Vorbis

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Entwicklung

Wenn man heutzutage Musikdateien aus dem Internet herunterlädt, dann sind diese in der Regel entweder in mp3 kodiert oder in einem proprietären DRM-behafteten Format. Propietär heisst in diesem Fall, dass die Funktionsweise des Systems vom Hersteller unter Verschluß gehalten wird, und insofern keine freie Implementierung geschrieben werden kann. Mp3 gilt zwar schon seit Jahren als quasi-Standard, ist jedoch technisch seit langem von anderen Codecs überholt. Der direkte Nachfolger von mp3 beispielsweise, aac (findet sich meist in Containern mit der Endung .mp4 oder .m4a) findet hauptsächlich in Apples iTunes-Shop Verwendung. Daneben existieren noch die Formate wma, (Windows Media Audio) und Real Audio. Diese Formate haben jedoch das Problem, dass ihre Funktionsweise meist nur teilweise bekannt ist und sie zusätzlich durch Patente geschützt sind, was eine Implementierung meistens kostspielig macht. Viele Linuxdistributionen liefern deswegen gar keine Software mehr mit, die das Abspielen dieser Formate ermöglicht. Damit sind die Benutzer gezwungen, entweder proprietäre Codecs teuer zuzukaufen oder sich Software aus rechtlichen Grauzonen zu besorgen. In diesem Fall bedeutet proprietär, dass nur ausführbarer Binärcode vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird.

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Logo von Xiph.org

Als die Frauenhofer-Gesellschaft damit begann, Lizenzgebühren für MP3 Codecs zu verlangen, wurde damit begonnen, eine Alternative zu entwickeln. Dieser Codec unter dem Namen Vorbis xiph.org/vorbis, oft auch als Ogg-Vorbis bezeichnet, ist im Gegensatz zu den anderen Codecs unter einer BSD-Lizenz freigegeben und nicht durch Patente geschützt, so dass ihn Jeder kostenlos in fast beliebigen Umfang einsetzen kann. Von der Qualität her ist Vorbis mp3 deutlich überlegen und kann mit den anderen gängigen Codecs mithalten, was Hörtests immer wieder belegen. In der Welt der freien Software ist der Codec weithin bekannt und ein Quasi-Standard, darüber hinaus ist er leider noch relativ unbekannt.

Programme

In den letzten Jahren hat sich die Unterstützung für Vorbis deutlich verbessert. Die meisten freien Mediaplayer (etwa mplayer, vlc oder Helix) unterstützen den Codec von Haus aus, ebenso der Real Player oder Winamp, für den Media Player und Quicktime gibt es Plugins, die die Unterstützung nachrüsten. Bei mobilen Geräten unterstützen beispielsweise Geräte der Firmen iRiver und Trekstor den Codec. Eine vollständige Liste der Geräte findet sich
auf Xiph.org. Vorbis-Streams können sich in ogg-Containern mit der Endung .oga (ogg Audio, veraltet: .ogg) oder .ogv (ogg Video) finden, aber auch in Alternativen Containern wie Matroska oder OGM. Verwendung im Internet findet Vorbis unter anderem in der Wikipedia, so wie im DeutschlandRadio und vielen Internetradios. Desweiteren werden Vorbis im Rahmen der video- und audio-Tags von HTML5 wahrscheinlich von der Firefox-version 3.1 direkt im Browser unterstützt.

Ebenso wie Vorbis im Videobereich existiert auch ein freier Videocodec für ogg-Container namens Theora. Dieser ist jedoch keine Eigenentwicklung, sondern eine Weiterentwicklung des VP3-Codecs von On2 Technologies, kann aber ebenfalls ohne Zahlung von Lizenzgebühren irgendeiner Art frei verwendet werden. Theora kann jedoch nur im Bereich niedriger Bitraten mit aktuellen Codecs konkurieren, was einerseits daran liegt, dass viele der wichtigen Methoden zur Videokomprimierung patentiert und somit nicht verwendbar sind und andererseits am relativ alten Ausgangscodec.

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