The Tunnel: Indie-Thriller der Spitzenklasse

The Tunnel

2007 beendet die Regierung von Neusüdwales abrupt ihren Plan, die Wasserreservoirs in den verlassenen Bahn-Tunneln unter der australischen Hauptstadt Sydney zu nutzen. 2008 kommen dann Gerücht auf, die Regierung wolle etwas vertuschen, urbane Legenden behaupten dazu, in den Tunneln würden Menschen verschwinden. Die investigative Journalisten Natasha Warner (Bel Delia) beschliesst daraufhin, mit ihrer Filmcrew bestehend aus Peter (Andy Rodoreda), Steve (Steve Davis) und Tangles (Luke Arnold), die Labyrinthe zu besuchen. Statt aber dort eine Story zu finden, findet die Story sie. Erst verschwindet der Tontechniker Tangles, dann die mitgebrachten Lampen.

The Tunnel ist ein "Mockumentary", also ein Spielfilm nach Art einer Reportage. Interviews der Filmcrew werden mit von ihnen aufgenommen Szenen aus dem Untergrund zu einem fesselnden Thriller zusammengeschnitten, der den Zuschauer vor dem Bildschirm festhält. Das Anfangstempo ist dabei sehr gemächlich und die erste viertel Stunde zieht sich ein wenig, dann aber nimmt die Handlung zunehmen an Fahrt auf und steigert sich bis zum dramatischen Ende an - immer wieder unterbrochen durch die Interviews.

Der Plan der Filmemacher Enzo Tedeschi und Julian Harvey war ursprünglich, für jeden der 135.000 Frames des Films einen Käufer zu finden und ihn dann frei im Netz zu veröffentlichen. Das klappte nicht ganz, aber immerhin über 40.000 Frames zu je einem Dollar fanden einen Abnehmer. Dennoch haben sie ihn dann über das Vodo-Netzwerk zum Tausch freigegeben, wo der dann immerhalb kürzester Zeit über eine halbe Millionen Mal heruntergeladen wurde.

Das für einen Spielfilm ungewöhnlich niedrige Budget wurde dadurch erreicht, dass nur an vorhandenen Orten gedreht wurde. Dadurch, dass der Großteil des Films aus Sicht einer Nachrichtencrew mit ausschließlich einem Top-Licht gedreht wurde, konnte in den Tunnels sehr schnell - und vor allem billig - gedreht werden. Keine langfristige Beleuchtungseinstellung - hin an den Drehort und Film ab. Zur Zeit sieht es laut Enzo sehr gut aus, dass die alle enstandenen Kosten gedeckt werden können.

Der Film ist nicht, wie bei Vodo sonst üblich, unter eine Creative Commons-Lizenz sondern unter einer selbstgeschrieben p2p-Lizenz freigegeben. Dies erlaubt das Tauschen zu nicht-kommerziellen Zwecken. Abgeleitete Kopien sowie das Aufführen ohne explizite Genehmigung der Rechteinhaber sind nicht gestattet. Dies war nötig, da ansonste einige der Geldgeber das Projekt nicht unterstützt hätten.

Zum Download bei Vodo geht es hier entlang. Wer danach Lust auf mehr bekommt, kann den Film soweit weitere Fan-Artikel im The Tunnel Shop kaufen. Den Film mit über zwei Stunden Bonusmaterial gibt es dort inklusive Versand für 29,95$.

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