Safe & Sound - Mit Creative Commons-Musik gegen HIV in Belize

Kurz-URL: http://mkzä.de/430

Logo Safe & SoundBelize ist der zweitkleinste Staat Zentralamerikas. Von seinen gut 300.000 Einwohnern sind laut der University of California 1,2% HIV positiv - in Deutschland sind es weniger als 0,1%. Im Vergleich zu vielen anderen Staaten, vor allem in Afrika, ist das zwar noch wenig, aber lange noch kein Grund zur Freude. Aus diesem Grund hat das Team hinter Safe & Sound Belize wieder eine Kampagne zur Sensibilisierung der Bevölkerung gestartet. Vor gut fünf Jahren hatten sie 100.000 Flyer in vier Sprachen zusammen mit einem Kondom verteilt, diesmal diente Musik dazu, die Bevölkerung für die Gefahr des Virus zu sensibilisieren.

Wieso Musik?

40% der Bevölkerung sind Mestizen (Mischlinge zwischen Weißen und Indigenas) und ca. 30% sind kreolischer (afrikanischer) Abstammung. In beiden Kulturen ist die Musik als Transportmedium für Gefühle, Erfahrung und Bildung tief verwurzelt und bildet die Brücke zwischen den Generationen. Zudem übernimmt die Musik mit Hilfe nationaler Künstler den Auftrag meinungsbildender Medien sowie der sozialen Aufklärung. Medien im europäischen Sinne sind nicht präsent. Es gibt zwar Tageszeitungen und Fernseh- sowie Radiosender, doch beinhalten diese kaum HIV/Aids relevante Themen. In Belize spielt neben den modernen Musikrichtungen des "Punta Rock", des "Reggaeton" und des "HipHop" auch die traditionelle Stammesmusik eine tragende Funktion.

Mit Pen Cayetano, dem Erfinder des Punta Rock aus Belize als Schirmherrn des Projekts und Pierre Baigorry, den meisten eher als Peter Fox von Seed bekannt, wurde in nur wenigen Monaten das Projekt "Safe & Sound - Music for Future" durchgeführt.

Das Projekt

Teilnehmen konnte bei dem Wettbewerb jeder Musiker bzw. jede Band aus Belize. Dem Team war es dabei wichtig, dass sich das Lied inhaltliche mit dem Thema HIV/Aids auseinandersetzt. Innerhalb dieses Rahmens hatten die Künstler freie Hand, die Textform konnte lyrisch, metaphorisch, direkt usw. sein. Wichtig war ihnen auch, dass der Text in einer der gängigen Sprachen des Landes verfasst war. Die besten 16 Tracks wurde dann in einem Studio professionell aufgenommen, in einer Auflage von 5.000 Stück auf CD gepresst und im Netz Creative Commons-lizenziert veröffentlicht. Bei einem Live-Konzert konnten dann alle Bands ihr Können vor Publikum beweisen. Die besten drei bekamen ein Preisgeld von umgerechnet 1.150€, 570€ und 285€. Die Bands auf den Plätzen 4-16 immerhin noch ~60€.

Der erste Platz ging an Mix Vibez aus Orange Walk Town, der zweitgrößten Stadt Belizes. Ihr Hip-Hop-Song "Knowledge is the Key" (cc-by-nc-nd) konnte sowohl das Publikum als auch die Jura überzeugen:

Den gesamten Sampler gibt es zum Download bei protobits, online gehört werden kann er bei safeandsoundbelize.de.

Wer das Projekt finanziell unterstützen möchte, kann dies per Paypal oder per Überweisung machen, die dafür benötigten Daten gibt es hier.

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