort draussen, die Anteile von dem nehmen, was mit meiner Musik verdient wird, ich fange ja nicht gerade erst im Geschäft an. Jamendo nimmt Anteile von den Spenden - und nach dem was ich gehört habe, verdienen sie auch nicht wirklich viel.

Nehmen wir mal an, Jamendo-Mitglieder wären meine einzigen Fans. Ich hätte nicht genug Geld, um nach Europa zu fliegen und vor ihnen zu spielen. Und würden sie dafür zahlen, mich zu sehen? Ich hoffe es, aber es braucht einiges an Marketing und Dollars, um einen Auftritt zu organisieren und zu bewerben. Was wäre, wenn ich nur von dem Verkauf von Alben leben müsste?

Ich gehe davon aus, dass viele CC-Musiker in der Zukunft Downloads in geringerer Qualität erlauben werden - vielleicht sogar mit Sprache-Einblendungen - bei kostenlosen Diensten wie Jamendo. CD-Qualität wird nur gegen Geld zu bekommen sein.

Ich versuche jetzt nicht geizig oder so zu sein. Es ist ziemlich schwierig, solche Statements ordentlich rüberzubringen. :)

Christian: Ich denke, du vertrittst deine Position sehr gut. Und deine Musik kann ja noch kostenlos angehört werden. Geiz sieht anders aus. Deine Musik ist auch noch bei Magnatune verfügbar. Was bieten die an, was Jamendo nicht hat?

Rob Costlow
Foto: Melissa Costlow

Rob: Bei Magnatune müssen die Leute bezahlen, um an die Musik sie kommen. Es gibt dort verschiedene Modelle. Monatliche Mitgliedschaft oder den Direktkauf von Alben. Dazu lizenzieren sie meine Musik weiter und machen Marketing für mich.

Christian: Naja, es ist relativ einfach, dort die Musik trotzdem runterzuladen - und offline zu hören. Man muss nur die letzten 15 Sekunden wegschneiden... Aber du hast Recht, der Fokus von John (John Buckman, Gründer von Magnatune) liegt definitiv mehr darin, Musik zu verkaufen, als nur passiv dafür zu werben. Ich würde mich freuen von dir zu hören, wie das neu angelaufene PR-Programm von Jamendo bei dir funktioniert.

Rob: Ja, John vermarktet seine Artisten bei Shows wie SXSW und anderen. Er hat meine Musik kommerziell über 80 Mal lizenziert. Ich hoffe, mit Jamendo in Europa ähnliche Erfolge zu erzielen.

Fans wollen Musik in Top-Qualität

Christian: Also selbst wenn deine Musik jetzt bei Jamendo nicht mehr verfügbar ist, sie ist immer noch irgendwo da draussen frei verfügbar und sie darf dank CC legal verteilt werden. Was genau ist jetzt dein Vorteil?

Rob: Einige Leute werden Musik immer verbreiten, egal ob es erlaubt ist oder nicht. Wenn ich nur von den Fans leben müsste, die Musik kostenlos oder für einen frei gewählten Preis herunterladen, müsste ich noch Sozialhilfe beziehen. Ich plane, spezielle Pakete für meine Fans anzubieten, bei denen sie zuätzliche Dinge zu den Downloads bekommen wie Autogramme, Poster, Bonus-Tracks, und so weiter. Diese Pakete werden nur auf meiner Webseite verfügbar sein. Auf jeden Fall werden Dienste wie Jamendo weiterhin notwendig sein, um Leuten dabei zu helfen, meine Musik zu entdecken und zu hören.

Die Musikliebhaber, die ich kenne, wollen üblicherweise Musik in Top-Audio-Qualität - und die will ich als Käufer gewinnen.

Die Leute können meine Musik dann jetzt nicht mehr einfach runterladen - zumindest bei Jamendo. Sie müssen dafür bezahlen, um sie in hoher Qualität herunterzuladen oder auf CD zu bekommen. Dann können sie sie aber auf ihre iPods packen, im Auto hören, in CD-Playern, und so weiter. Da ist immer noch ein großes Problem. Nachdem ein Künstler ein gewisses Level an Arbeit erreicht hat, dass er frei oder unter CC veröffentlicht, muss er Einkommen generieren. Wenn die Download nichts an den Künstler spenden (oder Tickets für Live-Auftritte kaufen), dann lohnt sich das für manche der Künstler einfach nicht mehr.
Kostenlos Musik zu verteilen ist essentiell für einen neuen Künstler. Seine Musik unters Volk bekommen und Fans zu gewinnen. Aber wenn sich die Situation von der Einkommensseite her nicht ändert, dann werden wir wahrscheinlich bald sehen, dass Künstler nicht mehr alle Alben kostenlos veröffentlichen, nicht mehr unter Creative Commons veröffentlichen. Künstler müssen kreativ werden. Ich für meinen Teil habe Lizenzierungen, Notenblätter und andere Pläne, um weiter Geld reinzubekommen.

