Abgemahnter Iron-Maiden-Fan zerstört seine Medien-Sammlung

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Zerschredderte Iron-Maiden-Medien
Foto: Telepolis

Eine Abmahnung trieb einen Iron-Maiden-Fan zu eiserner Abstinenz von seinen vorherigen Idolen - nachdem ihm eine Abmahnung bezüglich des Wiederverkaufs im Elektrogroßmarkt erstandener CDs ins Haus geflattert war. Zusätzlich spendet er die gleiche Summe die er an den Abmahnanwalt zahlte auch an die Piratenpartei.

Wie Telepolis berichtet, zerstörte der ehemalige Fan nicht nur die abgemahnte CD, sondern auch den Rest seiner Iron-Maiden-Sammlung - "um sicher zu stellen, dass sich unter den vermeintlich originalen CDs nicht wieder ein Bootleg befindet". Hübsch in einen Karton verpackt schickte er sie dem Abmahnanwalt zu, bezahlte "ohne die Anerkennung einer Rechtspflicht" die geforderte Gebühr und überwies den gleichen Betrag auch an die Piratenpartei. Denn genau wie diese sieht er im Abmahnwesen "dringenden Handlungsbedarf und wenig Bewegung bei den etablierten Parteien".

Stefan Herwig, Chef des Dependent Labels und Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf der c/o-pop erklärte gegenüber gulli.com zu dem Vorfall:

Diese Berichterstattung ist reine Anti-Musikindustrie-Propaganda. Netzmagazine wie Telepolis und Golem tun seit Jahren nichts anderes, als uns in einem möglichst schlechten Licht darzustellen. Aber dass jetzt Fakten sogar bewusst verzerrt werden, hat eine neue Dimension. Die Behauptung, dass die Musikindustrie mehrfach versucht hat, den Verkauf von gebrauchten CDs einzudämmen, entbehrt jeder Grundlage. Deswegen prüfen wir jetzt auch die Option einer Gegendarstellung des Sachverhaltes für Heise, sowie eine Beschwerde beim Deutschen Presserat. Der Artikel "Gründe, keine CDs zu kaufen" liefert insofern nur eines: "Gründe, nicht mehr Telepolis zu lesen".

Sein Hauptkritikpunkt scheint auch diesmal wieder zu sein, dass die Musikindustrie als homogener Komplex dargestellt wird, was sie natürlich nicht ist. Nur woher soll ein Fan wissen, welche Anwälte seine Bands in 20 Jahren vertreten? Iron Maiden galten lange Zeit als besonders Fan-freundlich.

So rief 2003 laut laut.de der Sänger Bruce Dickinson bei einem Konzert im Osloer Spectrum 17.000 Fans dazu auf, einen Song aus dem damals noch unveröffentlichten Album Dance Of Death mitzuschneiden und zu verbreiten:

Wir sind nicht Metallica [...] holt eure Digital-Rekorder, MP3-Player oder Handys raus und stellt ihn ins Internet".

Zum Glück geht die Vorratsdatenspeicherung nicht so weit zurück. Wer also damals dem Aufruf gefolgt ist und seine Bandbreite zur Verfügung gestellt hat, um Werbung für die Band zu machen, muss sich keine Sorgen machen.

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Kommentare (2)

Is schon traurig, das man seine "regelkonform" gekauften CDs nicht weiterverkaufen darf.
Da wird der treue User/Fan auch noch dafür bestraft, das er sich die Kohle hat aus der Tasche ziehen lassen...
Ganz ähnlich ist es doch bei der Sony Playstation 3 gelaufen, hab mir jahrelang nur originale spiele für die PS2 gekauft und die PS3 kann die auf einmal nicht mehr? Warum sollte man sowas weiterhin noch machen, wenn es den scheiss ja auch im Netz gibt , ohne Verpflichtungen?
Oder weil man die Originale dann nachher legal verkaufen darf?
Von wegen...
Naja, wählt die Piratenpartei und verpasst den anderen Parteien einen ordentlichen Denkzettel...

Am 27.Sept.09 Klarmachen zum Ändern

ich denke da sind ein paar Iron Maiden ihrer urspruenglichen Bestimmung zugefuehrt worden... :D will man sich ja nicht wirklich anhoeren das Geschrammel... :P

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