eDonkey2000

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Das eMule-MaskottcheneDonkey2000 (abgekürzt auch eD2K) ist einer der großen Konkurrenten von BitTorrent. Dabei ist eDonkey2000 zum einen der Name des Filesharing-Netzes an sich, aber auch der Name des ersten Clients für dieses Netz. Bei eD2K kommen sowohl das Peer-to-Peer-Prinzip als auch das Client-Server-Prinzip zum Einsatz. Die Software, die vom Benutzer zur Teilnahme am Netz installiert wird, nennt man aber davon unabhängig nur "Client".

Geschichte

Ursprünglich konnten Nutzer das Filesharing-Netz nur mit der Software eDonkey2000 von MetaMachine nutzen. 2002 entstand dann aus Unzufriedenheit mit dem ursprünglichen eDonkey2000-Client das eMule-Projekt, um einen alternativen Client auf Open-Source-Basis zu schaffen.
2006 wurde dann der zu dem Zeitpunkt größte Server "Razorback 2.0" von der belgischen Polizei vom Netz getrennt. Aufgrund der enormen Datenmenge wurden keine Verbindungsdaten auf den Festplatten gespeichert, weshalb jegliche Information des 16 GB großen Arbeitsspeichers beim Abschalten verloren ging.
Im September 2006 wurde auch der Vertrieb des eDonkey-Clienten eingestellt und die Webseiten von MetaMachine, der Entwicklerfirma des ursprünglichen Clients abgeschaltet. Da das Netz aber autark funktioniert und zu diesem Zeitpunkt der Open-Source-Client eMule bereits einen Anteil von über 90% im eD2K-Netzwerk hatte, bedeutete dies keinen großen Verlust für die Nutzer.

Dateisuche und Tausch

Mit Hilfe von ed2k-Links kann ein Server in die Server-Liste oder eine Datei in die Download-Liste des Clients aufgenommen werden. Folgende Links zeigen beispielhaft deren Aufbau:
Datei: ed2k://|file|datei.txt|123|1234567890abcdef1234567890abcdef|
Server: ed2k://|server|195.245.244.243|4661|

Linkbestandteile

ed2k://|file Identifiziert den Link als Protokoll ed2k und als Datei file.
datei.txt Gibt dem Client den Namen der Datei an. Austauschbar.
123 Gibt die Größe der Datei in Byte an.
1234567890abcdef1234567890abcdef Gibt den Hash-Wert an, um die Datei zu identifizieren. Bei Dateien, die größer als ein sogenannter „Chunk“ sind, ist es der übergreifende MD4-Hash aus allen aneinandergehängten MD4-Einzelhashes, welche aus je einem Chunk zu ungefähr 9,28 MB (exakt 9500 KB bzw. 9728000 Bytes) Daten errechnet werden. Bei Dateien, die nur einen Chunk groß (oder kleiner) sind, ist es direkt der MD4-Hash dieses Chunks.
eD2K-Benutzer können diesen eD2K-Link an andere eD2K-Benutzer weitergeben; der Link zeigt immer auf dieselbe Datei (wobei der Dateiname keine Rolle spielt, es sind lediglich Größe und Hash-Wert entscheidend). Daher sind zu ein - und derselben Datei auch oftmals mehrere Dateinamen im Umlauf, manche Clients können dem Benutzer eine Liste der im Netz gefundenen Dateinamen anzeigen, so dass der Benutzer einen dieser Dateinamen auswählen kann.

Die Content-DB (eMule Content Database) ist das offizielle Linkportal des eMule-Projekts Ein Team aus Moderatoren, verwaltet dort eine von Benutzern gepflegte Liste legaler Inhalte des eD2K- und Kademlia-Netzes. Neben Freeware- und quelloffenen Programmen sind dort unter anderem auch unter der Creative-Commons-Lizenz stehende Musikalben und eBooks zu finden. Die Inhalte werden von den Moderatoren auf Viren und Fakes geprüft, so dass für den Benutzer keine Gefahr besteht.

Verbindungsvarianten

Client-Server

Der Client versucht, eine Verbindung zu einem Server aufzubauen. Dabei findet im wesentlichen folgende Kommunikation zwischen Client und Server statt:
Der Client übermittelt die Informationen über seine freigegebenen Dateien (Shares) an einen Server, der diese indiziert.
Der Client möchte eine Datei suchen und übermittelt einen Teil eines Dateinamens (einige andere Eigenschaften wie Dateigröße sind ebenfalls möglich) an einen oder mehrere Server. Die angefragten Server durchsuchen ihre Indizes und schicken die entsprechenden eD2K-Links zurück.
Der Client fragt regelmäßig alle bekannten Server ab, welche Clients die Dateien freigeben, die er herunterladen möchte. Die Server schauen in ihren Indizes nach und senden IP-Adressen und Ports dieser Clients zurück.
Die Server verwalten also nur einen Index der freigegebenen Dateien und der dazugehörigen Client-Adressen. Ein Server speichert und verschickt keine Dateien, sondern lediglich deren Metadaten.

