Organic Disco: Nachhaltig feiern im Frankfurter KingKa

Organic Disco

Heute abend findet in Frankfurt die "nachhaltigste Party der Stadt" im King Kamehameha-Club statt. Das Motto: Mash Up meets Organic Disco. Die Party ist das offizielle Abschlussevent der sechsten KarmaKonsum-Konferenz, die gestern und heute in Frankfurt stattfindet. Fast schon ironischerweise ist der Veranstaltungsort der KarmaKonsum Räumlichkeiten in der Frankfurter Börse.

Das Warm-Up der Party findet in Form einer Radtour von der Hauptwache zum KingKa statt, los geht es um 18 Uhr. Danach muss weiter gestrampelt werden: Der Strom für die Technik des DJs liefert die „Fahrraddisko“. Nur wenn die Partygäste auf den Spezialrädern ordentlich in die Pedale treten, gibt’s Bass auf die Ohren. Als Special erwartet die Partygäste ab 20 Uhr ein Pre-Opening-Event auf dem Uniongelände. Die Partygäste dürfen sich auf Live-Musik und klimafreundliche Überraschungen freuen.

http://vimeo.com/42525628

Hintergrund

Das Organic Disco-Projekt wurde vor zwei Jahren in Darmstadt gegründet und hat sich als Ziel gesetzt zu beweisen, dass Stromsparen sexy sein kann. Aus dem Grund wird nicht mit erhobenem Zeigefinger sondern mit positivem Feedback gearbeitet. So werden zum Beispiel alle auf dem bewachten Fahrradparkplatz abgestellten Räder geputzt und mit frischer Luft für die Reifen versorgt.

Da sich trotzdem der Ausstoß von CO2 nicht 100%ig vermeiden lässt, wird er durch Aufforstungs- und Waldschutzprojekte der Forest Carbon Group ausgegleichen. Es geht aber nicht nur darum, einmalig Energie zu sparen und so etwas fürs gute Gewissen getan zu haben. Zusammen mit dem Green Club Index-Projekt und dem Energiereferat der Stadt Frankfurt soll langfristig Energie gespart werden. Mit einer professionellen Energieberatung soll der Betrieb von vier Frankfurter Clubs nachhaltiger werden. Den Anfang hat das Travolta gemacht, nach dem KingKa sollen noch Das Bett und das Coccoon folgen.

Einer der wichtigsten Ansatzpunkte zum Energiesparen in Clubs sind Beleuchtung und Belüftung. Zusammen mit den Sound-Anlagen machen sie im Travolta mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs von jährlich 70.000 Kilowattstunden aus. Durch den Einsatz von LED-Lampen und Halogenstrahlern statt "klassischer" Disko-Beleuchtung wurde bei der Einrichtung des Clubs sowohl die Strombedarf als auch die Wärmeentwicklung gering gehalten. Nachdem durch einen Wechsel des Stromanbieters bereits über 5.000€/Jahr gespart werden konnten, denkt die Clubleitung jetzt darüber nach, zu einem der wenigen Ökostromanbieter zu wechseln. Die Einsparungen wurden übrigens direkt an die Gäste weitergegeben.

Auch ansonsten gibt es viel einfaches Einsparpotential im Club-Bereich: Wie auch im Haushalt können Kühlschränke um 1-2 Grad wärmer gestellt werden, dies reduziert den Energiebedarf um fünf Prozent. Im Travolta wurde die Temperatur von fünf auf sechs Grad angehoben - die Getränke sind somit immer noch erfrischend kalt. Statt billiger Werbe-Kühlschränke mit hohem Energieverbrauch können hochwertigere Kühlschränke gekauft und nachträglich mit Werbung versehen werden. Und natürlich ist es sinvoll, die Kühlschränke während der Zeit in der kein Betrieb stattfindet auszuschalten. Werden sie dann Freitag morgen wieder angeschaltet, ist abends wieder alles aus Trinktemperatur gekühlt. Statt die Lüftung permanent auf voller Leistung laufen zu lassen, kann sie entweder von Hand oder elektronisch geregelt werden. Statt beleuchteter Werbetafeln werden Pappaufsteller verwendet.

Zu guter letzt gibt es dann noch eine wichtige Frage, die sich jeder Club-Betreiber stellen kann: Wenn nur noch fünf Gäste da sind, halte ich den Laden für sie noch zwei Stunden offen, oder mache ich für heute dicht?

Wichtigstes Aspekt ist aber die Botschaft: Die Umwelt zu schonen bedeutet nicht, weniger Spaß zu haben.

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