Spenden für den Free! Music! Contest 2010

FMC10-LogoZur Zeit läuft ja, wie dem werten Leser geläufig sein dürfte, die Anmelde-Phase des Free! Music! Contest. Höhepunkt des Contests wird am 2.10. eine Party in der Kreativfabrik in Wiesbaden sein. Bzw. es wird einen "Konzertabend mit Tanzmöglichkeit und Getränkeausschank" geben. Aber ich greife voraus...

Eine Party kostet Geld. Vor allem, wenn man eher unbekannte Bands einlädt, die dazu noch einen längeren Anreiseweg haben und übernachten müssen. Eine Location muss gemietet werden und man braucht Personal. Mit dem Kreativfabrik e.V. haben wir in Wiesbaden einen tollen Partner, über den wir die Location inkl. Personal für umme bekommen! Bleiben also die Kosten für die Bands. Ah, und eine CD wollen wir auch herausgeben. Auch das kostet Geld. Das wir nicht in der Schublade rumliegen haben. Wir sind ja ein armer kleiner Verein ohne Kohle. Was macht man also? Man sucht Sponsoren.

Die meisten antworten auf E-Mails gar nicht. Werden wahrscheinlich sie genug Bettelschreiben bekommen. Und wieso sollte man da auch nur ein Standardschreiben zurückschicken? Aber eine Antwort gab es. Die möchte ich der Allgemeinheit nicht vorenthalten, stammt sie doch immerhin aus dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Sehr geehrter Herr Hufgard, Ihre Nachricht an [xxx] habe ich zuständigkeitshalber erhalten. Eine Förderung Ihres Projekts ist nicht möglich, da in diesem Jahr bereits alle finanziellen Mittel disponiert wurden.

Soweit so gut. Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass wir Geld bekommen würden. Die meisten Firmen verplanen ihr Geld Anfang des Jahres. Aber einen Versuch war es wert. Doch es geht noch weiter:

Im übrigen verweise ich darauf, dass die Landesmittel zur Musikförderung grundsätzlich nicht dazu dienen, die Eintrittspreise zu Parties herabzusetzen, sondern die Schaffung, Interpretation und Verbreitung von Musik zu fördern und zu ermöglichen.

Moment. Schaffung von Musik - findet bei einem Live-Auftritt statt. Sonst wäre es auch ziemlich ruhig. Viele Bands interpretieren auch die Stücke Anderer. Und verbreitet wird die Musik auch, und zwar auf dem Free! Music! Sampler

Hätte ich doch nur von einem "Konzertabend mit Tanzmöglichkeit und Getränkeausschank" statt von einer Party gesprochen. Und natürlich, dass das Geld nur für die Finanzierung der Auftritte benötigt wird. Dass dadurch der Eintrittspreis gesenkt wird, muss man offensichtlich verschweigen.

Kommt aber noch besser:

Da Sie ja die Auffassung vertreten, dass geistig-schöpferische Arbeit allgemein und insbesondere das Komponieren und Interpretieren von Musik grundsätzlich kein finanzielles Entgelt verdient, verstehe ich nicht ganz, wieso bei Veranstaltungen dieser Art überhaupt Kosten entstehen können.

Mh. Mir wirft man innerhalb der Piratenpartei vor, ein Agent der Musikindustrie zu sein weil ich fordere, statt Mainstream zu kopieren, Indie-Kunst zu fördern, indem man deren Werke kauft. Klingt das wie "Komponieren und Interpretieren von Musik sollen grundsätzlich kein finanzielles Entgelt verdienen"? Ich habe niemals behauptet, ein Kreativer dürfe kein Geld mit seiner Arbeit zu verdienen. Ganz im Gegenteil bewerben wir auf dieser Webseite hier Projekte, die Künstlern dabei helfen können, leichter mit ihren Fans in Kontakt zu treten, neue Fans zu finden und ihre Kunst auch in Bares umzuwandeln.

Der einzige Vorwurf den ich mir mache lasse ist der, dass wir bevorzugt über Künstler berichten, die ihre Fans nicht von Anwälten jagen lassen und die das kostenlose Kopieren ihrer Werke erlauben.

Einer geht noch:

Die Musik von den Bands selbst dürfte doch ebenfalls nichts kosten.

Immerhin das stimmt. Die Musik selber kostet nichts. Wenn man sie vom Band abspielt und die Urheber nennt. Aber halt: Da stand doch was von Bands, die live spielen. Womit wir bei Anreisekosten wären und eventuell Kosten für die Übernachtung. Und auch Künstler bekommen Hunger. Dazu muss noch die Kreativfabrik bezahlt werden. Ein wenig Werbung brauchen wir auch.

Genug des Lästerns. Kommen wir zu den:

Zahlen

Der gesamte Contest wird ~2000€ kosten. Davon gehen ~1500€ für die CD-Produktion drauf und 500€ für die Party. Plus noch ein paar hundert unbezahlter Stunden für die PR-Arbeit, das Spendengebettel, Bemutterung der Bands, Diskussionen mit dem Grafiker (der übrigens auch für lau arbeitet!), Verhandlungen mit der CD-Firma, ... Aber das machen wir gerne - denn wir bekommen dafür verflucht viel gute Musik zurück, lernen nette Leute kennen und haben auch auf der Party mächtig viel Spaß.

