Krimi 2.0 - Spannung für den guten Zweck

Krimi 2.0Während Tom Bohn seine Lebensversicherung versilbert um einen Film drehen zu können, der genau seinen Vorstellungen entspricht, geht das Team von Krimi 2.0 rund um Michael Jäger den komplett umgekehrten Weg: Das Drehbuch basiert auf Ideen und Abstimmungen der Community und bezahlt wird das Projekt über Werbung, Werbung und nochmal Werbung. Für die "längste Werbesendung der Welt" wird es bei geplanten 90 Minuten Spielzeit sicher nicht reichen - der Titel ist bei Stefan Raab in festen Händen - und Product Placement ist man als Zuschauer ohnehin gewohnt. Nach einem Jahr wird der Film dann unter einer Creative Commons-Lizenz freigegeben werden.

Geschichte

Die Einführung des Drehbuchs steht mittlerweile:
Dr. Dr. Andreas Held ist ein genialer, einzelgängerischer Chemiker, der nach über sechs Jahren Forschung einen Wirktstoff entwickelt hat, der Haarwuchs am menschlichen Körper dauerhaft verhindert.

Bei einer Präsentation in der Vorstandsetage des Chemie-Giganten, bei dem er angestellt ist, wird dann der entscheidende Teil der Formen aufgrund von massiver Überarbeitung gleichsam aus seinem Gehirn gelöscht. Held erleidet einen akuten psychischen Zusammenbruch und wird in ein Sanatorium eingewiesen. Dort wartet aber auch schon die Konkurrenz auf ihn und hofft, dass in ihren behütenden Händen sein Gedächtnis wieder 100%ig funktioniert.

Eines Morgens findet der Chemiker dann eine Leiche im Kofferraum seines Autos.

Wer? Was? Wie?

Die Leiche wird Simone Arnold spielen. Simone ist eine der wenigen Nicht-Schauspielerin im Team, sie konnte sich bei der entsprechenden Abstimmung knapp durchsetzen. Aber auch die anderen Damen, die sich beworben hatten, werden für ihr Engagement für sich selbst und damit auch das Projekt mit kleinen Rollen im Film belohnt werden.

Die Abstimmungen sind auch eines der zentralen Elemente der Produktion. Bis haben die Besucher der Webseite darüber entschieden, wer der Gast-Star werden soll (gewonnen hat das Häkelschwein), wer die Leiche spielt, ob sie männlich oder weiblich ist, gegen wen der Held kämpft und vieles mehr. Aus den Abstimmungen und Vorschlägen enstand dann die Geschichte.

Der Film wird an ingesamt 29 Drehtagen vom 04.09.2010 bis zum 11.12.2010 gedreht werden. Dies entspricht drei Drehminuten pro Tag. Gedreht wird ausschlieslich am Wochenende, da die gesamte Produktion ohne Bezahlung stattfinden wird. Aus diesem Grund werden auch immer noch Helfer für so ziemlich alles gesucht, was mit Film zu tun hat. Diverse Schauspieler konnten auch schon vor Gastauftritte gewonnen werden, so z.B. Charles M. Huber (Der Alte), Josef Hannesschläger (Rosenheim-Cops) sowie Gerd Silberbauer und Michel Guillaume (SOKO 5113). Bis zum zehnten Juli können sich professionelle Schauspieler für die Hauptrollen bewerben.

Die Premiere für den Krimi wird am Freitag dem 11.02.2011 in München gefeiert werden. An dem Tag wird der Film auch einmal als Stream zum Betrachten angeboten werden. Am Tag nach der Premiere werden die Filmrechte dann symbolisch an eine soziale Einrichtung übergeben, die für ein Jahr alle Erlöse aus dem Verleih des Films über die diversen Plattformen erhält.

Nach diesem Jahr wird der Film in allen Einzelszenen unter eine Creative Commons-Lizenz freigegeben und jeder kann damit anstellen, was er mag. Auf die Frage, wieso der Film nicht direkt freigegeben würde, antwortete Jäger, dass dies vor allem der Symbolik diene. Wer den Film in dem ersten Jahr "illegal" verbreitet und identifiziert wird, solle ruhig öffentlich gebasht werden, das mache viel mehr Spass, als ihn zu verklagen.

Diese moralische Keule wird wahrscheinlich kaum einen Filesharer abhalten, aber vielleicht bekommt der ein oder andere ja doch noch ein schlechtes Gewissen und kauft dann noch eine DVD - sofern diese produziert wird. Noch gibt es keinen Sponsor für die Pressung und das Team konzentriert sich vorab auf das wesentliche: Den Film.

Jäger möchte mit diesem Film einen Beitrag zur Diskussion um das freie Internet leisten. Er möchte beweisen, dass das Netz eben kein Hort des Bösen ist, sondern durchaus ein riesiger Raum von kreativen Gehirnen, die für einen guten Zweck zusammenarbeiten. Trotzdem ist das Projekt auch für alle Beteiligten als Werbung für die eigene Person oder das eigene Unternehmen gedacht. "Krimi 2.0" versteht sich auch als eine kreative Werbe-Plattform.

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