Frauenpower aus Slowenien beim ESC – Maja Keuc

Kurz-URL: http://mkzä.de/969
Maja Keuc - Foto: Dejan Nikolič

Neben Weissrussland und Albanien (ferner auch Zypern und Griechenland) lässt auch der slowenische Beitrag von Maja Keuc gerade noch die Herkunft erahnen. Im Gegensatz zum albanischen Stück, das den Hörer auf Abstand hält, fühle ich mich von der slowenischen Power-Ballade in den Bann gezogen. Das liegt vor allem an der wunderschönen Background-Musik vom Komponisten Matjaz Vlasic mit der nuancierten Instrumentierung und entfernten Anklängen an Zigeunermusik.

Mir gefällt die Karaoke-Version fast noch besser. Vielleicht gibt es ja die/den eine/n oder andere/n mit starker Folk-Stimme, die/der eine eigene Version zu diesem Lied ins Netz stellt? Ich würde mich darüber freuen.

Im Grunde kann die Karaoke-Version sogar als das Original betrachtet werden. Hierzu die ESC-Interpretin Maja Keuc (Homepage mit Video zur 1. Probe und Pressekonferenz):

First was only an instrumental background. I was adding a vocal melody, Mr. Vlasic and his wife were writing the lyrics and Mr. Grabner arranged the whole song. After that we try to do some improvements, but it was not so easy because the music was already expressed something that cannot be put into words and cannot remain silent.

Mit ihrer Interpretation dieses slowenischen Liedes “Vanilija“ gewann sie eindeutig die slowenische Vorentscheidung, im Vergleich zur etwas geglätteten, englischen ESC-Version „No One“ klingt die slowenische Version insgesamt wilder.

Maja begründet ihre Entscheidung, ihr Lied in Englisch vorzutragen, ausschließlich musikalisch. Es falle ihr leichter, Melodien und Töne in englischer Sprache zu artikulieren. Das glaube ich ihr. Maja fühlt sich nämlich am meisten zur Soul- und Funkmusic hingezogen, was man hört, aber was für meinen Geschmack nicht 100%-ig zu dieser Ballade passt. Obwohl sie fantastisch singt, geht mir R & B- und Neo-Soul-Gesang, der vor allem in Casting-Shows bevorzugt kopiert wird, mit seinen lauten Passagen und immergleichen Verzierungen langsam auf die Nerven. Und dabei böte gerade der Song Contest mit seiner langjährigen Geschichte und seinen starken Sängerinnen - von Frida Boccara (1969) bis zu Marija Serifovic (2007) - viele Vorbilder für europäische populäre Gesangskunst. Mit europäischen Vorbildern würde es dann auch mit der slovenischen Sprache wieder besser klappen.

Maja Keuc ist dieses Jahr mit ihren 19 Jahren die jüngste Sängerin. In Interviews und in Pressekonferenzen macht sie allerdings mit ihren oft unkonventionellen, pragmatischen Antworten einen sehr selbstbewussten, sicheren und humorvollen Eindruck. Auf die Frage eines Bewunderers, woher ihre gute Stimme käme, antwortete sie: „Von meiner Lunge.“ Auf die Frage nach der politischen Dimension des Contestes, auf die fast alle Teilnehmer ausweichende Antworten geben, antwortete Maja: „It can bet rue, that the contest is a political event. […] I think that competition in artistic sphere is like an illusion. Everyone sees different things and appreciate different features. But I am not against competitions, because there is a lot of fun and sometimes we need a little bit more adrenalin in our life.”

Maja Keuc verabschiedet sich in ihrem Lied "No One" von falschen Freunden, die einen zunächst völlig vereinnahmen, dennoch nie zufrieden sind und im Grunde nicht bieten, was sie versprachen. Ich frage mich heimlich, ob sich darin nicht auch eine kleine politische Spitze des Balkans verbirgt…

I’m not made of stone
I’m gonna stand on my own
Not gonna break me down
No one will stop me now.

No one will stop me now... Ja, das wird man ihr nach der Power-Vorstellung wohl abkaufen. Unterstützt wird sie in Düsseldorf von den Background-Sängerinnen Katja Koren, Sandra Feketija, Martina Majerle und Ana Bezjak. Für diese Sängerinnen ist die ESC-Bühne nicht neu, alle haben schon als Backgroundsängerinnen teilgenommen.

Auf der Webseite von Maja sind im Pressekit die beiden Lider "Vanilija" und "No One" herunterladbar. Hier die Direktlinks zu den Downloads:
Vanilija und No One

Hintergrundinformationen: esckaz.com

Deine Bewertung: Keine Durchschnitt: 1 (1 vote)

Kommentare (5)

ich fand sie war die beste des esc dieses jahres
sie hatte die beste stimme
und ihr lied passt zu ihrer stimme
aserbajan hat ja gewonnen
das hätet ich nciht gedacht
ich sah sloweinen auf den ersten platz
österreich auf den zweiten platz
und deutschland auf den dritte platz

Ja ja und bei Lenas Song kann man die Herkunft ganz klar erahnen...

It’s very great informative stuff shared here useful one for many others who needs this kind of stuff,… 11g dumps 156-215.70 braindumps latest 199-01 dumps 1y0-a05 free braindumps dumps for 1y0-a08 1z0-047 dump 1z0-050 exam dumps 1z0-051 braindump

Hmmh, eigentlich ist das doch nicht schlecht, wenn die anderen Songs nicht rausstechen. Denn auch wenn man Lena´s Song nicht mag, rausstechen wird er auf jeden Fall!

Also für mich hört sich auch dieser Beitrag an wie schon 10000 Mal gehört. Und genau das ist wohl die Absicht, nur nicht herausstechen, nur vielleicht ein bisschen, gerade genug um ein bisschen aufzufallen. Kurzum: Langeweile schon nach wenigen Takten. Natürlich ist das handwerklich auf höchstem Niveau, das hilft aber auch nicht drüber hinweg, dass es ein kühl gestaltetes Design-Produkt ist.

Das liegt eben in der Natur der Veranstaltung. Für alle erträgliches Massenfernsehen, kultureller Beitrag nicht gegeben. Am Ende entscheidet die Rocklänge.

Artikel

Projekte

Interviews

Informationen