lax-o-mat

Band des Monats: lax-o-mat

lax-o-mat haben es geschafft, sich beim Open Music Contest als einer der wenigen Acts mit elektronischer Musik gegen eine ziemlich breit aufgestellte Konkurrenz durchzusetzen und die Jury mit ihrem Track "Smoke" zu überzeugen. Ihr Album "Tamaxol - 3x täglich" ist bei dem Netlabel Moodsplateu als kompletter Download und bei last.fm stückweise erhältlich. Nach ihrem Auftritt in Marburg haben wir den beiden mal ein wenig auf die Zähne gefühlt.

Ope

Christian:
Hi lax-o-mat! Ihr seid am Wochenende im Nachtsalon aufgetreten - als eine der Gewinnerbands des Open Music Contest der AStA Marbug. Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr die Nachricht bekommen habt, dass ihr bei dem größten Wettbewerb rund um freie Musik gewonnen habt?

lax-o-mat bandportrait

Keimling:
Ich fands ziemlich geil, schließlich machen wir ja noch nicht so lange Musik. Das war ein gefühlter Aufstieg um drei Klassen von lokaler Unbekanntheit zu überregionaler Unbekanntheit!
Beim Auftritt in Marburg war dann leider aufgrund der viel zu frühen Auftrittszeit kaum Publikum zugegen.

Christian:
Das war ja jetzt nicht euer erster Auftritt. Wo habt ihr sonst noch schon gespielt?

YAKUMO:
Unsere bisherigen Auftritte entsprangen aus Kontakten, die wir bereits besaßen und fanden in Chemnitz und Leipzig statt. Schön war jedoch der Auftritt zusammen mit Classless Kulla und istarielasterfahrer im AJZ Chemnitz (Alternatives Jugend-Zentrum).

Keimling:
Der Gig in Marburg war unser fünfter.

Christian:
Wie seid ihr auf den Namen lax-o-mat gekommen?

Keimling:
Uj, naja - sollte halt was cooles, lässiges sein, aber auch ein wenig technisch klingen. "lax" kommt also von "relax" und o-mat ist eben die Maschine, die lax macht. ;o)

Christian:
Euer erstes Album Tamoxal - 3x täglich ist beim Netlabel moodsplateau veröffentlicht worden. Wie viele Musikfans haben es schon runtergeladen?

Keimling:
Keine Ahnung, die haben keinen öffentlichen Zähler. So zwei bis Leute werden es schon anhören, zumindest bekommen wir gelegentlich recht gute Resonanz.

Christian:
Plant ihr, das Album auch auf CD herauszugeben?

YAKUMO:
Ja, es ist in naher Zukunft schon geplant, CDs für einen kleinen Kostenbeitrag zu verteilen.

lax-o-mat beim Auftritt

Keimling:
Wenn man ein schönes Cover gestaltet und vielleicht ein kleines Booklet, könnte man es bei Auftritten verscherbeln. Aber nicht in hoher Stückzahl. Später, wenn wir dann unheimlich berühmt sind, könnte man sicher eine DVD veröffentlichen. Ich mag den Mehrwert-Gedanken dabei. Die Musik selbst sollte frei sein.

Christian:
Wie lange macht ihr schon zusammen Musik?

Keimling:
Seit 2004 gelegentlich und seit 05 dann intensiver. Wir sind schon länger Kumpels. Musik kam erst später hinzu.

Christian:
Euer Stil ist ziemlich abgefahren. Eine Mischung aus "Der Dritte
Raum", "The Prodigy" und "Chemical Brothers" mit weniger Gittare und industrial Einflüssen. Wie seid ihr dazu gekommen?

YAKUMO:
Ich glaube wenn man Musik macht, will man Sounds und Strukturen anderer Musiker zu einem konsequenten Track zusammen führen, der einem von vorn bis hinten kompromisslos gefällt. Oft höre ich Tracks, bei denen mir nur Elemente oder Parts gefallen und finde es schade, dass nicht mehr draus geworden ist. Der eigene Style an Strukturen und Sounds kommt dann automatisch beim produzieren, bei dem natürlich unterschiedlichste Ideen und Emotionen einfließen.

lax-o-mat bandportrait

Keimling:
Also das kommt von den Hör-Vorlieben. Ich für meinen Teil mochte früher HipHop, dann Techno und später eher Prodigy und Drum'n'Bass. Als ich mit Gitarrespielen anfing, eröffnete ich mir die ganze schöne Welt des Blues und Rock mit den alten Größen Led Zeppelin, Rory Gallagher, usw. Jedenfalls ist es nun eher so, dass ich in beinah jedem Genre, das es gibt, Stücke mag. Ob melodisch, hart, langsam, schnell. Völlig wurscht. Hauptsache gut.

Yakumo mag Aphex Twin, Funkstörung, LFO, usw. Außerdem war er lange in der Dancehall-Szene, was mir auch gefällt und hat eine lustige Komponente, die wir gern immer wieder aufgreifen. Oft fängt auch einer was an, das den anderen dann inspiriert und völlig umkrempelt. Das ist jedesmal anders und ein cooler Prozess.

Christian:
Ihr habt eure Musik unter Creative Commons veröffentlicht. Wie habt ihr von diesem Lizenztyp erfahren? Und wieso habt ihr euch dafür entschieden?

YAKUMO:
Ich habs von Keimi erfahren! :0) Er konnte mich dafür schnell begeistern, da ich Musik für ein allgemeines gesellschaftliches Gut halte. Darüberhinaus träumen wir nicht davon, mit unserer Musik Geld zu verdienen. Es wäre auch schade, dass aus dem jetzigen Spaß Streß und Arbeit würde.

Keimling:
Als Netzreisender stößt man früher oder später auf diesen Lizenztyp - zum Beispiel bei Wikipedia - und das hat halt bestens auf die Einstellung gepasst, die Musik vorrangig frei populär zu machen.

Christian:
Danke für das Interview. Ich freue mich darauf, euch bald mal wieder live erleben zu können!

Keimling:
NIEMALS!!1 Naja, ok... Hoffentlich kommen dann auch mehr Leute. ;o)

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