Christian: Kannst du eigentlich von deinem Label und den CD-Verkäufen leben?

Rob Costlow
Cover: Rob Costlow

Rob: Nein, noch nicht. Aber hoffentlich bald. Die Vertriebspartner nehmen ihren Teil von allen Verkäufen und ich muss auch meine Co-Produzenten bezahlen. Nokia und Conrad haben gut gezahlt (2-3k sind jeweils in meiner Tasche gelandet), aber die Magnatune-Verkäufe waren etwas niedriger. Ein paar Tausender waren es insgesamt schon.

Ich arbeite auch daran, mehr live aufzutreten. Ich arbeite daran, mehr Fernseh- und Film-Musik zu produzieren, die dann eben nur für TV- oder Filmspots verwendet wird.

Piraten als Multiplikatoren

Christian: Was denkst du in dem Zusammenhang von "Musikpiraten"? Fühlst du dich von ihnen betrogen?

Rob: Wenn sie bei meinen zukünftigen Auftritten vorbeikommen oder meine Musik anderen vorspielen, die dann meine Arbeit kaufen - egal ob CDs oder Notenblätter - dann komme ich mit ihnen klar. :)
Ich habe ein Problem mit Piraten, die kostenlose Download anbieten, aber Geld mit Werbung verdienen. Das ist nicht fair und ich denke, die Creative Commons-Szene diskutiert noch darüber, wie man damit umgehen soll. Einige Formen davon sind wahrscheinlich sogar legal.

Ich glaube, dass jeder Musikfan der wirklich die Musik eines Künstlers mag, in irgendeiner Form helfen will, dass der Künstler weiterhin Musik erschaffen kann. Ob er jetzt eine Show besucht, T-Shirts kauft oder Freunden den Künstler empfiehlt.

Christian: Du hast erzählt, dass deine Fan-Gemeinde in Europa dadurch gewachsen wäre, dass du deine Alben unter CC veröffentlichst. Hast du hier auch Zahlen?

Christian: Ok, da waren 140.000 alleine über Jamendo. Ich hatte viele Verkäufe über iTunes in Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Wie ich vorher gesagt habe, gab es nur $1000 an Spenden für all die Downloads bei Jamendo. Und ich bin einer der Künstler, die dort am meisten verdienen. Ich muss jetzt also andere Wege finden, Geld zu verdienen.
Ich bekomme viele E-Mails aus Großbritannien, Frankreich, Polen, Deutschland und Italien. Radio Sweden hat mich auch kontaktiert um meine Alben zu bekommen, um mich in Schweden zu bewerben. All das kam nur durch die Veröffentlichung auf Jamendo.

Christian: Du hast auf deiner Webseite einige Verkäufe aufgezählt. Denkst du, du hättest sie auch erreicht, wenn du deine Musik nicht kostenlos verteilt hättest?

Rob: Nein, auf keinen Fall, die Musik freizugeben war essentiell für meine Verkäufe. Zum Beispiel kam mein Vertrag mit meinem Hauptvertreiber im Digitalbereich übers Podcasting. Ich habe meine Musik 2005 an über 1.000 Podcaster geschickt. Viele haben sie gespielt, das führte zu einer Aufmerksamkeit und am Ende hat mich der Vertreiber kontaktiert – aufgrund eben dieser Verbreitung. Durch ihn kam ich auch an den Nokia- und den Conrad-Hotel-Deal.

Wo sollte man Robs Musik kaufen?

Christian: Wo kann ich deine Musik kaufen? Und welchen Quelle bevorzugst du?

Rob: Du kannst physische CDs auf CDBaby.com kaufen. Sie verschicken weltweit. Dort bekommst du auch die Orginal-CDs. Magnatune dagegen reproduziert nur die CDs und benutzt nicht die ganze Artwork aussenrum.

Christian: Oh, ich dachte Magnatune würde das ganze Paket verkaufen? Also was wäre die bessere Wahl für mich - und für dich? Bekommst du mehr Geld, wenn ich die CD bei CDBaby.com oder bei Magnatune kaufe?

Rob: Magnatune brennt eine CD in Audio-Qualität und druckt nur das Cover dazu. Ich verdiene mehr, wenn du die CD bei CDBaby.com kaufst. Meine Alben dort werden für $12.99 verkauft. Vergiss nicht, dass Magnatune 50% von jedem Verkauf behält.

