piano-midi

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Krokussepiano-midi.de ist eines der vielen Projekte im Internet, dem man einfach Respekt zollen muss. Seit über 10 Jahren spielt Bernd Krüger klassische Werke als Midi-Files ein und stellt die Ergebnisse kostenlos zur Verfügung. Mittlerweile werden immer mehr Stücke auch als MP3- oder OGG-Files zum Download angeboten. Bei den vorliegenden Interpretationen handelt es sich nicht um herkömmlichen Einspielungen. Alle Werke wurden Note für Note in einen MIDI Sequenzer eingegeben und mit allen notwendigen Attributen wie Anschlagstärke, Dynamik, Tempo usw. versehen. Die "fertigen" MP3s/Oggs entstanden durch Abspielen der MIDI-Files auf einem Digital Piano.

Krüger ist sich dabei durchaus bewusst, dass die so erstellten Musikstücke nicht an live eingespielte Aufnahmen heranreichen. Im Gegensatz zu live eingespielten Aufnahmen ist die von ihm gewählte Darstellungsform aber taktgerecht.
Seit 1996 beschäftigt er sich intensiv mit der Interpretation von Klaviermusik und entdeckte dabei, dass es viele Möglichkeiten gibt, aus einer zunächst starren und synthetisch klingenden Musik eine lebendige Interpretation zu machen. Seit 1997 veröffentlicht er MIDI Sequenzen im Internet, zunächst in allgemeinen MIDI Archiven, dann auf einer eigenen Seite. Seit 1999 bietet er die Werke zusätzlich im MP3 Format an, seit 2007 ebenfalls im OGG Vorbis Format. April 2007 stellte er seine Veröffentlichung auf CC-BY-SA um.

In der Regel wird die Seite einmal monatlich aktualisiert. In einem Update wird entweder ein neues Werk, eine Überarbeitung eines Werkes oder ein neues Format (z.B. MP3) veröffentlicht. Mittlerweile gibt es über 300 abrufbare Stücke. Wer immer auf dem laufenden bleiben möchte, dem sei der Newsletter ans Herz gelegt.

Weit über 200.000 Seitenabrufe im Monat sprechen dafür, dass Krüger sich über die Jahre hinweg eine treue Fangemeinde aufgebaut hat. Abgesehen von seine Fähigkeiten bei der Digitalisierung klassischer Musik ist er auch an der Kamera durchaus talentiert, wie obige Bild sicherlich illustriert. In groß kann es hier betrachtet werden.

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Ein Kommentar

@Ey Lou Flynn: Um Deine Aussage mal auf den Punkt zu bringen: Du schreibst, klassische Klaviermusik von einem erstklassigen Pianisten auf einem elektronischen Instrument oder MIDI-fähigen Flügel gespielt könne man nicht genießen. Nimmt man das auf und spielt es später wieder ab, hat man schon sehr gute MIDI-Musik.

MIDI Dateien im Notensatzprogramm zu erzeugen und dann auf einem mittelmäßigen Software-Synthesizer wiederzugeben wird die Fähigkeiten von MIDI jedenfalls in keinster Weise ausschöpfen, auch was das Genießen angeht.

Midi-Files sind für viele Sachen wunderbar geeignet - man kann sie als Noten-Partitur drucken, weiter bearbeiten, zum Sampling von virtuellen Instrumenten gebrauchen, auf verschiedenste Art als Vorlage verwenden usw.

Den *Genuss* klassischer Klaviermusik im Midi-Format halte ich persönlich aber, Entschuldigung, für schlichtweg unmöglich ;-)

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