Hamburger Mediendialog: Musikindustrie vs. Internet

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Zum Auftakt des dritten Internationalen Mediendialogs in Hamburg haben Vertreter der deutsche Musikindustrie einen fünf Punkte umfassenden Appell zum Schutz geistigen Eigentums in der digitalen Welt veröffentlicht. In dem Postulat heißt es unter anderem, dass Künstler und Kreative vom Kopieren nicht leben können.

Die Schuldigen sind natürlich auch gleich ausgemacht: Die Raubkopierer. So heisst es in den fünf Punkten, die vom Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI) und dem Verband der unabhängigen Musikunternehmen e.V. (VUT) gemeinsam unterzeichnet wurden:

Wir brauchen, wie in Frankreich, neue und effiziente Ansätze zur Bekämpfung des massenhaften Diebstahls geistigen Eigentums im Internet.

Leider wird hier wieder versucht den Eindruck zu erwecken, dass es "geistiges Eigentum" geben würde, und dass das Kopieren von Daten Diebstahl sein. Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Musikindustrie sieht dann sogar den Niedergang der Kultur in Deutschland drohen:

Wenn wir den ungehemmten Diebstahl geistigen Eigentums im Internet weiter zulassen, verspielen wir nicht nur einen der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren Deutschlands sondern auch unsere kulturelle Identität.

Weiter heisst es im Papier, die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssten die Interessen der Zugangsanbieter, der Plattformbetreiber, des Daten- und Verbraucherschutzes aber auch der Künstler und der Kreativwirtschaft gleichermaßen berücksichtigen. Eine von der Industrie sehr gerne vernachlässigte Gruppe fehlt: Die Kunden. Dabei gibt es zur Zeit mit iTunes ein sehr gutes Beispiel dafür, dass ein durchdachtes Produkt auch im Zeitalter von BitTorrent und The Pirate Bay durchaus erfolgreich am Markt platziert werden kann.

Voll und ganz treffend dagegen ist die letzte Aussage:

Vom Kopieren können Künstler und Kreative nicht leben!

Vom Verkauf der Kopien leben in erster Linie die Rechteinhaber - und genau die vertitt der BVMI. Musiker verdienen ihr Geld vor allem über Auftritte. Denn eines wird jeder Musik-Fan bestätigen können:
Ein Live-Auftritt seiner Lieblingsband kann nicht kopiert werden.

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