Serverlos

Der serverlose Betrieb funktioniert auf Basis des Kademlia-Algorithmus. Auch hier wird ein Einstiegspunkt ins Netz gebraucht. Sobald man einmal mit einem anderen Client verbunden ist, erhält man eine Liste mit Clients, die man auf der Suche nach einer bestimmten Datei fragen kann. Wenn ein Client die Datei nicht hat (übrigens der Regelfall), "weiß" er zumindest, welcher andere Client der Datei topologisch näher ist und bei der Suche weiterhelfen kann. Da die Suche hier aber sehr langsam funktionierte, wird heute eine gemischte Struktur eingesetzt. Sofern die "zentralen" Server ausfallen, kann weiterhin dezentral gesucht und getauscht werden.

Peer-to-Peer

Sobald ein Client vom Server über andere Clients informiert wurde, versucht er sich mit diesen zu verbinden. Im Folgenden werden die Clients Peers genannt, da sie gleichgestellt sind und der eD2K-Server in diesem Teil der Datenübertragung keine Rolle mehr spielt.
Ein Peer hat eine begrenzte Anzahl von Upload-Plätzen (Slots). Jeder Peer, der bei einem anderen Peer eine Datei anfordert, belegt einen Slot bei diesem. Sind alle Slots belegt, kommen die Peers in eine Warteliste (Queue) und müssen warten, bis sie dran sind.
Die Peers können eine Datei von mehreren Quellen gleichzeitig herunterladen und somit die Download-Zeit verkürzen. Gleichzeitig können sie die fertigen Teile (Chunks) ihrer noch laufenden Downloads bereits an andere Peers verschicken.

Rechtliches

Spiegel Online meldete am 23. Mai 2006, dass tags zuvor „völlig überraschend (...) Fahnder gegen Tausende deutsche eDonkey-Nutzer losgeschlagen“ hätten. Zu dieser Meldung war nie wieder etwas zu vernehmen, keine Verfahren wurden bekannt.
Am 12. September 2006 wurde der Vertrieb des eDonkey-Clienten eingestellt und die Webseiten von MetaMachine abgeschaltet. Des Weiteren erklärte sich Metamachine bereit, 30 Millionen Dollar an die RIAA zu zahlen, um einen Rechtsstreit zu vermeiden.

Rechtliche Lage bei eDonkey-Links

Mit Beschluss vom 15. Juli 2005 hatte das Landgericht Hamburg über die Zulässigkeit von eDonkey-Links auf urheberrechtlich geschütztes Material auf einer Website im Rahmen eines Verfahrens im einstweiligen Rechtsschutz zu befinden. Das Gericht war hier der Auffassung, dass sowohl der Seitenbetreiber als auch der Serverinhaber als Störer im Rahmen eines urheberrechtlichen Unterlassungsanspruchs herangezogen werden könnten.
Unproblematisch ist das Setzen von eDonkey-Links natürlich dann, wenn der Urheber damit einverstanden ist. Es kann für Urheber im Einzelfall durchaus sinnvoll sein, Werke über Tauschbörsen anzubieten, statt dafür Speicherplatz auf einem Webserver anzumieten. Dabei ist für den Nutzer zu beachten: Dass ein Werk mit Zustimmung des Urhebers unter einem eDonkey-Link erreichbar ist, bedeutet nicht zwingend, dass das Werk gemeinfrei geworden ist. Es bedeutet lediglich, dass der Urheber mit der Verbreitung im eDonkey2000-Netz einverstanden ist. Für die Verbreitung in anderen Netzen braucht man weiterhin die explizite Zustimmung des Urhebers.

Dieser Artikel basiert in weiten Teilen auf dem Wikipedia-Artikel eDonkey2000 und steht folglich unter cc-by-sa

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Kommentare (10)

Is there a plugin that I can use on my site: http://www.i-like-to-spam-in-boards.com/

Thanks!

Spammer... pffft.

Nachmacher.

Pah, BT ist Konkurrenz, eD2K unangefochten. :p

Doppel-Pah, du bist befangen! *G*

Du ja offenbar auch, so offensiv, wie du per Twitter Werbung für den miesen Konkurrenten machst. :P

Mitbewerber... Es ist ein Mitbewerber. :)

... der hier zu Unrecht geradezu aggressiv gefördert wird!

Hey, das ist kein Chat hier. :P
Wir machen per Mail weiter, ok? :)

Na gut. :(

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