Geldzusagen haben wir zur Zeit in Höhe von 965€. ~300€ haben wir noch in der Vereinskasse und bei den Eintrittsgeldern rechnen wir mal ganz optimistisch mit 175€. Da haben dann aber auch die Vereinsmitglieder Eintritt gezahlt und die Bands für Tickets, die sie eventuell an Fans verlost haben - es gibt keine Gästeliste!

Offen sind also noch 560€. Macht gerade mal 224 CDs - bei 2,50€ pro CD. Dann sind wir bei Null, und können nicht mal den Bands Belegexemplare schicken. Weniger als 1.000 CDs zu produzieren lohnt sich nur bedingt, denn die Stückpreise gehen dann ziemlich hoch und auch mit der Doppel-CD sieht es dann eher schlecht aus.

Nicht falsch verstehen, das soll jetzt kein Rumgeweine sein. Ich gehe davon aus, dass wir im freien Verkauf über 400 CDs abgesetzt bekommen. Aber meine Mitvorstände setzen mir die Pistole auf die Brust: Keine CD-Produktion, wenn die Vereinskasse damit ins Minus rutscht.

"Wieso produziert ihr überhaupt CDs? Ich hab seit Jahren keine mehr in den Händen gehalten!" kommt an dieser Stelle üblicherweise als Argument. CDs kann man toll verschenken. CDs kann man jemandem in die Hand drücken, der mit BitTorrent, ed2k und "Brenn dir halt eine Audio-CD" nichts anfangen kann und iPod für eine verbotene Substanz hält. Eine CD drückt man auch schnell mal jemandem auf der Straße in die Hand.

So, und jetzt bist du dran, lieber Leser. Falls du den Sampler vom letzten Monat nicht kennst, lad ihn dir hier runter und entscheide, ob du uns zutraust, auch dieses Jahr wieder eine Spitzenmischung an Musik auszuwählen. Wenn du das tust, dann haben wir hier einen

Deal für dich:

Du unterstützt den Free! Music! Contest 2010 und bekommst als Dank:
Ab einem Euro: Gutes Karma!
Ab 20€: Zwei CDs (Mit niedriger Nummer ;)
Ab 50€: außerdem eine namentliche Nennung im Booklet und auf der Webseite.
Ab 100€: dazu noch das offizielle FMC-T-Shirt mit deinem Namen und wahlweise dem Aufdruck "Sponsor" auf der Rückseite. Und natürlich freien Eintritt auf der Party für dich incl. Begleitung und je einem Freigetränk. Du bist dann ein VIP. Ein Very Important Pirate.

Auf die Namensnennung kann selbstverständlich auch verzichtet werden! Und genauso freuen wir uns aber auch über Spenden (wir sind als gemeinnützig anerkannt, du kannst sie also von der Steuer absetzen!) und Klicks auf den Flattr-Button.

Sollten wir mehr Geld einnehmen, als in der hier geschilderten Kostenaufstellung gezeigt, haben wir bei der Wahl der Live-Band etwas mehr Spielraum. Zur Zeit haben wir eigentlich überhaupt keinen. :) Vielleicht können wir ihnen dann noch ein nettes Geschenk mit auf den Heimweg geben. Oder wir produzieren den Sampler hochwertiger. Und falls dann immer noch was übrig bleibt, haben wir ein wenig Puffer für weitere Aktionen.

Hilf uns, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu zeigen, dass Piraten bereit sind, für Künstler in die Tasche zu greifen!

Spenden:

Musikpiraten e.V.
Kto: 116481003
BLZ: 508 525 53
Kreissparkasse Groß Gerau





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Kommentare (3)

Offen gesagt finde ich, mit 2.50 Euro pro Doppel-CD ist der letzte Sampler EXTREM unter Wert verkauft worden. Gerade in Anbetracht dessen, dass es eine kostenlose Download-Version gibt, wäre es mehr als vertretbar, für die CDs in Zukunft zumindest einen Preis zu nehmen, der die Kosten für den Wettbewerb wieder reinbringt. Z.B. 8 Euro pro Sampler, macht 5 Euro Gewinn, deckelt bei 400 verkauften Exemplaren die Kosten für den nächsten Wettbewerb und ermöglicht weitere fantastische, inspirierende Aktionen in der Zukunft!

Einige Leute hätten damit eventuell auch wieder ein riesiges Problem, aber mal ehrlich, das wäre dann *ihr* Problem.

Nur ist dann das Problem, dass man die 400 Stück für 8€ verkauft bekommen muss. :) Noch hat sich nicht rumgesprochen, wie fantatisch genial die Auswahl auf dem Sampler war. Es haben uns glatt Leute die CDs zurück gegeben, weil sie keinen der Künstler darauf kannten. Selbst du warst ihnen nicht bekannt!

Haha ist doch klar das man von irgendeinem Ministerium kein Geld für sowas bekommt. Da hocken die ganzen Lobbyisten der Musikindustrie bzw verborte Konservative Internetausdrucker ;)

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