Holland: Erste Ergebnisse des Creative Commons-Feldversuchs der Buma/Stemra liegen vor

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Buma/Stemra + Creative CommonsWährend in Deutschland die GEMA sich strikt weigert, über Creative Commons-Lizenzen auch nur nachzudenken und sie als "Entrechtung der Urheber" ansieht, ist man im nahen Norden etwas freigeistiger. In Schweden, Dänemark und Holland laufen Experimente, ob und wie Künstler Rechteverwertung und CC kombinieren können und wollen. Letzten Samstag haben jetzt Matthijs Bobeldijk (Buma/Stemra) und der CC-Aktivist Paul Keller auf dem Noorderslag-Festival in Groningen erste Ergebnisse einer Studie über den dortigen CC-Pilotversuch vorgestellt.

November 2009 trafen sich holländische Musiker und weitere Experten um einen Fragebogen auszuarbeiten, der dann Buma/Stemra-Mitglieder und einer kleinen Zahl freier Musiker vorgelegt wurde. Die Umfrage war in zwei Teile geteilt: Im ersten galt es herauszufinden, wieso bis Ende 2009 nur 30 Künstler an dem Pilotprojekt teilgenommen hatten und dabei auch nur knapp 100 Werke creative commons-lizenziert hatten. Im zweiten Teil ging es darum, was die Künstler für Vorstellungen haben, wie mit ihren Werken umgegangen werden darf.

Die Ergebnisse decken sich mit denen, die auch aus zahlreichen anderen Umfragen bekannt sind:

  • 75% der Künstler wünschen sich ein flexibleres Rechtemanagement im Gegensatz zur aktuellen vollständigen Rechteabtretung
  • 69% wollen die Möglichkeit haben, zwischen kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung zu unterscheiden
  • 64% der Befragten hatten noch nie von Creative Commons gehört
  • 25% sind interessiert, die Möglichkeiten des Pilotversuchs auszuprobieren

Bobeldijk und Keller sehen sich folglich in ihrem Vorgehen bestätigt, sehen aber auch noch viel Raum für Verbesserungen. Vor allem die benutzte Definition von "nicht-kommerziell" fanden viele Künstler als zu stark einschränkend. Dies wurde auch bei der Umfrage näher beleuchtet - mit durchaus überraschenden Ergebnissen.

Die meisten Formen der Online-Nutzung wurde von der Mehrheit der Urheber als Werbung für ihre Werke angesehen, die sie auch unentgeltich erlauben wollen. Die traditionellen Nutzungsformen (TV, Radio, Nutzung ins Hotels, Gaststätten, etc) werden dagegen ganz klar als kommerzielle Nutzung betrachtet, für die sie eine Vergütung erwarten.

Creative Commons Holland und Buma/Stemra wollen jetzt den bis zum 23.08.2010 laufenden Pilotversuch entsprechend anpassen und ihn vor allem in Richtung der Künstler stärker kommunizieren. Ebenfalls wird die Definition von nicht-kommerziell angepasst werden.

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Kommentare (2)

Genau meine Denkweise,

die Online-Nutzung sehe ich als Werbung für meine Werke an. Für die kommerzielle Nutzung erwarte ich eine Vergütung. Eigentlich ganz einfach.

Gina Moryson

http://www.youtube.com/watch?v=HE_wjoGHuMU

[...] Zeit nachdem die holländische BUMA/Stemra ihre Erkenntnisse zu ihrer CC-Feldstudie veröffentlicht hat, hat die GEMA sich zum einem großen Schritt entschlossen: Sie erlaubt die Nutzung von [...]

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