Paniq - Beyond Good And Evil

Beyond Good And Evil

Lange mussten Paniq Fans auf sein neues Album warten. Und dann war der Gute auch noch so gemein, nur gegen Vorkasse zu arbeiten... Wer mindestens 10€ gezahlt hat, hatte am 7.11.2010 einen Download-Link zum fertigen Creative Commons lizenzierten Album in seinem Mail-Account liegen. Und für die, die mehr als 20€ investiert haben, gab es dann Mitte Dezember auch eine CD im Briefkasten. Ein wenig hinter dem Zeitplan, aber nur marginal. Jetzt steht das Album für die Allgemeinheit zum kostenlosen, legalen Download bereit. Musikpiraten - an die Downloads. Aber nicht vom Dieter Gorny erwischen lassen. Der glaubt nämlich immer noch, Musik wäre nur dann legal, wenn man Geld dafür bezahlt...

The Most Remarkable Album On The Entire Planet

Fangen wir mit den Äusserlichkeiten an. Die CD wird im Digipak verschickt und enthält ein 16-seitiges Booklet, erstellt von Sylvia Klaus. Die einzelnen Grafiken wurden von ihr erst gezeichnet, dann mit GIMP eingescannt und mit Hugin finalisiert. CD, Booklet und Digipak wurden dann mit Ubuntu Linux erstellt. Dabei kamen Jacker und Eintopf zum Einsatz, an beiden wurde auch fleissig während der Produktion von Paniq witergeschrieben (Informationen hierzu unter bitbucket.org/paniq. Weiter nutzte er Ardour, Calf Plugin Pack, Reaper und iZotope Ozone 4.

Zur Musik: Paniq-Fans werden sich eindeutig wiederfinden können. Es zwitschert und zirpt, es gibt flächige Sounds und Brüche. Mal klingt es nach The Prodigy, dann nach dem 3. Raum. Aber eben immer nach Paniq.

Die Stücke sind auf der CD in der Reihenfolge veröffentlicht, in der sie produziert wurden. Als Resultat daraus ist die CD nichts für den schnellen Kick, sie will komplett gehört werden. Nur so kann der Hörer die Reise mitmachen, die Paniq während der Produktion nach eigener Aussage gemacht macht: Von der Hölle in den Himmel.

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"Ultimate Downfall" eröffnet den Reigen. Düster, schräg, quitschend. Eine einfache Melodie im Bass. "Tartaros (The Barren Acres of Open Source)" knüpft daran an. Ruhig, diesmal eher die Percussions im Vordergrund, bereitet der Song die Ohren auf "Sticks and Stones" vor. Dieser Track war auch im Creative Christmas-Kalender enthalten. Langsam kommt ein wenig Leben auf. Eine gewisse Leichtigkeit erhält Einzug. Und zurück auf den Boden der Tatsachen. "Cosmic Walken" heisst nicht nur so, es klingt auch so. Spährisch und gelassen treiben wir weiter zu "Infuriating Circumstances". Jetzt gibt es mehr auf die Ohren. Der Bass wobbelt, umspielt von diversen Glöckchen. Abgerundet wird das ganze mit einem Audio-Sample eines Films, den Lawrence Lessig bei einem Vortrag zeigte.

Halbzeit. Also fast. "An Educated Simpleton" bietet neben einem hübschen Glockenspiel Assoziation an die gute alte Stummfilmzeit. Dick & Doof hätten sicher ihren Spaß daran gehabt. "The Only Way Out is Through" - verliess Paniq hier die Inspiration? Iwo, langsam wird aufgedreht. Schöne flächige Sounds prägen das Lied, bevor dann zu "One Second of Truth (The End of all Sorrow)" weiter geträumt werden darf. Ryo, der Song sollte dir gefallen. Genug der Träumerei, reissen wir die Tapeten von der Wand! Oder besser: Verbrennen wir sie einfach zu den Klängen von "Burning Tapestries". Ein wenig Säure auf das Xylophon, dann klingt es auch schön schräg. Bleiben wir beim Thema Feuer: "Purgatory Ascension" klingt schlimm, zum Glück aber nur vom Titel her. Der Song passt gut an diese Stelle des Albums, denn mit dem "The Algonquin Bridge Anthem" wird es wieder ein bischen anders. "I Wept for John Marston" hat schon fast gespenstische Züge. Wer bis jetzt mitgehört hat, bekommt mit den "Discordian Nights" nochmal aus gründlichste gezeigt, was Paniq musikalisch zu bieten hat. Ein gediegener Breakbeakt, schräge Riffs und der obligatorische Acid-Sound runden nicht nur diese Lied, sondern das gesamte Album ab.

Download, Kauf und mehr

Käuflich erworben werden kann das Album auf CD für 14,99€ hier. Unter der gleichen URL gibt es auch den Download für einen Preis nach Wahl (auch ein Preis von 0€ ist möglich!). Für 19,99€ gibt es einen eigens von Silya angefertigen Kalender für 2011 zum Download dazu. Wer 29,99€ auf den Tresen legt, erhält den Kaleder, die CD wahlweise signiert und natürlich den sofortigen Download.

Ein Wort des Autors dieser Zeilen: Es hat sich gelohnt, die Produktion dieses Albums zu unterstützen. Es ist ein echtes "Paniq" geworden und beweist, dass es möglich ist, mit Musik genug Geld zu verdienen, um Musik zu erzeugen. Ganz ohne Label, PR-Experten und Casting-Shows. Mögen sich noch viele Künstler dem Beispiel anschliessen, statt zu jammern und Anwälte auf ihre Fans loszulassen.

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Kommentare (6)

it's simply the best!

http://www.euroduplication.de/

Also ich habe ja schon dem Christian eine ausführliche Mail geschrieben, aber um meinen bescheidenen Kommentar hier abzugeben, habe ich mich zusammengerissen und fasse mal kurz, so höflich wie möglich zusammen was ich davon halte

* Schrott
* Schade ums Geld
* Wann gibt es wieder Musik?

Ach hatte noch vergessen

* Schade um das schöne Design von Sylvia Klaus und deren offensichtliches Talent.

[...] war dies eine Mail an Christian wegen dem Artikel über Paniq. Aber nach einer Sichtung des Blogs muss ich dies wohl etwas allgemeiner [...]

Das einzige was es hier imho zu meckern gibt sind die Rechtschreibfehler im Artikel und die dummdreisten Kommentare einiger Leser ;)
Ansonsten sei noch zu sagen: das Album gibt es kostenlos - Schade ums Geld geht da schon einmal komplett am Thema vorbei (wer lesen kann...)

Weiterhin: man kann von paniq sagen was man will, aber nicht umsonst haben seine Fans innerhalb kürzester Zeit mit Spenden die Produktion des Albums finanziert, irgend etwas muss also drann sein an seinem Style.

Ganz ehrlich, wer Tracks wie "One Second of Truce" oder "Burning Tapestries" SCHROTT nennt, hat ein wohl eher ein persönliches Problem mit Leonard Ritter. Mich begleitet paniq's Musik schon mein halbes Leben, auch wenn man den einen oder anderen gesanglichen Ausrutscher belächeln mag, bei JEDEM Album waren bisher Tracks mit dem gewissen Etwas dabei - eingängig und absolut professionell produziert - Ohrwurmgefahr für Fans der elektronischen Musik eben.

paniq rockz!

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