Petition zur Erhöhung der Abrechnungstransparenz bei der GEMA gestartet

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Vor wenigen Wochen wurde von einem Mitglied der Piratenpartei eine Petition zur Abschaffung des Kopierschutzparagraphen gestartet, jetzt hat Monika Bestle, Geschäftsführerin der Sonthofer Kultur-Werkstatt, einem Kulturzentrum im Oberallgäu, eine Petition ins Leben gerufen. Ihr Ziel es ist, die Abrechnungsmodalitäten der GEMA transparenter zu gestalten.

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.

Wer sich einmal den Verteilungsschlüssel der GEMA angeschaut hat, kann zumindest diesen Teil voll und ganz bestätigen: im GEMA-Jahrbuch umfasst er fast 100 Seiten.

Mit der Petition soll nicht die Abschaffung der GEMA erreicht werden, denn geistiges Gut sei schützenswert und die Künstler, sprich die GEMA-Mitglieder und Mitglieder anderer Verwertungsgesellschaften sollen auch zu ihrem monetären Recht kommen. Bestle kritisiert aber, dass die GEMA-Gesetze weder der Musik im Allgemeinen noch der großen Mehrheit ihrer eigenen Mitglieder gerecht würden.

Zur Gebührenberechnung für Kleinveranstalter legt die GEMA folgende drei Punkte zu Grunde: Raumgröße, Höhe des Eintrittgeldes und GEMA-Pflicht für die gesamte Veranstaltung ab einem GEMA-pflichtigen Musikstück. Die durchwegs zu hohen Gebühren zwingen Kleinveranstalter die Anzahl der Konzerte zu reduzieren. Viele veranstalten gar keine Konzerte mehr.

Dem gegenüber werden die Künstler-Tantiemen nach dem so genannten, hochkomplizierten Pro-Verfahren berechnet und der Hauptanteil der GEMA-Einnahmen landen in einem so genannten "großen Topf".
Auch viele Künstler sind deshalb in ihrer Existenz bedroht: zu wenig Auftrittsmöglichkeiten und zu geringe Tantiemen.

Auf Grund der so genannten „GEMA-Vermutung“ verpflichtet die GEMA die Veranstalter auch urheberrechtlich ungeschütztes Material zu melden, was mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist. Wenn ein Konzert nicht gemeldet wird, erhebt die GEMA eine so genannte Recherche-Gebühr von 100 % der festgelegten GEMA-Gebühren ohne vorherige Mahnung und ohne Kenntnis, ob GEMA-pflichtige Werke aufgeführt und ob dieses Konzert überhaupt stattgefunden hat.

Die von ihr wahrgenommenen Probleme würden die deutschlandweite Life-Kultur belasten und somit die GEMA vom „Kultur-Schützer“ zum „Kultur-Vernichter“ machen.

Viele Betreiber gerade kleiner Lokalitäten werden ihre Kritik sicherlich sehr gut nachvollziehen können, so hat die Petition bereits kurz nach Veröffentlichung schon über 1.000 Mitzeichner. Es wäre wünschenswert, wenn noch viele weitere sich finden würden.

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Kommentare (5)

Endlich, bin selber GEMA Betrugsopfer, die GEMA sackt schon viele Jahre lang jährlich 1000de von Euro für meine Konzerte ein, aber wegen ihrer Klauseln bekomme ich selber davon keinen Cent, obwohl Komponist und Texter ALLER Songs, die ich da singe!

Hi Stefan,

bist du denn GEMA Mitglied? Wenn ja, hättest du da mal genaue Zahlen für uns? Sprich wo du auftrittst, wie viele Leute dort sind und die jeweiligen Eintrittspreise?

Ich habe ein Email geschrieben!

Da das Forum zur GEMA-Petition auf dem Bundestagsserver nicht ewig zur Verfügung steht habe ich zur weiteren Diskussion des Themas eine Mailingliste / eGroup gegründet.

Die Diskussionsgruppe und Mailingliste zur GEMA-Petition ist im Internet zu finden unter
http://de.groups.yahoo.com/group/gema-petition/

Eine Anmeldung bei yahoo ist hierzu NICHT erforderlich, alle Beiträge können direkt gelesen werden, wer jedoch die Beiträge als eMail bekommen oder selber Beiträge schreiben möchte muß nur einmal eine Mail an gema-petition-subscribe@yahoogroups.de senden, auf dem gleichen Wege kann man auch jederzeit kündigen.
Ängstliche Zeitgenossen benutzen für diesen Zweck eine spezielle Mailadresse, die es von zahlreichen Anbietern gratis gibt und die jederzeit gelöscht werden kann, wenn sie nicht mehr benötigt wird.

Gruß vom Königsdino!

Leider traegt die GEMA zu einer dramatischen kulturellen und sozialen Verarmung der Gesellschaft bei,die unverantwortlich ist. Besonderst betroffen sind kleine bis mittlere Gaststätten und Lokale auch ländliche Bereiche ,die gerne für ihre Gäste Geselligkeit Tanz und Lebensfreude und Entspannung bieten würden.Leider hat die Gema solche unverschämten Geldforderungen bei Veranstaltungen die in keinem Verhältnis zu den Einahmen vieler Gastronomen stehen Weiterhin wird die undurchsichtige Verteilung der Gema und ihren Verwaltungsapperat von vielen kritisiert. Man sollte dem Veranstalter noch genug Spielraum lassen um kulturelle Einlagen bezahlen zukönnen. Das Resultat wäre ,viele kleine Tanzveranstaltungen mit Kapelle ,Band, allein Unterhalter oder Discothek. Genau das Richtige um Entspannung und neue Kraft zu tanken , Spass an der Musik und der Geselligkeit?. Der Tanz und die Geselligkeit war schon immer etwas besonderes,ein Ausgleich für viel Stress und Verdrossenheit. Es zählt mit zu den besten Jahren in unserem Leben.
Abschliessend noch eine ausgesprochene Formulierung der Gema die alles über diese sagt und keinen Kommentar benötigt.

Zitat:?Der Zweck der GEMA ist es nicht, Kultur in dem Sinne zu fördern, dass sie verpflichtet wäre, andere Kulturschaffende oder Kultureinrichtungen, etwa Veranstalter, zu fördern, sondern sie ist dafür da, so viel Geld wie nur möglich für ihre Mitglieder zu beschaffen!

Wir sind gegen diese Art Gema die nur die Fähigkeit besitzt anderen viel Geld abzunehmen
Wo die Kultur und der Spass an der Musik und der Geselligkeit auf der Strecke bleibt.!!

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