Netzgemeinde vs. Rechteinhaber - Kommunikation ist möglich

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Zillo LogoOft hört man, ein Dialog zwischen der raubmordbrandschaftkopierenden Netzgemeinde und den Rechteinhabern wäre unmöglich. Dass dem nicht so sein muss, zeigte ein hier veröffentlichtes Gespräch zwischen Christian Hufgard und dem Regisseur Tom Bohn. Aber auch an anderer Stelle findet eine Annäherung statt. Nächste Woche werden auf der c/o pop Lars "Ghandy" Sobiraj von gulli.com, Mark Chung vom Label Freibank, Christian "Musikpirat" Hufgard als Vertreter der Piratenpartei, das GEMA-Vorstandsmitglied Georg Oeller und Stefan Herwig vom Label Dependent gemeinsam über die Zukunft der Musikindustrie diskutieren. Einen Ausblick, was an Argumenten gebracht werden könnte kann man jetzt bei einem im Musikmagazin Zillo erschienen Artikel (PDF) bekommen, der auch bei Gulli veröffentlicht wurde.

Im Artikel kommen Sascha Blach, Bruno Kramm, Stefan Herwig, Hans Rutten, Marcel Klein, Chris Corner und Lars Sobiraj zu Wort. Es wird die Entwicklung des letzten Jahrzehnts betrachtet und nicht mit Kritik gespart - an allen Seiten. Auch an Selbstkritik. So sagt Stefen Herwig:

Ich glaube, dass die Musikindustrie den Fehler begangen hat, dass sie den Leuten jahrelang nicht wirklich vermittelt hat, was ihre eigentliche Leistung ist. Wenn man den Leuten sagt, man betreibe eine Plattenfirma, meinen diese, man betreibe ein Presswerk. Wenn man sagt, dass man das Presswerk nur beauftragt, meinen sie, man habe ein Studio. Dass es aber ein Fulltimejob sein kann, Künstler zu finden, zu unterstützen und deren Musik zu bewerben, weiß niemand. Dass Labels viele Touren unterstützen, Produktionen finanzieren und Künstlern überhaupt erst die ersten Schritte ermöglichen und dass 90% aller Labels zu ihren Künstlern eine professionelle und oft auch freundschaftliche Beziehung unterhalten, weiß auch niemand. Ich glaube wirklich, dass weniger Leute Musik klauen würden, wenn sie wüssten, wie wichtig der Beitrag eines Labels gerade für die jungen Musikgruppen ist!

Dadurch, dass der Artikel sehr viele Ansichten auf der gleiche Problem bietet, ist er sehr informativ und trägt viel dazu bei, auch die Situation der anderen Seiten zu verstehen. Es lohnt sich definitiv, ihn aufmerksam zu lesen, und auch ein wenig zu recherchieren, wer die einzelnen Personen sind, von denen die jeweiligen Aussagen stammen.

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