Indie-Stars

Abgelegt unter:
Kurz-URL: http://mkzä.de/155

Indie-Stars Logo
Was genau zeichnet eigentlich Indie-Filme aus? Viele deutsche Verleiher und Kino-Produzenten sagen zwar, sie seien unabhängig, doch ist diese Unabhängigkeit meiste nur oberflächlich gegeben. Staatliche Förderungen oder Produktionen für Fernsehanstalten sind oft an zahlreiche Bedingungen geknüpft, so dass von Unabhängigkeit nur noch bedingt gesprochen kann.

Als Resultat daraus haben die Produktionen in Deutschland an Profil verloren - so sieht dies zumindest Tom Bohn mehrfach ausgezeichneter Tatort-Regisseur, Drehbuchautor und einer der Macher von Indie-Stars.de.

Wer heute noch glaubt, dass in erster Linie die individuelle Kreativität der Macher entscheidet, ob eine Filmidee ihren Weg zum Publikum findet oder nicht, ist schlichtweg naiv.
Man muss mit seinem Stoff ersteinmal durch das Nadelöhr der staatlichen und/oder privatwirtschaftlichen Gremien, bevor man drehen darf und dieses Nadelöhr schleift häufig all das auf Linie, was einmal ursprünglich und authentisch war.

Um all denen, sie sich dieser Maschinerie nicht beugen und wirklich unabhängig viele drehen eine Plattform zu bieten, betreibet er zusammen mit mittlerweile sechs weiteren Personen seit 2007 Indie-Star. Nachdem anfänglich nur ein halbes Dutzend Kreative dort ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren, sind dort mittlerweile 72 professionell produzierte Indie-Filme abrufbar.

Die Bandbreite ist dabei breit: Von Sven Küppels 44 minütigem Abenteuerfilm Adalbert no uta und den sechs minütigen Experimentalfilm Leggins Jeans von Lydia Dykier bis hin zu Stefan Brönnekes Comedy-Thriller Fuck me! Fuck you! ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das Archiv kann nach Dauer, Genre und Produktionsjahr sortiert werden, so bekommt man schnell einen Überblick vom nicht mal drei Minuten langen Kicker von Marc Hermann bis zum auch auf DVD veröffentlichten CC-lizenzierten Route 66 von Stefan Kluge.

Neue Filme werden von Tom Bohn und dem Redaktionsteam ausgewählt. Dabei ist die Idee als solches deutlich wichtiger, als technische Perfektion. Drei neue Werke werden jeden Monat aufgenommen und können von registrierten Benutzern bewertet werden. Die TOP 25 werden auf der Startseite prominent beworben.

Seit dem 1. September 2008 geben einmal im Monat prominente deutsche Filmschaffende, wie Hannes Jaenicke und Oscar-Preisträgerin Caroline Link, ihre Lieblingsfilme auf der Seite bekannt, zusätzlich schreibt der Wiener Filmjournalist Rodja Pavlik einmal wöchentlich einen Newsletter, in denen er über Neuigkeiten aus der Independent-Szene berichtet.

Zusätzlich gibt es die kurzen Indie-News über aktuelle Neuigkeiten aus der Redaktion und der Medienszene.

Indie-Stars ist frei finanziert und setzt vor allem auf die Kooperation mit Amazon. Der integrierte Shop ist natürlich mit Indie-Filmen gespickt. Die Seite ist einen Besuch wert, auch wenn es keine Möglichkeit gibt, die Filme einfach in hoher Qualität herunterzuladen. Vielleicht ist nach dem für Juli angekündigten Relaunch diese Möglichkeit ja integriert...

Deine Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (2 votes)

Kommentare (2)

Das Archiv kann sortiert nach Dauer, Genre und Produktionsjahr sortiert werden
[sortiert sortiert]

Thx, fixed!

Artikel

Projekte

Interviews

Informationen