Christian: CDBabdy nimmt $4 pro CD und ich bekomme alles? Also sollte ich besser dort kaufen?

Rob: Ja, CDBabdy ist in den meisten Fällen besser, wenn wir von Gewinn pro CD reden. Reconstruction und Wood of Chaos sind jetzt in umweltfreundlichen Papierhüllen erähltlich. Es gibt Informationen auf Vorder- und Rückseite und natürlich die CD. Sophomore Jinx ist als Digi-Pack erhältlich. Es gibt also mehr ausser der Musik. In Zukunft werde ich wahrscheinlich alle Alben in Eco-Jackets veröffentlichen.

Christian: Und Jamendo?

Rob: Jamendo ist super für Musiker, die gerade ihre Karriere bekommen. Um aber einen Künstler seine ganze Karriere über auf der Seite zu halten, müssen er und Jamendo kreativ werden und sicherstellen, dass es andere Einkommensquellen gibt, die die Musik weiterspielen lassen. Mit ihrem neuen Lizenzprogramm haben sie einen guten Weg eingeschlagen.

Christian: Auf den Rückseiten deiner CDs prangt eine furchteinflössende Warnung. Sie besagt, dass das FBI mich verfolgen wird, wenn ich diese CD weitergebe. Hast du nur vergessen, einen Hinweis auf die CC anzugeben?

Rob: Das ist ein Standard-Text, der hier in den USA auf fast allen CDs abgedruckt ist. Ich will damit auch zum Ausdruck bringen, dass ich das Copyright sowohl an der Musik selber als auch an der Aufnahme habe. So soll es auch dafür sorgen, dass niemand die Musik transkribtiert und die Notenblätter dann verkauft. Jeder der weiss, dass ich ihm das Recht gewährt habe, die Musik unter CC zu verteilen kann dies natürlich tun. Da aber die meisten Menschen noch nicht wissen, was es mit der CC auf sich hat, bin ich lieber etwas vorsichtiger und schreibe nicht auf die CDs, dass sie frei kopiert werden können. Vielleicht werde ich in Zukunft einen Hinweis auf die CC auf den CDs abdrucken oder im Booklet bringen.

Christian: Bevor wir zum Schluss kommen, nochmal auf etwas, was du vorher ähnlich gesagt hast: Ist es für dich reines Marketing, Musik unter CC zu veröffentlichen? Du willst die Musik also nicht "befreien"?

Rob: Der größte Teil ist Marketing. Aber dennoch glaube ich auch, dass Musik verteilt werden muss, weshalb ich meine unter cc-nc-sa stelle. Für mich klappt da gut, weil es viele Möglichkeiten gibt, Musik zu verkaufen. Ausserdem will ich öfters live auftreten. Wir werden sehen müssen, wie sich alles entwickelt. Wir müssen neue Wege finden, Geld zu verdienen. Miete, Hypotheken und Essen wollen bezahlt werden.

Christian: Gibt es sonst noch etwas, dass du der Welt sagen möchtest?

Rob: Deutschland... Europa... Welt... Folgt eurer Leidenschaft. Was immer es ist, habt keine Angst. Geht es an!

Musik zu gewinnen!

Wer bis hierhin gelesen hat, soll dafür auch belohnt werden. ;) Wer Robs Musik gerne auf CD haben möchte, kann sie natürlich kaufen - oder einfach hier gewinnen. Kurze Nachricht über das Kontaktformular, am 31.04.2009 wird dann ausgelost.

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Kommentare (9)

Ich habe keine Ahnung wie es heute mit den Lizenzen funktioniert - wie wohl Millionen andere auch. Wenn ich die Leistung anderer, egal welche, in Anspruch nehme, muss ich für Ausgleich sorgen.
Ich gehe davon aus, dass mein Musikdienstleister den Künstler entlohnt.

Irgendwie finde ich solche Diskussionen schade. Wieso muss man sich für getane Arbeit - Spaß dabei hin oder her - rechtfertigen? Bis gerade ebend war mir, als normaler Konsument von Musik, nicht mal klar, dass der Künstler um sein Lohn betteln muss! Schon traurig!

Wenn mir ein Titel bei iTunes gefällt, kaufe ich den. Probehören 30 Sekunden - mehr gibt es nicht. Das reicht auch.

Sind die Nutzer von "freien" Titel bereit etwas für den Ausgleich zu schaffen oder nehmen die nur?

Ich bin für die Abschaffung von irgendwelchen freien Geschichten. Schon allein darum, damit ich dem Pianisten in der bar nicht aus Mitleid sonder als Belohnung bezahle.

