Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen - What was right - and what was wrong?

Inszenierten NDR und Medien die Band ELAIZA in Deutschland noch als erfolgreiche Überraschungssieger, gaben sie bei dem von Buchmachern vorhergesagten schlechten Ergebnis im internationalen Wettbewerb auffallend schnell klein bei. Dieser Mangel an Kampfgeist wirkte dubios.

Es zeigte sich schnell, dass der deutsche Beitrag in internationalen Fangruppen als schwerfällig abgeschrieben wurde. Man hätte ihn locker überarbeiten oder austauschen können. Stattdessen hat man ihn in einem Preview-Clip noooooch laaaangsamer eingespielt. Beim Eröffnungsempfang auf dem roten Teppich präsentierten sich die drei Damen nicht in Gala, sondern wie Passantinnen. Als würde der NDR das alles zum ersten Mal machen. Dafür kamen ELAIZA in PKs und Interviews locker und sympathisch rüber und spielten auf Wunsch jedes Lied. Wann haben wir jemals so eine fähige Gruppe zum ESC geschickt?

Für ELAIZA war es bestimmt nicht schön, unter all den Mitstreitern in den Medien zu den traurigen Schlusslichtern gezählt zu werden. Zu erleben, wie die eigene Delegation sie falsch berät. Um 5 vor 12 haben sie sich Unterstützung geholt (angeblich Jerry Appelt), die ihnen half, ihre Performance etwas aufzupeppen, um zumindest das Schlimmste zu verhindern. Mit Platz 18 jedenfalls keine rote Laterne.

Meinungsmache
Um Conchita Wurst aus Österreich wird seit September 2013 eine Anti-Russland-Kampagne lanciert. Armenien und Schweden wurden bei Buchmachern wechselweise wochenlang als mögliche Sieger gehandelt. Nach dem grandiosen Auftritt auf dem roten Teppich und der interessanten Performance im 1. Semifinale schossen die Niederländer in den Wettquoten nach oben. Und jetzt schaue man sich das „verblüffende“ Ergebnis an:

1. Österreich
2. Niederlande
3. Schweden
4. Armenien

Zufall? Wollten NDR und EBU nicht jede Einflussnahme ausschließen? Statt Televoter und Jury haben also anonyme Lotto-Tippgemeinschaften, Buchmacher und Medien das Sagen. Dann kann man ja das Regelwerk einstampfen. Der Medienhype um Wettbewerb und gerechtes Voting ist eine reine Scheindiskussion und diente bislang neben ein wenig Unterhaltung und Geldverdienen eher der Polarisierung Europas und Diskreditierung der Nicht-Nato-Länder.

Über dieses Anliegen hat der NDR Sinn und Zweck dieser Musikveranstaltung aus den Augen verloren. Kommentator Peter Urbans Mangel an Neutralität und Distanz wirkte beklemmend, als wollte er uns mit einsilbigen Anmoderationen pflichtgetreu ins Alltagselend des Kalten Krieges zurückführen. In diesem Stimmungsbild wirkt der österreichische Sieger nicht mehr freigeistig oder fortschrittlich, sondern wie aus der Mottenkiste. Dass seine überwiegend schwulen Fans in der Halle zwei 17 Jahre alte Sängerinnen aus Russland, die Tolmachevy Sisters, bei wirklich jeder sich bietenden Gelegenheit dermaßen ausbuhten, dass die Mädchen backstage weinten, zeugt nicht gerade von Menschenfreundlichkeit, Toleranz und Interesse an der Musikveranstaltung.

Nichts Neues
Die dänischen Gastgeber präsentierten keine Neuerungen oder Sensationen, die vielen Rückblicke, virtuelles Museum und ehemalige ESC-Stars sorgten eher für Gemütlichkeit. Ich hatte den Eindruck mir eine 20 – 30 Jahre alte Aufzeichnung anzuschauen. Wenn man doch konsequenterweise den Party-Hype auch noch aufgegeben und die 100%ige Live-Musik wieder eingeführt hätte. Dann hätten z. B. Bands wie Firelight aus Malta, The Shin aus Georgien und ELAIZA zeigen können, was in ihnen steckt.

Fazit: Man sollte dem gesunden Zweifel am Gesamtkonzept des Eurovision Song Contest mal wieder eine gerechte Chance geben. Is it right or is it wrong?

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