Jamendo von MusicMatic übernommen

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Kurz-URL: http://mkzä.de/418

MusicMatic + Jamendo
Was sich schon seit Wochen ankündigt, ist nun offiziell: Jamendo hat den Eigentümer gewechselt. MusicMatic hat die Anteile von Mangrove Capital übernommen. Bei Jamendo gibt man sich optimistisch: Auf diesem Weg möchte man seine kommerziellen Kapazitäten ausbauen und neue Märkte erschliessen.

Bleibt zu hoffen, dass der Schritt erfolgreich ist. Die Spendenbereitschaft bei Jamendo ist nach wie vor extrem gering. Von 760.000 Nutzern haben keine 2.000 jemals gespendet. Bei den Spenden selber geht auch ein Großteil der Einnahmen an die Künstler, so dass die Haupteinnahmen von Jamendo Werbung und Verkauf von Lizenzen sind.

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Kommentare (22)

Das wurde auch Zeit, dass das endlich mal stirbt.

Ts, da ist aber wieder einer gemein... Ich mag Jamendo und fände es sehr schade, wenn das Portal den Bach runtergehen würde.

Zu Jam-Endo wurde ja vom Nachtwächter schon alles Notwendige gesagt. ;)

Ich mag Jamendo zwar sehr gern, aber dass man sich dort über die niedrige Spendenbereitschaft wundert, wundert mich schon.

Wenn man sich selbst als die Adresse präsentiert, unter der es zwar überwiegend unbekannte Alben unbekannter Bands gibt, aber dafür alles *kostenlos* und *legal* ist, wie kann man dann erwarten, das User reihenweise Geld reinpumpen? Der große Anreiz war doch gerade, dass eben alles gratis ist.

Idealismus ist meistens sehr dünn gesät, wenn er Geld kostet. Und wenn man mal die überzeugten Creative-Commons-Aktivisten außen vor lässt, stellt sich doch schon die Frage, warum eine Musikhörerin freiwillig Geld bei unbekannten Jamendo-Musikern lassen sollte, wenn sie es bei iTunes in Songs von prominenten, bekannten oder weltberühmten Bands investieren kann (die für die allermeisten Menschen einfach viel attraktiver sind als unbekannte Werke, das muss man ja auch mal ganz nüchtern zugestehen)

Einspruch. Ich pflege gute Musik in Tonträgerform bei der Band selbst zu erwerben, sofern sie selbiges anbietet. Da weiß ich dann aber auch, dass wirklich 100% meiner Kohle an den Richtigen wandert.

Bei Jamendo wundert sich niemand - ich wundere mich nur jedes Mal, wenn ich die Spendenseite durchgehe. :) Leider sind die Spendenfunktionen relativ gut versteckt, insofern wundert es mich, dass sie überhaupt jemand findet.

@ tux - ich meinte ja nicht alle Musikhörer dort ;-) Aber die große Mehrheit.

Nur mal so ganz nebenbei - Jamendo schreibt in der FAQ, dass Spenden erst an Bands ausgezahlt werden, wenn ihr "virtuelles Konto" einen Betrag von 100 € erreicht hat.

Nun ist es aber doch so, dass die allermeisten Bands, die ab und zu mal eine Spende abgreifen, nie im Jamendo-Leben 100€ erreichen werden.

Unterstellen will ich hier gar nichts, aber mir scheint die Vermutung nicht so ganz abwegig, dass Bands unterhalb der 100€-Grenze nie einen Cent sehen, sofern sie nicht direkt bei Jamendo protestieren?

Mich würde mal interessieren, wie viele der Spenden, die schließlich für die Bands bestimmt waren, Jamendo bisher wirklich ausgezahlt hat. Weiß da jemand zufällig näheres?

Es gibt bis heute 74 Künstler, die über Spenden mehr als 100€ eingenommen haben und weitere 76 mit 50-100€. Davon ausgehend, dass jeder nochmal das gleiche an Werbeeinnahmen und Lizenz hat (das war die Quote, die Rob Costlow hatte, als ich ihn interviewt habe), ist die Zahl der in Frage kommenden Künstler sehr überschaubar...

Diese 150 Künstler haben 67% der Spendeneinnahmen bei Jamendo generiert, die mit mehr als 100€ Einnahmen 51%.

Das entlastet natürlich Jamendo, aber es ist nicht unbedingt eine gute Nachricht für die (ich weiß nicht, wie viele, 15.000?) Musiker dort, wenn sich die wenigen Spenden auch noch auf einige wenige Spitzenreiter verteilen. Vielleicht sind die anderen einfach schlecht? ;-)

Dazu sag ich nur: Klick.

Ich versteh deinen Link nich :/

Ganz ehrlich - ist auch nicht weiter wichtig. ;-)

(Aber wenn Du willst: The Long Tail - Wikipedia)

Ah. Hihi.

@ Musikpirat - Okay, vielleicht wundert sich bei Jamendo niemand über zu wenige Spenden. Aber zumindest alles in allem scheint es mit der Rentabilität des Portals ja nicht so hingehauen zu haben, wie man sich das erhofft hat.