Hi Hannes!

Natürlich sind Nutzer von "freien" Titeln bereit, die Künstler zu entlohnen. Aber die Künstler verlangen das nicht, sie freuen sich darüber. Wirfst du jedem Straßenmusiker oder - noch schlimmer - den Musikern in S- und U-Bahnen Geld in den Hut, nur weil sie eine Leistung erbringen?

Musiker, die Werke unter freien Lizenzen veröffentlichen, haben verstanden, dass es vollkommen unrealistisch ist zu fordern, für jeden Nutzungsvorgang sofort entlohnt zu werden oder ansonsten den Anwalt vorbei zu schicken. Wenn du keine freien Werke nutzen willst: Bitte. Niemand zwingt dich dazu. Aber fordere doch nicht den Künstlern zu verbieten, ihre Werke zu verschenken.

[...] Rob Costlow, ein absolutes Ausnahmetalent am Klavier. Kaum jemand schafft es, sich der Austrahlung seiner Musikstücke zu entziehen. Dieser Song trägt den Namen "Family" - Familie. Und worum geht es in der Weihnachtszeit, wenn nicht um die Familie? [...]

Sehr interessantes Interview. Vielen Dank.

Interessant klingt mehrdeutig. Egal wie es gemeint war: Gerne geschehen. Mir hat es Spaß gemacht. :)

Also sorry, aber ich habe für Rob hier überhaupt kein Verständnis.
Das ist eine Vergewaltigung der CC-Lizenz.

Seine Musik vom Netz zu nehmen, weil man jetzt aber Geld damit verdienen will. Aber trotzdem unter CC... naja hört sich an als ob sich jemand nicht entscheiden kann. Ich wehre mich gegen so etwas vehemment, und glaube dass dies der falsche Weg ist.

Wie oft wurde betont das die Künstler durch Events, Konzerte und kommerzielle Radio-Aufführungen Geld verdienen können? Das sei die Zukunft der Musik. Aha, und nun soll das also doch nicht so gehen. Da bekommt eben "freie" Musik einen komischen Beigeschmack.

Das ist auch Wasser auf die Mühlen der Feinde der freien Musik-Szene. Die Hilflosigkeit wird ja dann deutlich wenn jemand die Musik im Netz kostenlos veröffentlichen würde. Da unter einer CC-Lizenz wäre es legal, die Musik kostenlos zu verbreiten. Ein Konzept das zum Scheitern verurteilt ist. Auf der einen Seite wird versucht die Tracks nur gegen Bares zugänglich zumachen, auf der anderen Seite aber erlaubt man die Weitergabe durch die CC-Lizenz.

Die "Stream-Lösung" ist hingegen ein Wink mit dem Zaunpfahl. Kommerzielle Anbieter wie "Hulu" nutzen das auch, um die Hörer/Seher an eine Seite zu binden. Ja nicht den Leuten erlauben das Werk auf die Festplatte zu speichern. DRM-Light, wenn man so will. Es weicht die Grenzen auf zwischen freier und kommerzieller Musik. Wie lange es wohl dauert bis die Ersten mit CC werben aber dann gegen die Nicht-Zahler losgehen?

Ne, sorry Rob kommt bei mir auf die schwarze Liste. So etwas will ich nicht unterstützen.

Ich lese immer frei und CC Lizenz...
Da Du die Musik hörst und Rob Zeit und Geld investiert hat: was tust Du persönlich für Rob dafür? Das soll fair sein?
Darüber sollte diskutiert werden...

Die Aussage finde ich zu hart. Eher sind die Zahlen eine Schande für die Höhrer freier Musik. 140.000 Downloads und 81 Downloads haben ihm dafür etwas gezahlt. Ist das Weg der CC? Kunst konsumieren und hoffen, dass der Künstler schon irgendwie über die Runden kommt?

Ich Robs Weg, den direkten Download auf Jamendo sperren zu lassen, als ein interessantes Experiment an. In einem halben Jahr oder so werde ich mal nachfragen, ob er jetzt mehr Kohle bekommen hat - oder im Gegenteil sogar weniger.

Die geringe Spendenbereitschaft bei Jamendo liegt aber auch an den Spendenmöglichkeiten bei Jamendo.
Ausschließlich Paypal und Kreditkarte. Diskussionen über andere Spendenmöglichkeiten
oder die Spendenbuttons optisch präsenter zu machen werden ignoriert.

R9zNJY dbtgbpghyyao, [url=http://culonatustfy.com/]culonatustfy[/url], [link=http://jyeenuxlfduo.com/]jyeenuxlfduo[/link], http://awcqryfyajjb.com/

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