Globalisierung alá Kreidler: Fremdarbeit

Kurz-URL: http://mkzä.de/259

GlobalisierungGlobalisierung ist ein Trend, dem sich kaum jemand entziehen kann. Die Klamotten kommen aus China, die Bio-Kartoffeln aus Agypten, der Apfel aus Argentinen und Ex-Export-Weltmeister sind wir auch noch. Dass Globalisierung aber auch wunderbar in der Kunst funktioniert, hat Johannes Kreidler in seiner neusten Aktion bewiesen:

Für sein Werk "Fremdarbeit", dass er für das Festival Klangwerkstatt Berlin als Auftragsarbeit erstellt hat, heuerte er einen Komponisten aus China und einen Audioprogrammierer aus Indien an. Ihre Aufgabe: Typische Exemplare seiner eigenen Musik billig zu produzieren.

Dies ist ihm durchaus gelungen: Während Kreidler 1.500€ erhält, liegen die Produktionskosten bei 600€. Zusätzlich erwartet er noch dreistellige Erträge aus GEMA-Einnahmen. Mit dieser Aktion will Kreidler auf die global ungleichen Löhne und das Outsourcing in einschlägige Billiglohnländer aufmerksam machen - und auf die immensen Gewinnspannen, die damit möglich sind. Mit seiner Kunstaktion führt er diese Mechanismen provokant vor und enthält sich jeder scheinbar versöhnlichen Geste, die der ökonomischen Realität widerspräche. Des weiteren stellt er die Frage nach den Prinzipien von Autorschaft und dem Urheberrecht. Kreidler liess sich von den beiden eine Einverständnisserklärung unterzeichnen, nach der alle Einnahmen aus dem Werk ihm zufliessen - also ein klassicher Buy-Out-Vertrag, durch den ihm sogar die Gelder aus der GEMA zufliessen, die ja eigentlich den Urhebern zustehen würden.

Ein Trailer zur Aktion ist hier zu finden. Das Stück selber wird am 7.11. der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Noch keine Bewertungen

Ein Kommentar

Mal wieder eine geile Aktion von Kreidler.. Seine Sample-Geschichte fand ich ja schon prima. Ist 'n plietscher Jung, dieser Kreidler...

Artikel

Projekte

Interviews

Informationen