Valkaama

Valkaama - Runa und Lasse

Valkaama ist ein in vielerlei Hinsicht ungewöhnlicher Film. Am meisten Aufmerksamkeit erlangte der Film durch seine besondere Entstehung und das damit Verbundene Geschäftsmodell. Valkaama ist ein kompletter Open-Source Film, bei dem auch alle Quellen zur freien Bearbeitung offen liegen, wie man es sonst nur von Softwareprojekten kennt. Gedeckt wird das ganze von der Creative Commons Lizenz BY-SA 3.0 Unported und erlaubt das Weitergeben und Bearbeiten, solange die Namen aller Autoren genannt werden und es unter der selben Lizenz wieder veröffentlicht wird. Auf der Website(valkaama.com) sind der Film in der fertigen Fassung und die Filmquellen zur freien Verbreitung verfügbar.

In Valkaama geht es um den Dichter Lasse, der durch die Welt reist und für einige Zeit bei Runa und ihrem kleinen Bruder lebt und den Alkoholiker Magnus, der dem eigenartigen Hobby nachgeht, andere Leute beim Suizid zu unterstützen. Lasse und Magnus treffen sich, nachdem Magnus einen Freund von Lasse namens Ari getroffen hat. Die beiden reisen dann zusammen nach Inari in Nordfinnlannd.

Mittlerweile gibt es einige kommerzielle Filme, deren DVD-Fassung ein alternatives Ende oder zusätzliche Szenen enthält, aber dass ein Film mit mehreren Soundtracks ausgeliefert wird, ist noch seltener, vor allem wenn es wie bei Valkaama gleich drei verschiedene sind. Die Soundtracks sind von den drei Komponisten Michael Georgi, audioscapist (Patrick Fitzsimons) und Matthias Blazejak erstellt worden und unabhängig voneinander entstanden. Der Film selbst verändert sich dadurch nicht, da sie die selbe Fassung des Filmes musikalisch unterlegen und nichts am Schnitt oder an der angestrebten Wirkung auf der Zuschauer ändern. Die Musikstücke weisen dennoch einige wesentliche Unterschiede auf, einerseits im Stil als auch in ihrer Länge und Häufigkeit, in der sie auftreten. So umfasst die Titelliste von Michael Georgi neunzehn Stücke, während audioscapist ganze dreiundzwanzig erstellt hat und Matthias Blazejak lediglich achtzehn. Valkaama - Magnus trifft AriValkaama - Magnus trifft AriDa der Film insgesamt eine recht melancholische Grundstimmung hat und jeder der Filmmusiken die einzelnen Szenen in ihrer Wirkung möglichst gut zu unterstützen versucht, kann man kaum sagen welcher nun am besten zum Film passt. Man merkt, dass die Komponisten sich Mühe gemacht haben, was dazu führt, dass die Tonqualität der Dialoge und Umgebungsgeräusche fast deplatziert oder gar störend wirkt. Deswegen lohnt es sich, die einzelnen Musikstücke auch ohne den Film anzuhören.

Bevor man den Film nun ansieht, macht es Sinn zu überlegen, welchen Musikstil man bevorzugt und dann den entsprechenden Soundtrack auszuwählen.
Im folgenden gibt es eine kleine Beschreibung der Filmmusiken im Einzelen:

Michael Georgis Musik ist stark vom Klavier geprägt, dessen Töne deutlich im Vordergrund stehen und die Stimmung des Films wunderbar treffen. Untermalt wird das ganze von einigen Streichern, die das ganze wunderbar unterstützen. Klavierfans werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Matthias Blazejak macht elektronische Musik, das hört man sehr deutlich. Die langen, sanften Töne unterstützen gut die nachdenkliche und teilweise langatmige Seite des Filmes, während an anderer Stelle schnelle, rhythmische Elektro-Sounds dominieren. Gute Beispiele dieser deutlichen Unterschiede sind die Titel „Minds Made Up“ und „New Hope“.

audioscapist verwendet wie Michael Georgis auch oft das Klavier, allerdingt mischt der das ganze mit eher elektronischen Klängen, die aber nicht so sehr im Vordergrund stehen, wie bei Matthias Blazejak. Ein gutes Beispiel für diese Mischung sind die drei Teile des Titels „Travelling“. Andererseits gibt es allerdings auch wuchtvollere Sücke wie der Titel „Magnus And Ari Plan“, der die Stimmung von Magnus deutlich aggressiver wirken lässt, als Michael Georgis es tut.
Valkaama - Magnus erzählt von sichValkaama - Magnus erzählt von sich
Wie unterschiedlich das sein, zeigt eine Szene am Anfang des Films, als Magnus anfängt, über sich Selbst und sein besonderes Hobby zu erzählen. Michael Georgis Musik wirkt hier eher gefährlich und bedeutungvoll, während Mathhias Blazejak eher unterschwellige, lange Elektrotöne anschlägt. Beide betonen die Eigenartigkeit von Magnus. audioscapist hingegen betont mit hellen Klaviertönen die Hoffnung, die in Magnus Worten steckt.

Insgesamt macht es Sinn, wenn man sich einige der Musikstücke der Soundtracks anzuhören und dann zu entscheiden, welcher einem persönlich am besten zusagt. Alle Musikstücke stehen wie der Rest des Filmes unter der Creative Commons Lizenz BY-SA und können von der Valkaama-Website auch einzeln heruntergeladen werden.

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