Eurovision Song Contest 2014 - Maria Yaremchuk für die Ukraine

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Das Zusammenfallen von internationalen Großereignissen in Politik und dem Eurovision Song Contest ist seit der ukrainischen Ausrichtung in 2004 einerseits und deren Orangenen Revolution andererseits nicht mehr ungewöhnlich. Es war abzuwarten, ob sich ESC und politische Unruhen dieses Jahr in die Quere kommen. Aber - mir ist darüber nichts bekannt geworden. Die diesjährige Vertreterin Maria Yaremchuk wies am 21.02.2014 via twitter jede Vereinnahmung von sich: „I am getting messages with questions whether it is true that I expressed support to some political forces. This is a complete disinformation. I'm with Ukraine!“

Die ukrainische Vorentscheidung fand vormittags am 21.12.2013 statt und es gewann also Maria Yaremchuk mit dem Song „Tick Tock“. Man bekam allerdings den Eindruck, dass die Ukrainer dieses Jahr nicht wirklich was reißen wollten. Marias selbst geschriebener Song ...Tick tock tricky tricky tock tock tock... nervte einfach nur. Aber die Ukrainer wären nicht die Ukrainer, wenn sie uns beim ESC nicht immer wieder vorführten, dass sie mit Kreativität und Fleiß in der Lage sind, aus Schund noch Gold zu machen.

Gleich nach dem Sieg der Vorentscheidung kündigte Maria in einem Interview mit esckaz schon an, dass sie Lied und Performance noch mal überarbeiten würde. Die überarbeitete Version von "Tick Tock" präsentierte sie am 07.02.2014 als Pausenact in der Maltesischen Vorentscheidung, aber auch diese Version fiel bei den Fans durch. Nun holte sich die 20 Jahre alte Maria Unterstützung von der bereits bekannten schwedischen Autorin Sandra Bjurman (Aserbaidschan 2010 und 2012) und dem Komponisten Stefan Örn (Aserbaidschan 2010, 2011, 2012, 2014). Letzterer optimierte Sound und Arrangement und Sandra Bjurman überarbeitete den Text. Nun heisst es im Refrain „Can you hear me go tick tock, my heart is like a clock, I'm steady like a rock... sch don't stop....

Ein erstes Staunen verursachte Maria am 05.04.2014 beim Promo-Event „Eurovision In Concert“ auf kleiner Bühne in Amsterdam mit – wie sollte es anders sein – einer frechen und selbstbewussten Performance. Man nahm nun auch endlich wahr, dass Maria in diesem Jahr zu den schönsten und ausdrucksstärksten Teilnehmerinnen gehören wird, was im TV immer ganz gut ankommt.

Obwohl Song und Clip retro sind, gehört das Lied in diesem rückwärts gewandten Jahrgang zu den moderneren Stücken. Wenn ihr Musik-Clip andeutet, was sie in ihrer Performance in Kopenhagen bieten wird, hat sie sich mit dieser ursprünglich banalen Nummer meiner Wahrnehmung nach sogar zu einer Anwärterin auf den Sieg gemausert.

http://www.youtube.com/watch?v=sdAf2EjhRiE

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