Eurovision Song Contest 2010 mit zwei Gewinnern: Lena und Peter Nalitch

Alles in allem war der Eurovison Song Contest aus Oslo mittelmässig und ohne nennenswerte Höhepunkte. ;)

Nur Deutschland darf sich nach 28 Jahren endlich wieder richtig freuen. Der Sieg ist eine Sensation. Lena war in Bestform, wie wochenlang zuvor auch schon Raab, ohne dessen Unterstützung dieser Erfolg nicht möglich geworden wäre.

Überraschung? Die größte Überraschung für mich war, dass der NDR zu gewinnen bereit war, hatte man uns doch Jahre lang das Gegenteil signalisiert. Wenn man dies - nach etwa der 5. Wertung - realisiert hatte, war der Punkteregen für Lena keine Überraschung mehr, sondern eher der konsequente Vollzug der zuvor massenhaft verbreiteten Sensationsmeldungen ihres Erfolges und Sieges.

Ein verdienter Sieg für Lena

denn mit einigen wenigen Ausnahmen war die Konkurrenz eher langweilig. Ich hätte es sogar begrüßt, wenn zumindest Osteuropa den bis dahin inszenierten Konkurrenzkampf mit der Aserbaidschanerin Safura bis ins Finale mit simuliert hätte. So kam bei mir - genau wie schon in den vorangegangenen Jahren - zu keinem Moment Wettkampfstimmung auf.

Die 12 Punkte aus Osteuropa

dümpelten stattdessen von einem Land zum anderen und vermittelten mir einen sehr zurückhaltenden Eindruck. Den Eindruck hatte ich übrigens schon bei der Auswahl der jeweiligen Musikstücke, weswegen ich bei einigen Musikern genauer nachhakte. Für die operettenhafte ESC-Revue waren zwar viele Stücke ungeeignet, aber immerhin hatten einige Musiker interessante Botschaften für Europa.

Diese wurden vom Kommentator Peter Urban durchweg ignoriert, er glänzte mal wieder als Experte für Make-Up, Frisuren, Choreographien und Kleidung und konnte sich bei keinem Beitrag aus Osteuropa eine gehässige Spitze verkneifen. Auch wiederholte er im Finale stumpf seine Anmoderationen aus den Semifinale. Aber genau dieser Stil repräsentiert leider das relativ niedrige Niveau des ESC-Diskurses in Deutschland.

Der wahre Gegenkandidat Deutschlands

war Russland. Während "Unser Star für Oslo" als ein geschickt inszeniertes Produkt der Musikindustrie seine erfolgreiche Vermarktung feiert, präsentierte Peter Nalitch OHNE vorangeganenes PR-Geklapper demonstrativ seine selbstbestimmte Marktuntauglichkeit, und führte bei immerhin 39 Teilnehmern mit einem sagenhaften Platz 11 im Finale alle Strapazen, Behauptungen und Berechnungen der Musikindustrie ad absurdum.

Ein ausführliches Profil von ihm kann hier gelesen werden.

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Kommentare (2)

Peter Urbans kommentare haben den diesjähjrigen songcontest erst richtig unterhaltsam gemacht. Ein konkretes beispiel war der letzte auftritt von dänemark, zudem er sagte 'ein weiteres opfer der windmaschiene'. Vielleicht hat er tiefere Sinne der stücke nicht weit erläutert, dennoch war er ein lockerer und sehr unterhaltsamer kommentator mit durchaus lustigen kommentaren

naja, obwohl ich Peter Nalitch seinen 11. Platz wirklich gönne, darf man nicht vergessen, dass er den z.B. auch durch die 12. Punkte aus Weißrussland erhalten hat...
Und Peter Urban fand ich als Kommentator sogar richtig gut, zusammen mit dem Liveblogging von Oslog.tv wurde der ESC sogar richtig unterhaltsam. Und ob Urban genug Zeit gehabt hätte, umd die Botschaft, den tieferen Sinn, usw. jedes Musikstückes zu erläutern halte ich für fraglich...
naja, geschmackssache halt

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