Vielleicht habe ich im Eintrag oben weniger an Jamendo selbst gedacht, sondern eher an gulli.com und viele Blogs, auf denen die niedrige Spendenbereitschaft oft schon... naja... leicht vorwurfsvoll herausgestellt wird.

Vielleicht kommt mir das aber auch nur so vor, weil ich auf Jamendo - tusch - selbst auch noch nie was gespendet (aber auch nichts runtergeladen) habe.

Oller Raubstreamer. :)

Ich muss mich korrigieren. Habe dort *fast* nie was runtergeladen. Zeitmangel. Kommentiere zu viel auf fremden Webseiten...

Wow, man kann es aber scheinbar auch nie allen rechtmachen.
Naja, wer will kann ja der Gema spenden oder selbst Mucke machen, und die dann mit Copyright so zudröhnen, dass man den Song selbst nicht mehr hören darf.
Spenden ist okay, aber nicht bei Jamendo, nicht mit PayPal, sondern nur an den Künstler durch persönliche Übergabe des Zehnten, oder wie?

Und da verwundert es, dass es vielen einfach schnurzegal ist welche Musik wo gesaugt wird?

Beziehst Du Dich auf die Allgemeinheit oder jemanden hier in der Kommentarleiste?

Das Prinzip einer Spende besteht darin, dass jede selbst bestimmt, ob, in welcher Form, wie viel und an wen sie spendet.

(Was nicht heißt, dass ich finde, Jamendo hätte kein Geld verient, ganz im Gegenteil.)

naja, Jamendo will sich ja hauptsächlich über Jamendo Pro finanzieren, was ja auch schon ganz gut zu klappen scheint. Ich glaube, die mangelnde spendenbereitschaft, hat einfach was damit zu tun, dass man nach seiner spende "nichts in der hand hält". Bandcamp geht da mit BCwax (schallplatten mit der musik drauf, in limitierter edition) einen ganz guten weg. Aber auch der verkauf von sonstigem fanzeug (t-shirts, etc...,) sollte bei Jamendo noch mehr in den vordergrund gehen, wie das bei Bandcamp der Fall ist.

Ich glaube auch, dass das wirliche Geschäftsmodell bei Jamendo nicht die Spende an den Musiker sein soll sondern die Vermittlung kommerzieller Nutzungen. Und dazu gibts doch ganz andere Zahlen bei Jamendo. Ich hab mich da letztens mit dem Chef der Musikwoche ein wenig in der Wolle gehabt. Der hatte diese Zahlen mit den Spenden in den Artikel gebaut und ich die mit den Pro-Lizenzen.
Ich glaub, mit dem jetzigen Eigentümer könnte es die Seite noch ne Weile geben, weil die eben genau hier ihr bisheriges Betätigungsfeld haben.
Für mich wäre ein Ende dieser Seite sehr schade, weil ich eben auf diesem Weg ne Menge Bands entdeckt habe, die man sonst nie gehört hätte. (Zum Thema Spenden: Ich gehe lieber in ein Konzert und wenn das gut war, kauf ich mir noch eine CD dazu...)

Klar, mit den Spenden sollen die Musiker angelockt werden, damit Jamendo Musik zum Verkaufen hat. Aber ich finde es halt schon schade, dass so viele Runterladen, ohne auch nur einmal einen Cent an die Künstler zu spenden. Sicherlich gehen dann einige in Konzerte, kaufen Fan-Artikel oder spenden auf der Seite des Künstlers. Aber für Künstler wird Jamendo dadurch nicht umbedingt attraktiv.

Was Jamendo dringend nötig hätte, wären brauchbare, intuitiv verständliche Möglichkeitrn, genau das zu finden, was man hören will. Und den Rest auszublenden.

Was z.B. aus meiner Sicht toll wäre: Eine Seite, die nicht mit 100 Funktionen überladen ist, sondern NUR eine zentrale Suchleiste enthält. "Trage Deine Lieblingsband(s) ein", steht drüber. Und wenn ich dann "Hannah Montana" eintippe, werden mir genau die 5 Jamendo-Musiker aufgelistet, die den Fans von Hannah Montana am meisten zusagen. Auf diese Weise wäre es wahnsinnig leicht, die richtige Musik zu finden. Zig andere Methoden wären auch denkbar.

Eine verwirrende Suche über Genres, Subgenres, Playlists, Jamendo-Blogs, Top-100, Neueinsteiger, Empfehlungen im Jamendo-Forum oder Suche auf gut Glück ist doch längst nicht mehr zeitgemäß. Die meiste Musik auf Jamendo ist viel zu speziell und vielfältig, um mit maximal 5 Tags sortiert werden zu können.

Passende Songs zu finden, sollte im Internet generell nicht schwieriger oder mühsamer sein, als Flickr-Fotos oder Webseiten über Google zu finden. Finde ich ;-) Mit der Userfreundlichkeit würde auch die Begeisterung für das Projekt, der allgemeine Zulauf und der Zahlungswille für die Bands UND die Plattform steigen.

Zumindest eine Funktion, mit der man ähnliche Musik zu einem externen Künstler finden kann, hat Jamendo bereits.
Okay, das ganze ist wenig intuitiv und ich hab die Ergebnisse auch nicht auf Qualität überprüft, aber die Möglichkeit besteht wenigstens.

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