NoSYS

NoSYSNoch ist NoSYS ein Geheimtipp - es sei denn, man ist in der richtigen Szene unterwegs. Die PC-Demo Finally Inside von "Still" belegte den ersten Platz auf der Evoke 2010. Unterlegt sind die atemberaubend düsteren Grafiken mit Breakbeats vom Drumhead - einem der NoSYS-Acts. Fertig gerendert gibt es das ganze als 738MB-Video hier, einen Mitschnitt der Vorführung auf der Evoke gibt es bei YouTube.

NoSYS entstand aus der Mighty Motivation Society, einen Netzwerk junger DnB-Künstler mit Hauptsitz in Berlin. Aufgrund interner Differenzen löste sich die Community Ende 2008 auf. Einige der Mitglieder blieben aber in Kontakt und beschlossen eine eigene Plattform zu schaffen, um dort ihre Tracks zu veröffentlichen. Im Januar 2009 ging dann NoSYS-Productions.com online.

Bei NoSYS ist der Name Programm. NoSYS ist weder typisches Netlabel - so es das überhaupt gibt, noch eine Demo-Gruppe, sondern irgendwo dazwischen. Im Vordergrund stehen eindeutig die Releases, aber die Art der Interaktion ähnelt mehr der einer typischen Demo-Gruppe. Als Arbeitstitel für das Projekt war auch der Slogan "We don't know what we are" im Gespräch. Es gibt bei NoSYS keinen Labelchef und auch keine klaren Strukturen, die einzelnen Mitglieder agieren frei und unabhängig. Einige von ihnen veröffentlichen auch auf anderen Labels oder sind in Demo-Gruppen tätig.

Die künstlerische Arbeit ist stark von Kooperation geprägt. Es werden Spuren und Samples getauscht, garniert mit "brutal ehrlichen" Rückmeldungen. Die Mitglieder sehen sich ein wenig wie Modeleisenbahnbauer: In jedem einzelnen Release steht sehr viel Zeit und Liebe zum Detail. Nicht selten dauert die Enwicklung eines einzelnen Tracks mehrere Monate.

Im letzten Jahr konnte ein starker Anstieg der Downloadzahlen erzeichnet werden, was sicherlich auch auf die sehr gute Zusammenarbeit mit den Demo-Gruppen Still und Haujobb zurückzuführen ist. Aber auch durch die vermehrte Präsenz in Webradios, Podcasts und bei Liveauftritten steigt der Bekanntheitsgrad der Gruppe stetig an.

Review Epiphany

EpiphanyEpiphany ist Release #004 des kleinen Labels. Die EP ist im Juni 2010 erschienen und steht unter cc-by-nc-nd.
Scanners
Mal_Function (Wintermute) und Epidemic trafen sich eigentlich nur, um ein wenig zu jammen. Nach einem unproduktiven Start programmierte Epidemic ein paar Drums und die beiden spielten ein wenig mit Flächen-Sounds herum. Mal_Function rundete dann das ganze final ab. Scanners ist der bisher einziger Track, den die beiden gemeinsam produziert haben - aber es sollen noch mehr folgen.
Kondensmilch Leicht
Bei Kondensmilch Leicht orientierte sich Epidemic an „Yellow Brick“ (Noisia) und „Aztec“ (Spor). Sein Ziel war, etwas aggressiveres, nervigeres und nicht umbedingt tanzbares zu produzieren. Song-Titel spielen für ihn nach eigener Aussage keine große Bedeutung. So erklärt er zu "Kondensmilch Leicht" lapidar:

Und da ich in meine Titel keine große Bedeutung lege, habe ich mich auf meinem Tisch umgeschaut und da stand nun eine Päckchen Kaffeesahne mit eben dem Schriftzug „Kondensmilch leicht“. Ich weiß, dass ist keine spannende Geschichte – aber so war es nun einmal.

Choices May Change
Auch dieser Track ist ein Produkt einer Jam-Session. Diesmal entwarfen Needrux und Hardy ein Intro mit einem Sample von SackJo22s Choices May Change-A-Capella. Wintermute gefiel die Skizze auf Anhieb, woraufhin er ein paar Stab-Sounds entwickelte, die dann dem Track seinen Minimal-Touch verliehen.

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